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Mugello Technik-Updates

Auspuff bleibt ein heißes Thema

Caterham Mugello 2012 Formel 1 Technik Foto: xpb 28 Bilder

Der Auspuff ist das liebste Spielzeug der Aerodynamiker. Drei Teams haben bislang darauf gesetzt, nach außen auf die Diffusorspalte zu blasen. Die anderen neun zielen nach innen auf das untere Heckflügelelement. Das könnte sich ändern. Force India, Caterham und Williams traten in Mugello mit Alternativlösungen an.

02.05.2012 Michael Schmidt

Die Auspuff-Frage spaltet das Feld. Die einen zielen nach innen, die anderen nach außen. Wer die Endrohre nach innen richtet, hat es auf das untere Heckflügelelement abgesehen. Diese Lösung ist stabiler beim Bremsen und beim Einlenken, weil der pulsierende Gasfluss im Schleppbetrieb des Motors am Heckflügel keinen so großen Einfluss nimmt.

Red Bull und Ferrari mit mehreren Auspuff-Varianten

Endrohre, die weiter außen münden, blasen die Auspuffgase in die Spalte zwischen Unterboden und Hinterrad. Das gleiche Prinzip wie beim angeblasenen Diffusor im Vorjahr. Steht der Fahrer beim Beschleunigen voll auf dem Gas, bekommt er vom Diffusor Extra-Abtrieb geschenkt. Dafür reagiert der Anpressdruck im ersten Teil der Kurve sensibler auf den schwankenden Gasfluss. Sebastian Vettel hat den Unterschied beim Auspuff-Vergleichstest von Red Bull in Shanghai zu spüren bekommen.
 
Red Bull und Ferrari haben bis jetzt beide Auspuffversionen probiert. Während Red Bull beim außen liegenden Auspuff geblieben ist, wanderten die Endrohre bei Ferrari immer weiter nach innen. Am Dienstag gab es zunächst noch einen Versuch mit dem Außen-Auspuff. Am Donnerstag wurde dann eine komplett neue Variante mit veränderter Motorabdeckung gezeigt, bei der die Endrohre auch nach innen zielen.

McLaren-Auspuff als Vorbild

McLaren war der Pionier der extrem weit außen mündenden Endrohre. Diese waren so trickreich in einen Schacht gelegt, dass die Auspuffgase gezielt an den Hinterrädern vorbeigeführt werden. Es gibt nicht einmal Abweiser auf dem Unterboden. Red Bull zog mit der Schacht-Idee nach, besserte aber zwei Mal nach. Bei Sauber lag der Auspuff auch außen, mündete jedoch in ein offenes Coanda-Rohr. In Mugello wurde ein Schacht nach Vorbild von McLaren und Red Bull präsentiert. Die Schweizer wollen damit den Auspuffgasen mehr Intensität geben.
 
Williams gehörte bislang zum konservativen Lager. In Mugello probierte die Truppe von Mike Coughlan gleich drei Auspuffvarianten aus. Eine davon erinnert stark an das Red Bull-Modell. Auch bei Force India tauchte am Mittwochmorgen eine Lösung auf, die nach außen Richtung Diffusor zielt. Die Endrohre sind in eine Beule am Ende der Seitenkästen gelegt, leicht zu erkennen an der schwarzen Farbe. In die Beule ist ein Schacht für die Endrohre eingelassen.

Wie bei McLaren haben die Rohre einen kleineren Durchmesser. Das erhöht die Zielgenauigkeit und die Geschwindigkeit der austretenden Gase, kostet aber gehörig Motorleistung. Angeblich bis zu 20 PS. Nach sieben Runden verschwand der Force India in der Box. Auf Anfragen erntete man Schweigen. Man müsse das ganze Auto umbauen, hieß es aus dem Lager der Inder.

Immer mehr Teams ziehen nach

Auch Caterham und Toro Rosso haben jetzt einen Red Bull-Auspuff. Bei Caterham ist der Schacht tiefer, aber genauso nach außen abgeknickt. Bei McLaren verläuft der Schacht gerade. Wie bei Force India ist die neue Auspufflösung bei Caterham noch ein Provisorium. Die umgebende Verkleidung wurde noch nicht einmal lackiert. Überall sind Hitzesensoren und Protektoren angebracht. Toro Rosso orientierte sich bei seinem neuen Auspuff eher an McLaren als am Schwesterteam Red Bull. Der Auspuffschacht sitzt schräg in den Seitenkästen, der Coanda-Kanal verläuft aber gerade.
 
Lotus und Mercedes wollen der traditionellen Version treu bleiben. James Allison von Lotus berichtet, dass Windkanaltests keine zufriedenstellenden Ergebnisse gebracht hätten. Mercedes hat immer noch Angst um die Hinterreifen. Weil die Auspuffgase dieses Jahr einen weiteren Weg zu ihrem Bestimmungsort zurücklegen müssen, streuen sie mehr. Das könnte die Reifen aufheizen, und das wäre das letzte, was Mercedes im Moment gebrauchen kann.

In unserer Bildergalerie haben wir für Sie noch einmal die wichtigsten Updates der Mugello-Woche für Sie zusammengesammelt.

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