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Montoya mault über McLaren

Foto: dpa 70 Bilder

Juan Pablo Montoya war mit der Renntaktik von Teamchef Ron Dennis beim großen Preis von Australien alles andere als einverstanden. Wo der Kolumbianer gerade in Geberlaune ist, bekam auch Teamkollege Kimi Räikkönen noch sein Fett weg.

04.04.2006 Markus Stier

Der Frust sitzt tief bei Juan Pablo Montoya. Endlich ist er einmal schneller als Teamkollege Kimi Räikkönen, kommt aber nicht vorbei. Zu allem Überfluss muss er sich auch noch beim Tankstopp hinter Räikkönen anstellen und steht am Ende mit leeren Händen da.

Besonders die Renntaktik seines Teams erweckt den Zorn des Kolumbianers: "Ich war schockiert. Als wir die Boxenstopps direkt hintereinander gemacht haben, hätten wir beide Autos auf dem Treppchen haben können, stattdessen entschieden sie, Kimis Frontflügel zu wechseln", sagte Montoya gegenüber der britischen "Autosport".

Sechs Punkte verloren

Tatsächlich kamen beide McLaren in der Safety-Car-Phase nach Michael Schumachers Unfall in Runde 35 gleichzeitig an die Box. Der lange Stopp durch den Wechsel von Räikkönens Frontflügel kostete den Finnen vorübergehend Rang zwei, der drittplatzierte Montoya, der dahinter auf seine Abfertigung warten musste, fiel auf Rang sechs zurück.

Montoya führte ein klärendes Gespräch mit Teamchef Ron Dennis, bleibt aber bei seiner Meinung: "Ron meint, Kimi hätte gewinnen können, aber am Ende hat er nicht gewonnen. Stattdessen endet er auf einem zweiten Platz und ich komme nicht ins Ziel. Das hat uns in der Konstrukteurswertung sechs Punkte gekostet."

Montoya: "Was sollte das bringen?"

Montoya verlor das Duell gegen Räikkönen beim Start, als er den Finnen attackierte, aber abgedrängt wurde. "Das hat er schon beim letzten Rennen gemacht. Er drängte mich ab und hat das Gleiche hier gemacht. Aber ich hocke jetzt nicht da und heule." Montoya glaubt, dass er 2006 in einer deutlich besseren Position gegenüber Räikkönen ist als im Vorjahr und der Teamkollege deshalb auf der Piste mit härteren Bandagen boxe.

So gibt ihm Montoya abseits der Strecke einen verbalen Schwinger mit: "Kimi ist der Held der letzten Runde. Er fuhr die schnellste Runde des Rennens, eine halbe Sekunde schneller als alle anderen Runden, die er zuvor gefahren ist. Also entweder war er vorher lahm, oder mit den Gedanken woanders. Wozu sollte das gut sein? Vielleicht, um in der letzten Runde noch abzufliegen?"

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