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Motorenkiller Montreal

Vettel und Massa ohne Elektrokraft

Jenson Button - McLaren - Formel 1 - GP Kanada - Montreal - 6. Juni 2015 Foto: Wilhelm 66 Bilder

Montreal bedeutet für die Motoren und den Elektroantrieb Schwerstarbeit. Dementsprechend groß war die Defektquote. Honda muss gleich zwei Motoren wechseln. Bei Massa und Vettel gab es Ärger mit der MGU-H. Und es setzt die ersten Startplatzstrafen.

07.06.2015 Michael Schmidt

Lange Geraden, viel Stop-and-Go. Das belastet Motoren und den Elektroantrieb. Vor Montreal hat auch Klassenprimus Mercedes Angst. Das Auto wurde mit einem extra Kühler für die Ers-Bausteine bestückt. Gut zu sehen an zwei Ausbuchtungen in der Motorabdeckung. Es soll nicht das gleiche passieren wie im letzten Jahr, als die MGU-K ausstieg, weil die Leistungselektronik überhitzte.

Die kurze Runde, das viele Laden und Entladen stresst die hochkomplexen Antriebseinheiten. Selten war die Defektrate so hoch wie an den ersten beiden Trainingstagen zum GP Kanada. Honda musste gleich in beiden Autos den Motor tauschen. Dabei hatte man gerade zwei Token investiert, um die Zuverlässigkeit zu verbessern und die Leistung zu steigern. Beide Fahrer bekamen neue Turbolader und eine neue MGU-H. Dort waren die Token verbaut, nicht im Motor. Für beide Bausteine ist es bereits die vierte Einheit.

Button stoppt MGU-H Defekt

Am Freitagabend erkannten die Honda-Ingenieure bei einem Routine-Check, dass sich im Motor von Fernando Alonso Unheil zusammenbraute. Es gab Probleme mit dem Stirnradsatz, der die Nockenwellen antreibt. So musste Alonso den vierten Motor einbauen lassen. Im dritten Training dann eine neue schlechte Nachricht. Jenson Button parkte seinen McLaren am Streckenrand.

Die neue MGU-H streckte die Waffen. Und weil auch der Motor vorbeschädigt wurde, hatten die Mechaniker gleich wieder Arbeit. In drei Stunden wurde eine neue Antriebseinheit eingebaut - Motor Nummer 4. Zu spät, um an der Qualifikation teilzunehmen.

Button startet am Sonntag wohl aus der Boxengasse. Außerdem erwartet den Engländer noch eine Durchfahrtsstrafe im Rennen, weil er neben der MGU-H noch weitere Motorenbausteine einbauen lässt, bei denen er schon über dem erlaubten Limit liegt.

Auf zwei Dritteln der Geraden fehlt Leistung

Im Abschlusstraining forderte die Antriebs-Misere zwei weitere prominente Opfer. Sebastian Vettel meldete schon in der ersten Runde einen Power-Verlust. Die MGU-H war ausgefallen. Schuld war ein 10 Euro-Teil in der Steuereinheit. Ferrari wird die Elektronikbox ohne Strafe wechseln. Für Vettel wäre es erst die dritte.

Der Ausfall der MGU-H ist in Montreal besonders schlimm, denn sie muss der MGU-K helfen die Batterie zu laden und im zweiten Teil der Geraden direkt Power in den Antrieb einspeisen. Ein Ingenieur erklärt: "Wenn die MGU-H aussteigt, hast du nur im ersten Drittel der Geraden volle Leistung. Auf den anderen zwei Dritteln fehlen dir bis zu 100 PS." Damit schaffte Vettel nicht einmal mehr die Q1-Hürde.

Auch Felipe Massa schlich mit seinem Williams kraftlos über die Geraden. Während Valtteri Bottas mit 337,7 km/h Top-Speed gemessen wurde, kam der Brasilianer nur auf 315,3 km/h. Im Wastegate-Mechanismus hatte sich eine Befestigung gelöst. Dadurch wurde ständig Ladedruck abgeblasen und die MGU-H nicht gefüttert. Die Batterie saugte sich langsam leer. Massa fehlte der Elektropunch. Er hatte nur noch die Power seines Mercedes-V6-Turbo zur Verfügung.

Für Max Verstappen war schon vor dem Samstag klar, dass er 15 Startplätze nach hinten wandern würde. Renault hatte sich für den Einsatz des fünften Motors entschieden, weil die Strafe auf der Power-Strecke noch am besten zu ertragen war. Da sind die Hoffnungen auf Punkte eher gering.

Laut Red Bull fehlen auf die Spitze 70 PS. "Mehr als im letzten Jahr." Da Verstappen gar nicht so weit nach hinten rücken kann, wie er müsste, muss er wie Button vor dem ersten Reifenwechsel 10 Sekunden lang parken. Sieben überschüssige Startplätze werden neuerdings in Zeitstrafen umgerechnet.

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