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Motor-Deadline rückt näher

Vier Teams zittern um Motoren

Red Bull - GP Russland - Sochi - Donnerstag - 8.10.2015 Foto: ams 11 Bilder

Ende Oktober wissen 4 der 11 Teams immer noch nicht mit absoluter Sicherheit, welche Motoren sie 2016 fahren. Für die Chassis-Konstrukteure ist die Frist eigentlich schon abgelaufen. Nie war die Situation so ernst wie im Moment.

31.10.2015 Michael Schmidt

Bei 4 der 11 Teams schrillen die Alarmglocken lauter denn je. Normalerweise beginnen die Chassis-Konstrukteure spätestens im Mai mit dem Design der neuen Autos. Doch Ende Oktober wissen Red Bull, Toro Rosso, Lotus und Manor noch nicht Bestimmtheit, welche Motoren sie im nächsten Jahr fahren.

Bei den Hybrid-Antriesquellen ist es nicht so einfach, einen Motor gegen einen anderen zu tauschen. Jedes der 4 Triebwerke im Angebot hat seine eigene Architektur und sein eigenes Kühlpaket. Und das hat massiven Einfluss auf die Konstruktion des Autos.

Red Bull und Toro Rosso haben sich an die Hiobsbotschaften gewöhnt. In der Theorie haben die beiden Teams bereits jeden Motor im Heck gehabt. In der Praxis haben sie nichts in der Hand. Red Bull konzentrierte sich zuletzt auf Honda, wo man aber auf massiven Widerstand von McLaren stößt. Ron Dennis will sein Veto-Recht nicht aufgeben. Bernie Ecclestone versucht zu vermitteln.

Honda in Motor-Gesprächen mit Red Bull

McLaren versucht von dem Veto dadurch abzulenken, indem man behauptet, Honda habe gar nicht die Kapazitäten zwei Teams zu beliefern. Honda-Rennleiter Yasuhisa Arai will das nicht bestätigen. Auf die Frage, ob Honda 2016 ein zweites Team mit Motoren versorgt, meinte der Japaner schwammig: "Wir wurden von einem Team angesprochen. Die Diskussionen laufen. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. Ich wiederhole mich, wenn ich sage: Wir sind gegenüber allem offen." Hört sich so einer an, der nicht in der Lage ist, zwei Teams auszurüsten?

Red Bull weiß, dass Honda eine unsichere Karte ist. Ist deshalb eine Rückkehr zu Renault die letzte Option? "In unserer Situation ist alles eine Option", antwortet Teamberater Helmut Marko. Daniel Ricciardo schließt aus dem Bemühen seiner Chefs, dass es auf jeden Fall weitergeht. "Es sei denn, keiner gibt uns einen Motor."

Angeblich hat die Sportabteilung von Renault ein Vertragskonzept aufgestellt, wie man mit Red Bull in wilder Ehe noch ein Jahr weiterleben könnte. Das würde die Österreicher aber empfindlich mehr kosten. Und dann müssten noch Konzernchef Carlos Ghosn und Red Bull-Häuptling Dietrich Mateschitz zustimmen.

Da den Teams die Zeit davonläuft, ist es denkbar, dass bei einem positiven Bescheid Red Bull und Toro Rosso mit Renault-Power fahren. Oder Red Bull den alten Ferrari-Motor nimmt und Toro Rosso den Renault. Weil das A-Team eher in der knappen Zeit auf einen anderen Motor reagieren kann.

Lotus wird mit jedem Tag nervöser

Es ist aber noch gar nicht gesagt, ob Renault überhaupt in der Formel 1 bleibt. Lotus hat immer noch keine Zusage aus Paris. Je länger es dauert, umso nervöser wird man in Enstone. Die Ingenieure arbeiten an zwei Projekten. Einem Lotus mit Renault-Power und als Absicherung einem Lotus-Mercedes. Die Pläne dafür liegen seit dem Tag in der Schublade, an dem Renault seine Kaufoption angekündigt hat.

Manor hat am 1. Oktober seinen Mercedes-Vertrag unterschrieben. Der aber beinhaltet eine Klausel, dass Mercedes bei einem Besitzerwechsel aussteigen kann. So wollte man sich dagegen absichern, dass sich Red Bull durch die Hintertür Mercedes-Power kauft. Mittlerweile kommt es bei Manor zu Turbulenzen. Besitzer Stephen Fitzpatrick will sich von seinen Teamchefs John Booth und Graeme Lowdon trennen. "Sie sind die Seele dieses Teams", sagt Mercedes-Teamchef Toto Wolff.

Man hört auch, dass Fitzpatrick sein Team verkaufen will. Angeblich gibt es zwei Interessenten. Das Angebot ist durchaus attraktiv. Motoren von Mercedes, Getriebe von Williams, Geld von Bernie Ecclestone. Ein Besitzerwechsel würde Mercedes die Gelegenheit geben, seinen Vertrag zu überdenken. Das käme dann gelegen, wenn plötzlich Lotus wieder um die Ecke biegt. Mehr als acht Autos kann Brixworth nicht ausrüsten.

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