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Motorenalarm bei Vettel

Motor Nummer 5 muss ausgebaut werden

Sebastian Vettel - GP Belgien 2014 Foto: ams 100 Bilder

Sebastian Vettels Technik-Misere geht weiter. Im ersten Freitagstraining musste der Weltmeister nach elf Runden aussteigen, weil ein Riss im Auspuff aufgetreten war. Das zog einen Motorwechsel nach sich. Es handelte sich um Motor Nummer 5. Vettel muss jetzt mit einem Triebwerk älteren Datums antreten.

22.08.2014 Michael Schmidt

Sebastian Vettel ging mit einem frommen Wunsch in die zweite Saisonhälfte: "Ich hoffe, dass ich mein Pech abgestreift habe." Nur einen Tag später holte die Technikmisere wieder ein. Nach elf Runden im ersten Training stieg Vettel aus. Der Auspuff hatte einen Riss. Technikchef Adrian Newey klärte auf: "Die Zündung funktionierte nicht mehr, es wurde aber weiter Benzin eingespritzt. Das hat sich im heißen Auspuff entzündet. Die Detonation hat den Auspuff beschädigt."

Renault entschied, dass der Motor aus Sicherheitsgründen ausgebaut werden muss. Die Red Bull-Mechaniker begannen bereits zum Ende des ersten Trainings mit der Arbeit. "Trotzdem ist nicht sicher, ob ich im zweiten Training fahren kann", meinte Vettel mit Galgenhumor. Motorwechsel dauern bis zu vier Stunden.

Vettel-Motor vielleicht noch zu retten

Es handelte sich um Motor Nummer 5. Den letzten aus Vettels Kontingent. Jetzt wird es richtig eng für den Champion. Beim nächsten Motor muss er zehn Startplätze zurück. Wechselt er die komplette Einheit, droht ein Start aus der Boxengasse.

Red Bull entschied, dass der Titelverteidiger zunächst mit einer Antriebseinheit älteren Datums weiterfährt. Das bedeutet: Weniger PS, höherer Spritverbrauch, höheres Defektrisiko, weil es sich um eine ältere Spezifikation ohne die jüngsten Modifikationen handelt.

Neu in dem Paket ist auf jeden Fall die MGU-K. Die ging bei der Fahrt mit dem gebrochenen Auspuff kaputt. Auch mit der Elektromaschine ist Vettel damit schon bei der fünften Einheit angelangt. Renault wird jetzt den Motor untersuchen. "Wir hoffen, dass wir ihn retten können", betet Newey.

Wann kommt Motor Nummer 6?

Die Frage, wann Vettel Motor Nummer 6 einsetzt, wird jetzt immer dringlicher. Monza gilt als wahrscheinlich. Renault-Motorenchef Rob White gibt zu bedenken: "Dann müssen wir mehrere Dinge beachten. Je nachdem, ob wir nur den Motor oder alle Komponenten wechseln, fällt die Strafe höher oder geringer aus. Wenn wir in Monza den sechsten Motor erst nach der Qualifikation wechseln, dürften wir das ausgebaute Aggregat erst wieder beim Finalrennen einsetzen. Oder in Freitagstrainings. Wechseln wir vor dem Parc fermé, sind wir frei bei der Wahl des Einsatzes. Aber je früher wir Motor Nummer 6 bringen, umso mehr verschenken wir an möglichen Modifikationen, die im Rest des Jahres anfallen."

Vettel selbst nimmt die anhaltende Technikmisere mittlerweile locker. Zumindest äußerlich ist ihm der Frust nicht anzumerken. "Wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich den Tag natürlich anders gestalten. Natürlich ist es blöd, aber ich kann ja nichts machen", zuckt der Champion mit den Schultern. In Spa sind die verlorenen Testrunden besonders ärgerlich: "Es gibt hier viele Highspeed-Kurven. Da muss man einen guten Rhytmus finden. Bei langsameren Strecken ist das etwas einfacher."

Auch das Auto hätte Vettel gerne noch etwas weiterentwickelt: "Was unsere Leistungsfähigkeit angeht, gibt es für mich heute natürlich gar keine Erkenntnisse – weder schlechte noch gute. Bei Daniel (Ricciardo) hat man gesehen, dass wir uns hier nicht so leicht tun. Es ist einfach nicht die beste Strecke für uns. Uns fehlt etwas Speed auf den Geraden. Ich hoffe, dass wir morgen noch einen Schritt nach vorne machen können."

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