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Montezemolo über Fernando Alonso

"Der beste, den ich je gesehen habe"

Montezemolo und Alonso - Ferrari 2012 Foto: xpb

Das Klima zwischen Fernando Alonso und seinem Chef war nicht immer so gut wie zur Zeit. Während der Saison kritisierte Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo seinen Starpiloten, dass er mehr Teamplayer sein müsse. Jetzt ist aber wieder alles im Lot.

20.12.2013 Michael Schmidt

Ferraris Erfolg steht und fällt mit Fernando Alonso. Die drei Vize-Weltmeisterschaften seit 2010 gehen hauptsächlich auf das Konto der Fahrkünste des Spaniers. 2011 und 2013 lieferte Ferrari höchstens das dritt- oder viertbeste Auto ab. "Den zweiten Platz in der diesjährigen Fahrer-WM haben wir ganz klar Fernando zu verdanken", gibt Präsident Luca di Montezemolo zu. "Wir hatten in der zweiten Saisonhälfte nicht mehr das zweitbeste Auto. Red Bull war besser, viel besser."

Alonso das beste Gesamtpaket

Trotzdem musste Ferraris Chefstratege seinen Starpiloten mitten in der Saison zu einer Strafpredikt einbestellen. Alonso kritisierte zu deutlich das Auto und die eingeschlafene Entwicklung, und er machte den Eindruck, als wolle er weg. Zu Red Bull, zu Lotus, zu McLaren. "Alonso kann nicht weg", stellt Montezemolo klar. "Er hat mit uns einen Vertrag bis Ende 2016."

Und gegen wenn solle man Alonso im Fall McLaren eintauschen, scherzt Montezemolo. "Gegen Button? Er ist ein sehr guter Fahrer, aber nicht unbedingt unser Wunschpilot für die Zukunft." Der 66-jährige Ferrari-Chef weiß, was er an seiner Nummer eins hat. "Wenn ich alles zusammenzähle, Speed, Rennintelligenz und Fehlerquote, dann ist Fernando der beste Fahrer, den ich je gesehen habe. Ich sage das bei allem Respekt vor Michael Schumacher."

Alonso muss mehr Teamplayer in der Krise sein

Doch Ferraris Chefpilot hat auch seine Schwächen. Er ist nicht der beste Motivator im Team, wenn es schiefläuft. Da verbreitet er schnell schlechte Stimmung. Genau das hat Montezemolo an dem 32-jährigen Doppel-Weltmeister gestört. "Fernando will unbedingt gewinnen. Er denkt Tag und Nacht darüber nach. Er war frustriert, weil er wieder kein Siegerauto hatte. Das kann ich verstehen, aber er darf es nicht zeigen. Ich habe ihm gesagt: Ich bin noch viel mehr frustriert als du. Aber es ist leicht zum Team zu stehen wenn man gewinnt. Wahre Größe zeigt sich erst in der Niederlage. Michael Schumacher hat das vier Jahre lang mit uns durchgemacht, bevor er zum ersten Mal mit uns Weltmeister geworden ist."

"Ich mag Vettels Art"

Dann wird Luca di Montezemolo wieder eine Lobeshymne für Sebastian Vettel los. "Ich mag ihn und seine Art. Er ist sehr, sehr schnell, sehr konzentriert, hat eine positive Ausstrahlung, macht keine Politik, und er hat keinen Manager." Die beiden letzten Punkte sind eine Spitze gegen Alonso. Der Präsident gibt für die Verwerfungen unter der Saison nicht nur seinem Fahrer die Schuld, sondern auch seinem Umfeld. "Fernando nutzt die Leute um ihn herum, um seine Interessen zu vertreten."

Vettel komme für Ferrari in nächster Zeit genauso wenig in Frage wie Lewis Hamilton, an dem Montezemolo schätzt, dass er "ein unheimlicher Kämpfer", ist. Bis 2016 jedoch ist die Nummer-eins Position bei Ferrari gesetzt: "Von allen Problemen, die wir haben, ist das unserer Fahrerbesetzung das geringste."

Dann verrät Montezemolo noch, dass er vor ein paar Jahren kurz davor stand, Robert Kubica zu verpflichten. "Es ist eine Tragik, dass ihm sein Rallyeunfall dazwischen kam." Montezemolo erkundigt sich bei Rennleiter Stefano Domenicali, wie weit die Verhandlungen damals fortgeschritten waren. "Hatten wir einen Vertrag, ein Handschlagabkommen mit Kubica?" Domenicali bedauert: "Nein, aber wir waren nah dran." Da lacht sein oberster Dienstherr: "Nichts in der Hand? Also waren wir weit weg."

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