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Formel 1-Motor 2013

Renault arbeitet längst am Vierzylinder

Renault F1 Foto: xpb 19 Bilder

Für Renault begann die Saison mit einem dritten Platz. Der Rennstall ist seit diesem Jahr zu 100 Prozent in privater Hand. Trotzdem gibt das Werk noch rund 100 Millionen Euro für die Formel 1 aus. Vor allem die Motorenentwicklung läuft auf Hochtouren.

31.03.2011 Michael Schmidt

Es war ein Einstand nach Maß. Ein Podestplatz, gleich zu Saisonbeginn. Zwölf Monate zuvor war Renault mit null Punkten in die Saison gestartet. Dass Vitaly Petrov unter den ersten Drei ins Ziel kam, überrascht umso mehr. Eigentlich hatte man Nick Heidfeld dieses Ergebnis zugetraut. Da fragten sich einige: Wo wäre Renault jetzt, wenn Robert Kubica in diesem Auto sitzen würde?

Renault ist seit diesem Jahr nicht mehr offiziell Renault. Der Rennstall gehört zu 100 Prozent der Investmentfirma Genii Capitals. Besitzer ist ein gewisser Gerard Lopez. Der will zwar Anteile an Hauptsponsor Lotus veräußern, doch solange von dort kein Geld fließt, wird er auf seinen Aktien sitzenbleiben. Renault gibt nur noch Motoren, seinen Namen und etwas Geld. Der Vertrag mit dem Team läuft über drei Jahre.

Renault muss Kosten senken

Das Motorenbudget in Viry-Chatilon beträgt 65 Millionen Euro. "Vor nicht allzu langer Zeit haben wir für die Motoren 120 Millionen und für das ganze Team 220 Millionen ausgegeben", berichtet Kommunikationschef Jean-Francois Caubet. Insgesamt investiert der viertgrößte Autohersteller 100 Millionen in die Formel 1. Zum Bau und Service der Motoren kommen ein Entwicklungsetat von 15 Millionen und Marketingkosten von 20 Millionen Euro. "Der Gegenwert durch die Werbeplattform Formel 1 beträgt 300 Millionen", rechnet Caubet vor.

In Viry-Chatilon arbeiten 250 Angestellte. Dazu kommen 50 Leute von Mecachrome, wo die Motoren gewartet werden. Mit Red Bull und Lotus hat man zwei weitere Kunden. Das bedeutet insgesamt 48 Motoren im Umlauf. Renault ist zusammen mit Ingenieuren aus der Teamzentrale Enstone auch für die Entwicklung und den Einsatz von KERS zuständig. Red Bull bekommt Komponenten, Lotus wird bei Bedarf das ganze System angeboten. Doch Neukunde Lotus ist für KERS noch nicht bereit.

Vierzylinder für 2013: Es gibt kein Zurück

Renault zählt zu den Herstellern, die das von der FIA vorgestellte Motorenreglement für 2013 unterstützen. Also Vierzylinder-Turbos mit 1,6 Liter Hubraum, Direkteinspritzung und KERS. "Wir arbeiten bereits an diesem Motor", verrät Motorenchef Rob White. Es gibt kein Zurück mehr. Renault ist überzeugt: "Es werden nur neue Hersteller in die Formel 1 kommen, wenn es ein neues Motorenformat gibt."

White beruhigt alle, die sich um den Sound Sorgen machen: "Der neue Motor wird auch Lärm machen. Die Motorrad-Triebwerke drehen auch um die 12.000/min und hören sich gut an." Testfahrten auf der Strecke mit dem Renault-Vierzylinder sind nicht vor 2013 geplant. "Es macht wenig Sinn, dafür eigens ein Hybridauto zu bauen. Für 2013 ändern sich ja nicht nur die Motoren", so White, "sondern auch für die Autos gibt es komplett neue Regeln."

2011 ist ein Auspuff-Jahr

White hat im Augenblick alle Hände voll zu tun. Eine Abteilung entwickelt mit Blickrichtung Zukunft, die andere betreut die Kundenwünsche. Drei unterschiedliche Auto-Konzepte bedeuten drei unterschiedliche Auspuffsysteme. Und natürlich sitzen die Motoreningenieure immer mit im Boot.

"2011 ist ein Auspuff-Jahr", lächelt White gequält. "Diese Entwicklung wurde schon im letzten Jahr eingeläutet. Heute muss der Motor der Aerodynamik helfen." Manchmal unter Schmerzen aus Sicht der Motorenbauer. "Ein so langer Auspuff wie im Renault R31 kann bis zu drei Prozent Leistung kosten", führt White aus.

Renault kann mit Leistungsdefizit leben

Mit der ständigen Kritik aus dem Lager von Red Bull, der Renault-V8 hätte im Vergleich zur Konkurrenz zu wenig Leistung, kann White leben: "Wir haben nicht den stärksten Motor, aber es gibt ja auch noch andere Disziplinen, die für die Rundenzeit eine Rolle spielen. Zum Beispiel die Fahrbarkeit. Wir haben viel Arbeit investiert, um die Motorcharakteristik für unsere Fahrer maßzuschneidern."

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