Felipe Massa kann ruhig schlafen. Zumindest bis zum Saisonbeginn am 13.März in Melbourne. Ab dann steht der Vize-Weltmeister von 2008 auf dem Prüfstand. Spekulationen, der Brasilianer könnte nach seinem enttäuschenden Jahr bereits für 2012 ausgetauscht werden, erteilt Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo eine Absage. "Ich erwarte von Felipe im nächsten Jahr eine starke Reaktion und bin mir sicher, er kommt zurück. Er war in der Vergangenheit zeitweise schneller als Kimi Räikkönen und Michael Schumacher. Das kann er nicht verlernt haben."
Mit dieser Aussage schwinden die Hoffnungen von Adrian Sutil, Massa Platz bereits in der kommenden Saison einzunehmen, auf Null. Ferrari wird den Vertrag des elffachen GP-Siegers respektieren. Für das Lager von Sutil ein klarer Fingerzeig, so schnell wie möglich mit den Alternativen handelseinig zu werden. Sonst sind auch die bereits vergeben.
Montezemolo gibt Massa Rückendeckung. "Unser Problem sind nicht die Fahrer. Wir brauchen ein konkurrenzfähiges Auto." Der Präsident entschuldigt das schwache Abschneiden seines Sorgenkinds. Nicht einmal zu einem Podestplatz hatte es gereicht. "Die Charakteristik des diesjährigen Fahrzeugs haben nicht zu seinem Fahrstil gepasst. Und Felipe stand mit den harten Reifen auf Kriegsfuß." Da schwingt die Hoffnung mit, dass sich das Reifenproblem von selbst löst. Pirelli wird in der kommenden Saison drei der vier Mischungen weicher machen.
Montezemolo lässt aber auch keinen Zwrifel daran, dass 2012 Massas letzte Chance zu Bewährung ist. "Wir sondieren den Fahrermarkt für 2013", sagt der Mann, der 1973 in Silverstone seinen Einstand als Ferrari-Rennleiter feierte. Und dann geht er ins Detail. "Es gibt das zwei gute, junge Deutsche." Gemeint sind offensichtlich Adrian Sutil und Nico Hülkenberg. "Auch unser Testfahrer Jules Bianchi ist ein Talent. Leider sind die Testfahrten so stark eingeschränkt, dass wir diese jungen Fahrer nicht mehr genügend Fahrgelegenheiten geben können. Deshalb bin ich für das dritte Auto und für mehr Testfahrten." Schließlich fällt auch der Name Robert Kubica. "Auch er ist eine Möglichkeit. Wir werden sehen müssen, wie er nach seinem Unfall zurückkommt."





