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Montezemolo kritisiert Kritiker

"Wir haben mit offenen Karten gespielt"

Luca di Montezemolo Foto: Ferrari 11 Bilder

Mit der WM-Niederlage hat sich Ferrari-Chef Luca di Montezemolo mühsam abgefunden. "Red Bull hatte das bessere Auto." Was ihm immer noch aufstößt, ist Kritik an Ferraris Verständnis von Stallregie. Da kritisiert der Ferrari-Chef seine Kritiker.

21.12.2012 Michael Schmidt

Zwei Ereignisse schlagen bei den Fans immer noch hohe Wellen. Für viele war Ferraris absichtlich gebrochenes Getriebesiegel am F2012 von Felipe Massa ein Anschlag auf die Sportlichkeit. Ferrari brachte mit diesem Coup Fernando Alonso vom achten auf den siebten Startplatz, wichtiger noch aber auf die saubere Spur beim Start. "Und das hat 25 Meter bis zu ersten Kurve ausgemacht", rechtfertigt sich Rennleiter Stefano Domenicali. Felipe Massa rutschte dadurch vier Startplätze zurück. Es wären eigentlich fünf gewesen, aber da auch Romain Grosjean wegen eines Getriebewechsels nach hinten rückte, wurde Massa wieder ein Platz geschenkt. Auch er stand nach der Strafversetzung auf der sauberen Spur. Die Ferrari-Gegner schimpften: "Das ist schlechter Stil." Im Lager von Red Bull sprach man von "schmutzigen Tricks".

Mussten Fans klare Antwort geben

Auch nach dem WM-Finale in Brasilien geriet Ferrari ins Visier der Fairplay-Vertreter. Der italienische Rennstall fragte die FIA um ihre Meinung im Fall Sebastian Vettel. Der hatte angeblich unter gelber Flagge Jean-Eric Vergne überholt, ohne dass die Sportkommissare den Verstoß geahndet hätten. Eine Untersuchung ergab, dass Vettel alles richtig gemacht hat. Zwischen gelber und grüner Ampel wurde auch noch die grüne Flagge geschwenkt. Kurz danach hat der Weltmeister überholt. Ferrari musste sich vorwerfen lassen, ein schlechter Verlierer zu sein.

Luca di Montezemolo hat sich mit der WM-Niederlage abgefunden. Das war nicht immer so. "2010 fiel es mir schwerer, weil damals in Abu Dhabi das Gewinnen einfacher war als das Verlieren." Diesmal musste Ferraris oberster Dienstherr anerkennen: "Ich ziehe den Hut vor Red Bull. Sie hatten das bessere Auto. Wir konnten uns nur wegen unserer exzellenten Zuverlässigkeit ins Finale retten."

Die Kritik an seinem Rennstall will Montezemolo nicht unbeantwortet stehenlassen. Besonders der Vorwurf, Ferrari habe die Sportlichkeit mit Füßen getreten, stößt ihm sauer auf. Montezemolo erinnert sich an seine eigene Zeit als Rennleiter vor 38 Jahren. "Ich habe 1974 einmal einen möglichen Titel für Clay Regazzoni hergeschenkt, weil ich es nicht so gemacht habe. Meine Lehre daraus: Wer bei Ferrari angestellt ist, fährt nicht für sich selbst, sondern für das Team. Wenn einer der beiden Piloten eine Chance auf den Titel hat, muss ihm der andere im Rahmen der Regeln bedingungslos helfen. Wir haben in Austin nichts Verbotenes getan. Formel 1 ist wie Radsport Teamwork. Felipe konnte nichts mehr gewinnen. Es war klar, dass wir alle Karten auf Alonso setzen. Wir haben mit offenen Karten gespielt. Andere hätten in einem vergleichbaren Fall vielleicht irgendwelche Geschichten aufgetischt. Deshalb stehe ich zu unserer Position. Wir würden es wieder so machen." Chefstratege Neil Martin führt aus: "Unsere Simulationen hatten schon vor dem Rennen ergeben, dass wir nur mit dieser Maßnahme das Ergebnis optimieren konnten. Wäre unsere Fahrer von der schlechteren Seite gestartet, wären beide weiter hinten angekommen."

Auch den Vorwurf ein schlechter Verlierer zu sein, weil Ferrari bei Vettels angeblichem Überholmanöver unter gelber Flagge beim Weltverband FIA nachgekartet hatte, lässt Montezemolo nicht gelten: "Fans haben uns auf diesen Fall aufmerksam gemacht und uns Videos zukommen lassen, auf denen nicht eindeutig zu erkennen war, was genau passiert ist. Es war unsere Pflicht, die FIA um ihre Meinung zu fragen, um den Tifosi eine Antwort zu liefern. Dabei haben wir eines klar gestellt. Wie auch immer diese Meinung ausfällt, wir werden sie akzeptieren. Wir haben nicht mit Maßnahmen gedroht." Außerdem sei er es auch Fernando Alonso schuldig gewesen, bei der FIA nachzufragen. "Was für einen Eindruck hätte es bei unserem Fahrer gemacht, wenn sein Arbeitgeber nicht alles für ihn unternimmt?"

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