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Motorpech für Rosberg

Keine Angst vor Ferrari

Nico Rosberg - Mercedes - GP Italien - Monza - Qualifying - 5.9.2015 Foto: Wilhelm 39 Bilder

Lewis Hamiltons Pole Position war keine Überraschung. Der knappe Vorsprung von 0,234 Sekunden auf die Ferrari schon. Nico Rosberg musste nach einem Motorproblem auf die alte Spezifikation umsteigen. Die Schadensanalyse lässt alle aufatmen. Ein ähnlicher Defekt ist bei Hamilton nicht zu befürchten.

05.09.2015 Michael Schmidt

Lewis Hamiltons sammelt Pole Positions. Die Trainingsbestzeit von Monza war bereits Nummer 49. Und die siebte in Folge in diesem Jahr. Trotzdem kann der Weltmeister nicht ganz ruhig schlagen. Der Vorsprung auf das Ferrari-Duo betrug nur 0,234 Sekunden. Überraschend gering, nachdem die Mercedes im ersten Training noch 1,6 Sekunden Vorsprung hatten und im zweiten immerhin acht Zehntel. Doch schon am Samstagmorgen kündigte sich die Trendwende an. Sebastian Vettel kam Hamilton bis auf 0,264 Sekunden nahe.

Rosberg mit dem Spa-Motor

Dann wurde es in der Mercedes-Garage hektisch. Die Ingenieure entdeckten bei Nico Rosbergs Antriebseinheit Wasser im Öl. Dafür gab es zwei mögliche Erklärungen. Entweder ein Leck im Wärmetauscher oder eine defekte Zylinderkopfdichtung. Von dem neuen Motor gab es nur zwei Exemplare. Motorenchef Andy Cowell gab sie erst am Donnerstagnachmittag frei.

Da eine schnelle Analyse nicht möglich war, entschied sich Mercedes dafür, das Rosberg-Auto auf die alte Motorenspezifikation zurückzurüsten. Er bekam den Spa-Motor, der bereits fünf GP-Wochenenden auf dem Buckel hat. Hamilton wurde mit dem Risiko eines ähnlichen Defekts in die Qualifikation geschickt. "Zwei Wechsel auf einmal hätten wir nicht geschafft", bedauerte Teamchef Toto Wolff. Die Mechaniker schraubten Rosbergs neue Einheit in der Rekordzeit von eineinhalb Stunden in den Mercedes mit der Nummer 6.

Wolff lobt neuen Ferrari-Motor

War Hamiltons knapper Vorsprung darauf zurückzuführen, dass Mercedes das neue Triebwerk wegen der ungeklärten Ursache mit gebremsten Schaum betrieb? Wolff verneint: "Das hat nichts damit zu tun. Nach unseren Berechnungen hat Ferrari mit seiner Ausbaustufe eine großen Schritt zugelegt. Sie können jetzt offenbar am Samstag die Power richtig aufdrehen."

Der Leistungszuwachs der eigenen Upgrades wird weiter kleingeredet. "Er ist im Moment noch minimal. Die Modifikationen sind die Plattform für eine völlig neue Entwicklungsrichtung, die uns einmal deutlich mehr Leistung bringen soll", erklärte Wolff. Niki Lauda bezifferte den augenblicklichen Vorteil des "Wundermotors", der 7 Token verschlang, auf ein Zehntel.

Rosberg hatte durch den Rückgriff auf die alte Version einen Nachteil, der definitiv mehr als ein Zehntel betrug. "Ein so alter Motor verliert gegenüber einem frischen an Leistung", führte Wolff ins Feld. Rosberg soll auf allen Geraden zusammen auf Hamilton zwischen zwei und drei Zehntel verloren haben. Das entspricht ungefähr seinem Rückstand auf den Teamkollegen. Das leichte Untersteuern, das der Mercedes nach dem Motorwechsel an den Tag legte, wollte Rosberg nicht geltend machen. "Meine Runde war echt gut."

Wärmetauscher bei Rosberg defekt

Hamilton lässt sich durch die zwei Ferrari in seinem Rückspiegel nicht nervös machen. Auch wenn es bei 638 Meter Anlauf in die erste Kurve viele Möglichkeiten gibt, die Führung zu verlieren. Hamilton voller selbstvertrauen: "Ferrari hat definitiv aufgelegt, doch mein Vorsprung hätte größer ausfallen können. Ich hatte keine optimalen Runden. Ich glaube nicht, dass Ferrari im Rennen so die Power aufdrehen kann. Unsere Longruns am Freitag haben gezeigt, dass unser Rennspeed besser ist." Rosberg pflichtet bei: "Die Ferrari kann ich schlagen. Mit Lewis wird es schwieriger."

Am Abend war auch das ungute Gefühl verflogen, dass die Motorinspektion einen Defekt zutage fördern könnte, der Mercedes zu einem Motorwechsel auch an Hamiltons Auto hätte zwingen können. Das würde einen Start aus der Boxengasse bedeuten. Doch die Ingenieure fanden heraus, dass ein Leck im Wärmetauscher das Wasser ins Öl gemischt hat. Der Motor ist dicht. Dafür lässt sich Vorsorge treffen.

Ferrari ist Mercedes in zwei Disziplinen näher gekommen. Beim Topspeed lag Kimi Räikkönen mit 352 km/h sogar um 0,7 km/h vor Hamilton. Gleichzeitg verlor er im kurvenreichsten Sektor nur knapp ein Zehntel auf den Mercedes. Lauda vermutete, dass die neuen Vorgaben für Radsturz und Reifendruck vielleicht Ferrari mehr geholfen haben als den eigenen Autos. Hamilton winkte ab: "Wir haben das beste Team im Feld. Wenn einer richtig darauf reagiert, dann wir. Für mich hat Ferrari nur bei der Power aufgeholt."

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