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Montoya

Zur Strafe von ganz hinten

Foto: dpa

Der Unfall im vierten freien Training zum Großen Preis von Monaco hat ein Nachspiel: Die Renn-Stewards gaben McLaren-Mercedes-Pilot Juan-Pablo Montoya die Schuld an der Auslösung des Unfalls am Morgen und verfügten eine Streichung seiner Qualifikationszeiten. Damit muss Montoya das Rennen aus der letzten Startreihe in Angriff nehmen.

21.05.2005

Montoya befand sich nach eigener Darstellung auf einer schnellen Runde, als Toyota-Pilot Ralf Schumacher bei der Ausfahrt aus der Box den Kolumbianer behinderte. Der McLaren-Mercedes-Pilot überholte nach Feststellung der Rennkommissare Ralf Schumacher auf der Bergauf-Passage zum Casino und verzögerte dann hart.

Das als Brake-Testing im Rennsport wohl bekannte Manöver löste eine Drei-Wagen-Kollision zwischen David Coulthard, Ralf Schumacher und Jacques Villeneuve aus: Weil Ralf Schumacher hinter Montoya in die Eisen gehen musste, verzögerte auch Red-Bull-Pilot David Coulthard extrem hart. Der von hinten herannahende Sauber-Pilot Jacques Villeneuve überriss die Situation zu spät und krachte Coulthard ins Heck, woraufhin sich der Schotte in den Toyota von Ralf Schumacher hineindrehte.

Montoya: Von 280 auf 86 km/h

Der Vorfall hatte zum Abbruch des vierten freien Trainings geführt, die Autos von Coulthard und Villeneuve wurden bei dem Unfall stark beschädigt. Coulthards Auto musste für das Qualifikationstraining komplett neu aufgebaut werden, außer dem Chassis und dem Motor mussten nahezu alle relevanten Bauteile ausgetauscht werden.

Die FIA-Rennkommissare Nazir Hoosein, Mumtaz Tahincioglu und Christian Calmes sichteten die verfügbaren Videobeweise und bestellten alle vier beteiligten Piloten zum Gespräch ein. Die Auswertung der Telemetrieaufzeichnungen des McLaren-Teams ergab, dass Montoya am Ende der Bergauf-Passage vor dem Casino seinen McLaren auf 86,4 km/h herunterbremste, während er in seiner schnellsten Runde die gleiche Stelle mit einer Topspeed von 278,3 km/h durchfuhr. Aus diesem Grund unterstellten die Rennkommissare, dass allein Juan-Pablo Montoya für die Auslösung des Unfalls verantwortlich sei und verfügten die Streichung seiner Qualifikationszeiten.

Ralf Schumacher: "Extrem gefährlich"

Ralf Schumacher hatte kein Verständnis für die Aktion des Kolumbianers: „Monaco ist der falsche Ort für Racheaktionen. Alle Formel 1-Fahrer sind irgendwann einmal verstimmt, weil man sich aufgehalten oder behindert fühlt. Aber auf einer superengen Rennstrecke wie in Monte Carlo sollte man darauf auf keinen Fall mit einem Bremsentest auf der Geraden reagieren, das ist extrem gefährlich."

Schumacher verunfallte am Mittag gleich noch einmal, ohne Feindeinwirkung verstümmelte er seinen Toyota in der Tabac-Kurve und klagte anschließend über Kopfschmerzen. Die Kontrahenten Schumacher und Montoya dürfen über das Erlebte vom Samstag (21.5.) eine Nacht schlafen, dann sehen sie sich beide in der letzten Startreihe wieder.

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