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Motoren-Hersteller raufen sich zusammen

Im Streit um die Motoren-Formel der Zukunft haben sich die Hersteller-Vertreter nun doch zusammengerauft.

25.07.2004

Bei einem Meeting in Hockenheim einigten sich die Sportchefs von BMW, Ferrari, Ford, Honda, Mercedes, Renault und Toyota auf folgende Formel: 2005 sollen noch die bisher geltenden Regeln (V10, drei Liter Hubraum) beibehalten werden. Zu Beginn der Saison 2006 will man dann auf V8-Triebwerke mit 2,4 Litern Hubraum umsteigen.

Diesen Vorschlag wollen die Hersteller jetzt dem FIA-Präsidenten Max Mosley unterbreiten. Der Brite hatte ein Ultimatum gestellt. "Bis Anfang September haben die Teams und Hersteller Zeit, vernünftige Vorschläge zur Kostenreduzierung und zur Verbesserung der Sicherheit einzureichen“, hatte Mosley angekündigt. Sollte dies nicht der Fall sein, so werde die FIA ihre eigenen Pläne diktatorisch durchsetzen.

Sportchefs mit einhelliger Meinung

Die bereits sehr detailliert ausgearbeiteten Pläne hat die FIA bereits vorgestellt. Wichtigster Punkt in diesem Arbeitspapier: Hubraum und Zylinderzahl soll bereits für 2005 beschränkt werden.

Sollten diese FIA-Pläne wirklich Realität werden, so wäre dies keineswegs ein Beitrag zur Kostensenkung. Im Gegenteil: Die Motoren für 2005 sind ja bereits fertig und wären bei einer kurzfristigen Reglementsänderung ein Fall für die Schrottpresse. "Der Vorlauf für eine Regeländerung sollte mindestens 18 Monate betragen“, fordert BMW-Sportchef Mario Theissen. "Wenn diese kürzer ausfällt, kostet uns das eine Menge Geld. Unser Motor für 2005 läuft ja bereits auf dem Prüfstand.“

Mercedes-Sportchef Norbert Haug ist der gleichen Meinung. Im Übrigen gibt er zu bedenken: "Durch die Ein-Motoren-Regel hat bislang keiner der Hersteller Geld gespart.“ Honda-Motorenchef Otmar Szafnauer nickt zustimmend: "Wenn die Motoren in Zukunft eine Standzeit von 1.600 Kilometern, also zwei Rennwochenenden, haben müssen, so bedeutet das, das wir pro Jahr vielleicht 18 Motoren weniger bauen. Diese Ersparnis wird aber wieder aufgezehrt durch die Kosten für zusätzliche Entwicklungsarbeit und zusätzliche Testfahrten.“

Honda wehrt sich gegen Mercedesvorschlag

Höflich verpackt, übt Norbert Haug Kritik an der FIA: "Man sollte nicht die kostspieligste Art, 900 PS zu erzielen, durch die kostspieligste Art, 700 PS zu erzielen, ersetzen.“ Mit seiner Idee, großvolumige Motoren einzusetzen, deren Leistung aber beispielsweise durch Drehzahlbegrenzer beschränkt wird, konnte sich Haug bei seinen Kollegen im Hersteller-Gremium nicht durchsetzten. Der Mercedes-Vorschlag scheiterte vor allem auch am erbitterten Widerstand von Honda in dieser Frage: "Wir wehren uns gegen alle technologischen Beschränkungen“, stellte Honda-Mann Szafenauer klar. "Unter solchen Umständen wäre die Formel 1 ja keine Herausforderung mehr für unsere Ingenieure.“

Lediglich Ferrari hatte einen Umstieg auf die 2,4-Liter-Formel bereits für 2005 befürwortet. Motorenchef Paolo Martinelli meinte etwas verschwommen, "diese Regel könnte in ein oder zwei Jahren in Kraft treten.“ Einige im Fahrerlager meinten daraus ableiten zu können, dass Ferrari bereits einen V8 auf dem Prüfstand testet und somit über einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den anderen Hersteller verfügt.

Einig sind sich Motorhersteller darin, dass es nicht die Triebwerke sind, die für eine Verbesserung der Rundenzeiten um rund drei Sekunden verantwortlich sind: "Das geht klar auf das Konto von Aerodynamik und Reifen“, sagt BMW-Mann Theissen stellvertretend für alle. "Schließlich mussten wir in diesem Winter ja die Aufgabe der Laufzeitverdoppelung lösen."

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