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Monaco

Die Geschichte der Regenrennen

Foto: Wolfgang Wilhelm 42 Bilder

Jedes Mal, wenn es in Monte Carlo regnet, produziert der Vorzeige-Grand Prix eine Kuriosität.

26.05.2008 Michael Schmidt

Die Franzosen Jean-Pierre Beltoise (1972) und Olivier Panis (1996) gewannen im Fürstentum ihre einzigen Grands Prix. Die heroische Siegesfahrt von B.R.M.-Pilot Beltoise 1972 dauerte zwei Stunden, 26 Minuten und 54 Sekunden. Damals wurde noch nicht wie heute nach zwei Stunden abgebrochen. Niki Lauda erinnerte sich: "Ich bin damals für March gefahren. Das Auto war eine Fehlkonstruktion und bei dem vielen Wasser, was runterkam kaum auf der Straße zu halten. Der Beltoise ist ein Mörderrennen gefahren, vor allem weil er von einem Unfall her einen steifen Arm hatte. Er war der einzige, der fehlerlos durchgekommen ist."

Slick-Poker mit wechselndem Erfolg

Keke Rosberg gewann 1983 als einsamer Kämpfer aus der Saugmotor-Liga gegen die Turbo-Armada. Er pokerte mit Slicks auf anfangs nasser Fahrbahn. Die Szene vor dem Start ist Rosberg noch so präsent, als wäre es gestern gewesen. "Das Team hat mich mit Slicks in die Startaufstellung rausgeschickt. Ich glaube, sonst hat es nur noch Marc Surer mit Slicks probiert. Wir waren also die einzigen, die abschätzen konnten, wie gut der Grip mit den profillosen Reifen war." Frank Williams erzählt weiter: "Ich habe Keke gefragt, ob man es mit Slicks riskieren könnte, und er meinte, dass die Fahrspur genug Grip biete. Da haben wir gepokert. Was blieb uns vom fünften Startplatz aus anderes übrig? Als die Strecke abtrocknete waren wir die Könige."

13 Jahre später funktionierte der Trick nicht. Williams rüstete 1997 die Autos von Heinz-Harald Frentzen und Jacques Villeneuve trotz nasser Piste mit profillosen Reifen aus, weil der in Manchester stationierte Wettermann für das Fürstentum trockene Fahrbahn prognostizierte. Stattdessen regnete es stärker, und beide Williams kreiselten in die Leitplanken. "Wir sahen aus wie Idioten", grummelt Patrick Head noch heute.

Prost vom Bellof und Senna gejagt

1984 rettete Rennleiter Jacky Ickx dem McLaren-Piloten Alain Prost den Sieg, nach dem bereits die jungen Löwen Ayrton Senna und Stefan Bellof griffen. Ickx winkte den Grand Prix nach Meinung aller Experten ein wenig zu früh ab. Der Vorsprung von Prost auf Senna betrug im Ziel nur noch sieben Sekunden. Niki Lauda war froh über den Abbruch: "Ich Depp hatte mich am Casino gedreht. Das hieß null Punkte. Durch den Abbruch nach 31 Runden bekam Prost als Sieger aber nur 4,5 statt neun Punkte. Später habe ich die Weltmeisterschaft um einen halben Punkt gegen Prost gewonnen..."

Auch in diesem Jahr spielte das Rennschicksal verrückt. Sieger Lewis Hamilton musste schon nach sechs Runden an die Box, weil er sich bei einem Leitplankenkuss in der Tabakkurve rechts hinten den Reifen aufgeschlitzt hatte. Das Team nutzte den unplanmäßigen Boxenstopp zum Volltanken. Aus der Auslaufrunde kehrte der Sieger mit einem Plattfuss rechts hinten zurück. Möglicherweise eine Spätfolge. Nach dem Rosberg-Crash lagen viele Trümmer auf der Bahn. Vielleicht hatte der McLaren mit der Startnummer 22 einen dieser Karbonsplitter aufgelesen.

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