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Motoren-Misere in der Formel 1

Geht Red Bull leer aus?

Red Bull - GP Italien 2015 Foto: Red Bull 61 Bilder

Die Strategiegruppe der Formel 1 hat über Motorenpreise und die Verteilung unterschiedlicher Spezifikationen an Kunden diskutiert. Das größte Problem wird aber auch sie nicht lösen können. Red Bull und Toro Rosso suchen einen Motor-Lieferanten. Doch Mercedes und Ferrari befinden sich am Rande ihrer Kapazität.

16.09.2015 Tobias Grüner

Vielleicht ist es die späte Rache von Red Bull-Chef Dietrich Mateschitz. Seine zwei Teams stehen im Augenblick ohne Motoren da. Und die Lage auf dem Motorenmarkt ist so prekär, dass Red Bull am Ende das Opfer sein könnte.

Das würde der Kritik von Mateschitz an der Hybrid-Formel am Ende noch Recht geben. Die Technologie ist so kompliziert, dass Renault und Honda daran scheitern. Und dass Mercedes und Ferrari aus Kapazitätsgründen kaum in der Lage sind, die restlichen Teams zu beliefern.

In der Sitzung der Strategiegruppe am Montag (14.9.2015) wurde auch über Motoren gesprochen. FIA-Präsident Jean Todt will die Kosten senken. Er schlägt eine Obergrenze von 12 Millionen Euro für neue und 8 Millionen für alte Motoren vor.

Die Kunden würde das freuen. Mercedes und Ferrari sind auf dem Ohr taub. Sie pochen auf laufende Verträge und wollen andere Teams wenigstens kostendeckend beliefern. Und damit kosten die Motoren, was sie eben kosten. 17 Millonen Euro aufwärts. Je nach Vertrag.

Manor profitiert von Ausnahmeregelung

Es wurde auch darüber diskutiert, ob Motorenhersteller Antriebseinheiten älteren Datums unter die Kunden streuen dürfen. Bis jetzt ist das verboten. Jeder Kunde muss die gleiche Spezifikation erhalten. So wollte die FIA eine Zweiklassengesellschaft unterbinden.

Für Manor gilt aktuell eine Ausnahmeregelung. Und auch nur für diese Saison. Alle anderen Teams haben vorher zugestimmt, dass Ferrari Manor mit 2014er Einheiten versorgen darf.

Um das 2016 zur Regel werden zu lassen, müssten alle Beteiligten dafür stimmen. Für kurzfristige Reglementsänderungen gilt Einstimmigkeit. Mercedes kann das Ergebnis egal sein. Die Motorenschmiede aus Brixworth wird seine Kunden so oder so gleichwertig beliefern.

Es kann höchstens einmal wie in Monza vorkommen, dass der Werksrennstall die letzte Ausbaustufe ein paar Rennen früher bekommt als der Rest. Laut Teamleitung macht das im Moment aber nur einen Unterschied von zwei Zehnteln aus. Zwei Motorprogramme mit alten und neuen Motoren ist laut Mercedes ein logistischer Overkill.

Red Bull hat keine Eile

Mercedes hat bereits kund getan, dass man mit seiner Mannschaft in Brixworth maximal 4 Teams beliefern kann. Inklusive dem eigenen. Bleibt Lotus an Bord, ist kein Platz frei. In diesem Fall müsste Ferrari 6 Teams beliefern: Sich selbst, Sauber, Haas F1, Manor und die beiden Red Bull-Teams.

Nach unseren Informationen wäre das für Maranello mindestens ein Team zu viel. Und das könnte sich negativ im Kampf gegen Mercedes auf der Rennstrecke auswirken. Bleibt noch die Frage, welche Spezifikation an wen geht. Nur Träumer glauben, dass Red Bull immer gleiches Material bekommt wie das Werksteam.

Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es noch keine konkreten Verhandlungen mit Red Bull. Die Mannschaft in Milton Keynes mag im Dezember in der Lage sein, sein Auto auf den Ferrari-Motor zu adaptieren. Ferrari und Mercedes können aber nicht im Dezember die Entscheidung treffen, ihr Kontingent um ein oder zwei Teams aufzustocken.

Kurbelwellen, Turbolader oder Elektromotor bestellt man nicht einfach so im Handumdrehen. Die wichtigen Komponenten haben teilweise eine Vorlaufzeit von 4 Monaten.

Red Bull machte in Monza nicht den Eindruck, dass man die Motorenfrage möglichst schnell lösen wolle. Bis jetzt gab es mit den möglichen Motorenpartnern nur lose Gespräche. Verschwörungstheoretiker schließen daraus, dass Red Bull der Formel 1 am Ende die Pistole auf die Brust setzen wird. Entweder wir bekommen, was wir wollen, oder ihr habt 2 Teams weniger.

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