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Motor-Reform verletzt Statuten

Kippt Ecclestone den Vierzylinder?

BMW Motor Foto: Daniel Reinhard 41 Bilder

In der Motorenfrage ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Bernie Ecclestone versucht mit Hilfe der Teams den Plan der FIA, ab 2013 Vierzylinder-Turbos vorzuschreiben zu kippen. Er will das Gremium einschalten, das sein Gegenspieler Jean Todt übergangen hat. Die Formel 1-Kommission soll darüber abstimmen.

11.06.2011 Michael Schmidt

Am Freitag trommelte Bernie Ecclestone alle Teamchefs in Montreal zusammen. Einziges Thema: Die von der FIA angekündigte Motorenreform, bei der Vierzylinder-Turbos den aktuellen Achtzylinder ablösen sollen. FIA-Präsident Jean Todt möchte die neuen Motoren 2013 einführen. Bernie Ecclestone will das verhindern. Mercedes, Ferrari und Cosworth bitten um einen Aufschub bis 2015. Nur Renault unterstützt den FIA-Zeitplan.

Mallya fehlt bei Abstimmung

Jean Todt beruft sich darauf, dass der FIA-Weltrat das Motorenreglement für 2013 bereits im Dezember 2010 abgesegnet habe. Auf der jüngsten Weltratsitzung des Verbandes wurde diese Entscheidung bestätigt. Allerdings mit hauchdünner Mehrheit. 13 der 26 Delegierten stimmten für, zwölf gegen den FIA-Plan.

Einer fehlte. Force India-Besitzer Vijay Mallya befand sich bei der Abstimmung nicht im Sitzungssaal. Der indische Milliardär telefonierte auf dem Gang mit seiner Heimat um herauszufinden, ob ein Grand Prix von Indien am 11. Dezember überhaupt möglich gewesen wäre. Dabei stellte sich heraus, dass es zu dieser Zeit in direkter Umgebung der Rennstrecke kaum freie Hotelzimmer gegeben hätte.

Ecclestone will Achtzylinder behalten

Für Bernie Ecclestone ist die Schlacht um den Verbleib der V8-Motoren noch nicht verloren. Sein Ansatzpunkt ist das Procedere bei der ursprünglichen Entscheidung des Weltrats im vergangenen Dezember. Damals hatte sich die FIA nicht an die Statuten des Concorde Abkommens gehalten.

Demnach müssen Änderungen zum technischen Reglement zuerst in der Technischen Arbeitsgruppe besprochen und dann von der Formel 1-Kommission als Vorschlag an den Weltrat abgesegnet werden. Todt umging beide Gremien. Die FIA argumentiert damit, dass das Concorde Abkommen Ende 2012 ausläuft, die Entscheidung aber die Zeit danach betreffe und man sich deshalb nicht an das übliche Procedere gebunden fühle.

Ecclestone will F1-Kommission bemühen

Ecclestone will nun im Verbund mit den Teams den Gang durch alle Gremien antreten. "Es muss eine Abstimmung in der Formel 1-Kommission geben", sagte der 80-jährige Engländer in Montreal. Dort ist die Mehrheit eher gegen die Motorenreform. Oder zumindest für eine Verschiebung. 

Bis Ende Juni haben die Gegner des Vierzylinders noch Zeit. Das ist die letzte Frist, per Fax-Votum die Weltratentscheidung umzuwerfen. Ferrari ist strikt gegen die neue Motorenformel. Angeblich zieht Maranello sogar eine Klage wegen Verletzung der Statuten in Betracht, sollte Jean Todt seinen Plan über alle Köpfe hinweg durchpeitschen.

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