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Fax-Votum für billigere Motoren

Kippt das Motorenabkommen?

Mercedes - V6 Hybrid - Formel 1-Motor 2015 Foto: Mercedes 11 Bilder

Am 29. April stimmt die Formel 1-Kommission per Fax über die neuen Motor-Regeln ab. Sie sollen bis 2018 um vier Millionen Euro billiger werden. Es ist aber nicht sicher, ob sich dafür die nötigen 18 Stimmen finden. Das Zünglein an der Waage könnten die Veranstalter sein.

28.04.2016 Michael Schmidt

Die Abstimmung über die neuen Motorenregeln wurde vertagt. Bei der letzten Sitzung der Formel 1-Kommission in Biggin Hill waren zu wenig Mitglieder für ein gültiges Votum anwesend. Deshalb stimmen die 26 Kommissionsmitglieder jetzt am 29. April per Fax ab. Und darum geht es: Reduktion der Motorenkosten um vier Millionen Euro bis 2018. Nur noch drei Motoren und zwei Batterien pro Fahrer. Die Auflösung des Token-Systems ab 2017. Eine Angleichung der Antriebseinheiten bis auf drei Zehntel, gemessen an einer Barcelona-Runde. Die Verpflichtung der Hersteller, alle Teams mit Motoren zu versorgen.

Die FIA unterstützt den Plan. Die Hersteller auch. Trotzdem muss die Formel 1-Kommission 18 Ja-Stimmen finden, um den Plan abzusegenen. Im Fahrerlager regen sich immer mehr Zweifel, ob die Befürworter die nötige Mehrheit mobilisieren können. Bernie Ecclestone hatte bei der Sitzung am Donnerstag zwar keine Einwände gegen die Reform, er brachte auch nicht mehr den alten V8 mit Kers als Alternative ins Gespräch, doch viele trauen dem Frieden nicht. Experten glauben, dass sich Ecclestone nicht öffentlich gegen FIA-Präsident Jean Todt stellen wollte, weil er im Moment seinen Beistand braucht.

Warum blieben die Veranstalter zuhause?

Das muss aber nicht heißen, dass Ecclestone im Ernstfall nicht dagegen stimmt. Vielleicht muss er sich nicht einmal die Finger schmutzig machen. Es reichen die acht Stimmen der Veranstalter und von Rolex als einem der beiden Sponsor-Vertreter, um den Motoren-Plan zu kippen. Weil wohl auch einige Teams dagegen stimmen werden. Red Bull und Toro Rosso aus Prinzip. Vielleicht sogar McLaren, um zu verhindern dass Honda seine Motoren an ein zweites Team liefern muss. Möglicherweise auch Force India und Sauber, weil ihnen die Kostenreduktion nicht weit genug geht.

Das Fernbleiben der Veranstalter und der Sponsor-Vertreter bei dem letzten Kommissions-Treffen war nach Auffassung von Insidern kein Zufall. Man munkelt, dass Ecclestone ihnen geraten hatte, zu Hause zu bleiben. Nicht dass sie am Ende von den Argumenten der FIA und der Hersteller überzeugt werden. Und was passiert, wenn mehr als acht Vertreter mit Nein stimmen? Dann bleiben die Motor-Regeln wie sie sind.

Spritmenge steigt 2017 auf 105 Kilogramm

Das 2017er Auto und die breiteren Reifen sind dagegen bereits ein Stein gemeißelt (>>> alle Infos gibt es hier). Die Teams müssen jetzt per Fax-Votum nur noch über zwei Details abstimmen. Weil die breiteren Autos nicht nur 25 Prozent mehr Abtrieb produzieren, sondern auch entsprechend mehr Luftwiderstand, soll im nächsten Jahr die Spritmenge für das Rennen erhöht werden. Von 100 auf 105 Kilogramm. Um Kosten zu sparen dürfen dann nur noch zwei Benzinentwicklungen pro Jahr eingesetzt werden. Und bei Regen am Samstag muss ein zusätzlicher Satz Intermediates erst nach dem dritten Training an Pirelli zurückgegeben werden, um sicherzustellen, dass im dritten Training auch gefahren wird. Die Zustimmung der Teams gilt als Formsache.

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