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Viel Stillstand für Räikkönen

Motorprobleme bei Ferrari

Kimi Räikkönen - Ferrari - Barcelona - Formel 1-Test - 1. März 2016 Foto: xpb 24 Bilder

Kimi Räikkönen verbrachte auch am fünften Testtag von Barcelona viel Zeit in der Garage. Diesmal störte ein Getriebeproblem das Programm. Die Konkurrenz will jedoch erfahren haben, dass Ferrari große Motorenprobleme plagen.

03/01/2016 Michael Schmidt

Ferrari hat auch am fünften Testtag in Barcelona keine Distanzrekorde aufgestellt. Kimi Räikkönen drehte nur 72 Runden. Nur Rio Haryanto und Esteban Gutierrez fuhren weniger. Der Vormittag ging bei Ferrari wieder für Aerodynamik-Messungen drauf. Hinter dem Auto war ein riesiges Staudruckgitter montiert. Vorne kam FloViz zum Einsatz. Das sieht nicht so aus, als wäre Ferrari von seiner Aerodynamik überzeugt. Es waren auch kaum Neuentwicklungen am Auto.

Wenig Updates am Ferrari

Der SF16-H wies am fünften Testtag lediglich kleine Änderungen an den Frontflügelendplatten und am Diffusor auf. Mercedes hatte in der Woche zuvor eine neue Nase und extreme Leitbleche vor den Seitenkästen präsentiert. Und mit dem fünften Testtag begann ein großes Heckflügelprogramm. Am Mittwoch kommt ein neuer Flügeltyp an den W07. Räikkönens schnellste Runde auf Medium-Reifen betrug 1.24,836 Minuten. Nico Rosberg war mit 1.24,329 Minuten auf dem gleichen Reifentyp um 0,507 Sekunden schneller.

Trotz der massiven Unterschiede zu Mercedes, gibt sich Räikkönen optimistisch: "Das Auto fühlt sich gut an. Und das ist die Hauptsache. Wir haben ein gutes Paket. Natürlich würden wir gerne mehr Runden drehen, aber es war nie geplant, so viele Kilometer abzuspulen wie Mercedes. Die fahren ihr Programm, wir unseres."

Kimi Räikkönen - Ferrari - Barcelona - Formel 1-Test - 1. März 2016 Foto: xpb
Bislang kommt Ferrari erst auf die Hälfte der Kilometer von Mercedes.

Neue Motoren für Vettel

Die Rundenzeiten sind nicht das größte Problem, das Ferrari umtreibt. Die Autos stehen zu lange in der Garage. Nachdem Räikkönen um 14.50 Uhr auf der Zielgeraden ausgerollt war, tauchte er für 2 Stunden nicht mehr auf. Das Getriebe war im achten Gang steckengeblieben. Räikkönen meinte gelassen: "Testfahrten sind dazu da, Probleme zu finden und zu lösen. Besser wir haben sie jetzt als in Melbourne."

Am fünften Testtag setzt sich das Bild von der letzten Woche fort. Bis jetzt hat Ferrari gerade Mal die Hälfte der Mercedes-Distanz geschafft. 1.978 stehen gegen 3.925 Kilometer. Offiziell schweigt sich Ferrari über die vielen Standzeiten aus. Doch die Konkurrenz hat lange Ohren. Und da erzählt man sich, dass Ferrari in der ersten Testwoche schon 3 Motoren eingesetzt hat.

Angeblich gibt es starke Vibrationen im Teillastbereich. Deshalb dürfen die Ferrari-Piloten auch nur mit gedrosselter Leistung fahren. Den Kunden-Teams soll es nicht besser gehen. Abhilfe soll aber im Anmarsch sein. Man hört, dass Sebastian Vettel schon am Mittwoch mit einem modifizierten Triebwerk fährt.

Wurde der Rückstand größer?

In Italien zweifeln die ersten Medien bereits daran, dass Ferrari in diesem Jahr Mercedes herausfordern kann. Der Titelverteidiger hat ein Auto, das wie ein Uhrwerk läuft. Und mit weichen Reifen eine Zeit fährt, die nur 2 Zehntel über Vettels Rekordrunde auf Ultrasoft-Reifen liegt. Der Herausforderer schlägt sich mit technischen Problemen herum und hat aerodynamisch noch nicht die Hammer-Idee ausgepackt. Eine Stimme aus dem Fahrerlager: "Der Rückstand von Ferrari ist nicht kleiner, sondern größer geworden."

Dazu kommt der Druck vom Management. Präsident Sergio Marchionne hat die Losung ausgegeben, dass Ferrari ein Auto haben muss, mit dem man Mercedes herausfordern kann. Auf die Frage, ob da nicht von oben zu viel Druck ausgeübt wird, fand Räikkönen eine schlagfertige Antwort: "Das ist das Ziel von uns allen, nicht nur vom Chef."

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