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Motoren-Streit eskaliert

"Mercedes sollte Konkurrenz nicht fürchten"

Williams - Technik - GP Russland 2014 Foto: ams 11 Bilder

Ferrari will, dass die Motorenentwicklung gelockert wird. Mercedes behauptet, das sei zu teuer. Renault sagt, die Kosten hängen von der internen Logistik ab. Und Red Bull-Teamchef Christian Horner kann nicht verstehen, warum Mercedes den Ferrari-Vorstoß blockiert: "Sie sollten sich vor Konkurrenz nicht fürchten."

18.10.2014 Michael Schmidt

Der Status Quo: Ferrari beantragt, dass die Motorenentwicklung gelockert wird. Auf eine zusätzliche Entwicklungsrunde bis Ende Juli, mit acht extra Token und dem Übertrag von maximal 5 Token, die im Winter nicht verbraucht wurden. Zur Erklärung. Jede Modifikation wird mit einem bis drei Token bewertet. Insgesamt sind im ersten Winter 32 erlaubt. Renault unterstützt den Vorstoß von Ferrari.

Streit um F1-Motor-Entwicklung festgefahren

Um das für 2015 durchzudrücken, braucht es bei dem nächsten Treffen der Formel 1-Kommission ein einstimmiges Votum. Mercedes-Teamchef Toto Wolff kündigte in Sochi an: "Wir werden dagegen stimmen."

Jetzt fragen sich Ferrari und Renault, warum Mercedes dann bei einer Sitzung in Singapur zunächst eine Zusage gegeben hat. Wolff kontert: "Wir wurden überrumpelt. Zunächst wollten wir dem Vorschlag nicht prinzipiell im Weg stehen. Aber die Stabilität im Reglement ist wichtig. Wir haben Regeln, und die kann man im Oktober nicht einfach übers Knie brechen."

Aufsichtsratschef Niki Lauda formuliert es noch brutaler: "Wenn es wirklich so wäre, dass wir jetzt anders denken als bei der Umfrage in Singapur, dann sage ich: Dann haben wir in Singapur einen Fehler gemacht. Wir haben nachgerechnet und sind darauf gekommen, dass wir unsere Kunden nicht gleichwertig beliefern können, und schon gleich gar nicht zum gleichen Preis, wie von Bernie gefordert."

Taschenrechner für Ferrari

Der Streit entzündet sich an den Kosten und der Gleichbehandlung der Kunden. Bernie Ecclestone hatte den Herstellern mitgeteilt, dass die Verlängerung des Entwicklungsfensters nur in Frage kommt, wenn die Kunden nicht mehr Geld für ihre Motoren bezahlen müssen. Mercedes argumentiert, dass die Kosten um 20 Prozent steigen. Nach Angaben von Ferrari entstehen keine extra Kosten.

Renault-Einsatzleiter Remi Taffin differenziert: "Das hängt ganz davon ab, wie man die Entwicklung intern organisiert hat. Unsere Ingenieure arbeiten so oder so rund um die Uhr. Wir entwickeln ständig weiter. Im Bereich Zuverlässigkeit ist es ja erlaubt. Wer einen Plan B braucht, wird mehr investieren müssen."

Toto Wolff kann die Ferrari-Rechnung nicht nachvollziehen: "Wir entwickeln, produzieren und liefern an unsere Kunden. Wenn ein zweiter Entwicklungszyklus und neue Spezifikationen dazukommen, betreibe ich diesen Aufwand ein zweites Mal. Es ist aus unserer Sicht unmöglich, das kostenneutral darzustellen. Vielleicht sollten wir Ferrari einen Taschenrechner schicken."

Honda will keine Übernahme alter Token

Bei Renault läuft die Entwicklung für 2015 zunächst einmal so weiter, dass alle Modifikationen beim Saisonstart 2015 in Melbourne in den Motoren integriert sein werden. Wenn bis zur FIA-Weltrat-Sitzung im Dezember doch noch für eine Lockerung der Regel gestimmt werden sollte, dann würden alle zusätzlichen Änderungen bis Ende Juli eben erst ab der dritten der fünf Antriebseinheiten eingebaut.

Red Bull-Teamchef Christian Horner appelliert an Mercedes, die Blockadehaltung aufzugeben. "Man muss hier eigene Interessen zurückstellen und sich für das entscheiden, was dem Sport hilft. Nach unserer Meinung wird es nicht viel teurer, und es wird auch nicht die Kunden treffen. Diese Technologie ist noch sehr neu. Also sollten alle die Chance bekommen, Probleme auszusortieren."

"Unser Power-Defizit auf Mercedes ist so groß, dass wir das nicht über Nacht ausradieren können. Wovor hat Mercedes Angst? Nico Rosberg hat mit seiner Fahrt durch das Feld gezeigt, wie überlegen das Paket ist. Mercedes sollte sich vor Konkurrenz nicht fürchten.“

Honda hält öffentlich bislang die Füße still. Intern machen die Japaner natürlich über ihren künftigen Partner McLaren Druck. Honda hätte nichts gegen die acht extra Token bis Ende Juli, sperrt sich aber gegen die Übernahme von Token, die im Winter nicht verbraucht werden können. Der Grund liegt auf der Hand. Honda kann bis Ende Februar 2015 noch frei entwickeln und nichts mit in die nächste Entwicklungsperiode mit hinüber retten.

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