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Modesto Menabue im Porträt

Der Mechaniker-Papst bei Ferrari

Modesto Menabue - Ferrari Foto: Ferrari 8 Bilder

Mehr als sein halbes Leben hat Modesto Menabue in der Formel 1 verbracht. Er schraubte schon an Jody Scheckters Ferrari 312T4 von 1979. Inzwischen betreut das 54-jährige Urgestein von Ferrari die Motoren an der Rennstrecke. Ein Porträt.

20.08.2016 Michael Schmidt

Modesto Menabue ist der dienstälteste Mechaniker von Ferrari und damit auch der Formel 1. Das erste Auto, an dem der heute 54-jährige Italiener schraubte, war der Ferrari 312T4, mit dem Jody Scheckter 1979 Weltmeister wurde. Seitdem hat er nach eigener Schätzung nur rund 60 Grand Prix verpasst. Menabue ist ein Gesicht von Ferrari.

Heute betreut er nur noch Motoren. Von ihrem Weg vom Prüfstand an die Rennstrecke, in der Garage, im Ersatzteillager für Ferrari und seine Kunden. Jeweils 3 Monteure pro Team sind unter seiner Anleitung mit den Antriebseinheiten beschäftigt. An jedem der beiden Ferrari SF16-H arbeiten rund 12 Mechaniker. „Früher waren es zwischen 3 bis 5“, amüsiert sich Menabue.

Modesto Menabue wird zum Motor-Spezialisten

Dank der Sperrstunden und dem Parc Fermé haben sich die Arbeitsbedingungen für die Schrauber um Welten verbessert. „Wir arbeiten kürzer, dafür besser. Wenn ein Motor früher komische Geräusche gemacht hat, wurde er getauscht. Heute wird repariert. Die Teile sind viel langlebiger.“ Obwohl alles viel komplizierter geworden ist.

Wer je ein Formel 1-Auto offen gesehen hat, weiß was Menabue meint. Es ist ein Chassis, das an einer Herz-Lungenmaschine hängt. „Auf einer Skala von 1 bis 100 waren wir früher bei 1 und sind heute bei 105. Der Antrieb macht davon 50 Prozent aus, dann noch die ganze Verkabelung“, scherzt der Veteran unter den Schraubers. „Deshalb gibt es auch den Mechaniker nicht mehr, der alles kann. Wir haben für Auto, Motor, Getriebe und die Elektrik Spezialisten.“

Die Werkzeugkiste ist längst nicht mehr so umfangreich wie vor 30 Jahren. „Ein halbes Dutzend Schraubenschlüssel reichen uns. Ich habe heute keinen Steckschlüssel mehr in der Hand. Mein wichtigstes Arbeitsgerät ist der Laptop. In meiner Anfangszeit gab es keine Computer.“

Setup-Änderung in 15 Minuten

Im Verlauf der Trainingssitzungen wird an den Autos erstaunlich wenig geschraubt. Die Abstimmungen sind dank moderner Simulationswerkzeuge bereits nahe am Optimum. Laut Menabue beginnt die arbeitsintensivste Zeit nach den Trainingssitzungen, „wenn wir das Auto zerlegen, überholen und wieder zusammenbauen.“ Er fügt hinzu: „Während der Sitzungen werden nur Stabis und Federn gewechselt, vielleicht die Bodenfreiheit verstellt. Das geht in 15 Minuten.“

Kein Vergleich dazu ist der Tausch einer Antriebseinheit. „Das ist eine völlig andere Welt als früher. Allein wegen der Menge an Komponenten, die zu so einer Antriebseinheit gehören. Es dauert Stunden, um einen Motor, der vom Prüfstand kommt, in ein Rennauto einzubauen.“

Die aktuellen Autos sind viel standfester als die Ferrari, mit denen die Karriere von Modesto Menabue begonnen hat. Das liegt nicht nur an der Qualität der Arbeit der Mechaniker. „Die Regeln und die Kostenreduzierungsmaßnahmen verlangen, dass die Autos robuster sind. Praktisch jedes Teil hat heute eine längere Lebenszeit.“ Der größte Segen für die Mechaniker ist nach Ansicht des Veterans der Zunft die Telemetrie. „Weil sie dir zeigt, in welche Richtung du arbeiten musst.“

In der Galerie haben wir einige Bilder des dienstältesten Mechanikers in der Formel 1.

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