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Montezemolo mit Politik-Absage

Lieber Ferrari als Ministerpräsident

Montezemolo Ferrari Mondiali 2011 Mugello Foto: Ferrari

In Italien überschlagen sich die Medien. Kehrt Silvio Berlusconi auf den Sitz des Ministerpräsidenten zurück? Oder stürzt sich Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo nun doch in die Politik? Montezemolo erteilte seinen Anhängern eine versteckte Absage: "Nach meiner Familie kommt an erster Stelle Ferrari."

20.12.2012 Michael Schmidt

In Italien ist man sich einig. Es wäre die ganz große Chance für Luca Cordero di Montezemolo für das Amt des Ministerpräsidenten zu kandidieren, seit der Posten nach dem Rücktritt von Mario Monti zur Neuwahl ansteht. Tenor: Wenn Silvio Berlusconi von einer weiteren Amtszeit träumen darf, dann wäre das Land mit Luca di Montezemolo besser aufgestellt. Doch der Ferrari-Chef ziert sich. "Ich werde alles tun, um nicht kandidieren zu müssen", sagt der 65-jährige Italiener in einem Gespräch in Maranello mit  auto motor und sport.

Montezemolo ist Schwergewicht im Motorsport

Dann führt er aus: "Nach meiner Familie kommt an erster Stelle Ferrari. Ich gehe jeden Tag mit Freude zur Arbeit und habe das Glück, einen Traumjob mit Erfolg ausüben zu dürfen." Wäre das Amt des Ministerpräsident in den augenblicklich schwierigen Zeiten nicht eine Herausforderung für den Kämpfer Montezemolo? Der winkt ab: "Wenn ich für mein Land etwas Gutes tun will, kann ich das auch in einer anderen Funktion als der des Ministerpräsidenten tun."

Vielleicht hat der Ferrari-Chef ja auch eine ganz andere Lebensplanung. Di Montezemolo zählt neben Formel 1-Chef Bernie Ecclestone und FIA-Präsident Jean Todt zu den Schwergewichten im Motorsport. Ferraris-Präsident lässt keinen Zweifel darüber offen, was passieren muss, wenn Ecclestone wegen der Bestechungsaffäre in Deutschland angeklagt werden würde. "Ich hoffe für Bernie und die Formel 1, dass nichts passiert. Wenn doch Anklage erhoben werden würde, müsste Ecclestone zurückteten, um das Ansehen des Sports nicht zu beschädigen. Ich glaube, dass Bernie der erste wäre, der im Interesse des Sports seinen Hut nimmt." Könnte dieser Posten dann nicht von Montezemolo ausgefüllt werden? Der Mann mit den großen Gesten gibt sich diplomatisch: "Die Zeit der One-man-Show ist abgelaufen. Man muss die Aufgaben auf mehrere Köpfe verteilen. Die Welt wird sich in den nächsten fünf Jahren schneller ändern als in den letzten 20. Wir stehen vor großen Aufgaben und müssen uns jetzt schon die richtigen Fragen stellen."

Montezemolo hat die Fragen schon im Kopf: "Muss ein Grand Prix in der Sommerzeit immer um 14 Uhr starten, wenn die Leute lieber an den Strand gehen wollen? Was können wir tun, dass ich mir den Grand Prix auch außer Haus auf meinem Handy oder dem iPad anschauen kann? Müssen wir in Ländern Formel 1-Rennen fahren, die sich für den Sport nicht interessieren? Sollten wir der Formel 1 nicht wieder etwas mehr Flair zurückgeben? Als ich vor ein paar Jahren in Le Mans war, habe ich eine große Party gesehen. Ein Formel 1-Fahrerlager erinnert mich an die Wüste."

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