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Mysteriöser Display-Irrtum

Rosberg fährt 30 Meter mehr

Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 - GP China - Shanghai - 19. April 2014 Foto: xpb 93 Bilder

Lewis Hamilton startet in Shanghai zum dritten Mal dieses Jahr von der Pole Position. Wie in Melbourne und Sepang bei regnerischen Bedingungen. Nico Rosberg lag 1,3 Sekunden zurück auf Platz 4. Der große Abstand war die Folge einer falschen Information auf dem Display. Möglicherweise ausgelöst durch eine andere Linienwahl auf der nassen Piste.

19.04.2014 Michael Schmidt

Im Regen ist Lewis Hamilton eine Bank. Das hatte er schon in Melbourne und Sepang bewiesen. Auch in Shanghai war der Engländer auf der nassen Piste unschlagbar. Er distanzierte Daniel Ricciardo um 0,595 Sekunden. Teamkollege Nico Rosberg lag 1,283 Sekunden zurück. Ein Klassenunterschied, der nicht dem wirklichen Abstand entsprach.

Hamilton gab zu: "Wenn man die besten Sektorzeiten zusammenzählt, wäre Nico nur drei bis vier Zehntel langsamer gewesen." Im Q3 stand Rosberg zwei Mal das Pech im Weg. Beim ersten Versuch spielte ihm die Bremsbalance einen Streich: "Beim Anbremsen der Haarnadel blieben die Räder stehen."

Sechs Zehntel schneller statt zwei Zehntel langsamer

Das zweite Malheur war mysteriöser. Die Cockpitanzeige gab ihm falsche Informationen. "Als ich aus der Haarnadel kam, hatte ich ein Delta von plus zwei Zehnteln zu meiner bis dahin schnellsten Runde auf dem Display. Damit blieb mir in der letzten Kurve nur noch volles Risiko. Das hat dann zu dem Dreher geführt." Als Rosberg bei der Trainingsanalyse von seinen Ingenieuren die Zwischenzeiten präsentiert bekam, traute er seinen Augen nicht.

Demzufolge lag er ausgangs der Haarnadel sechs Zehntel unter seiner eigenen Bestzeit. "Dann hätte ich in der letzten Kurve auch nicht mehr so viel riskiert. Für Lewis hätte es aber nicht gereicht. Ich wäre aber vor Ricciardo gelegen." Der Grund für die Datenpanne liegt möglicherweise in Rosbergs Linienwahl. "Wir haben festgestellt, dass ich in dieser Runde 30 Meter länger als zuvor gefahren bin. Vielleicht hat das die Software verwirrt."

Instinktfahrer Hamilton sucht nicht nach Linien

Der Knoten ging bei Rosberg erst im letzten Qualifikationsabschnitt auf. "Ich habe meine Linien und andere studiert und daraus gelernt, wo die Strecke am meisten Grip bot." Gleiches berichtete auch Daniel Ricciardo. Besonders die Asphaltwechsel seien tückisch. "Vor Kurve 8 musst du die richtige Linie erwischen, sonst springt dein Auto beim Einlenken zu viel herum."

Instinktfahrer Hamilton hatte mit der Linienwahl kein Problem: "Ich bin gefahren, wie ich immer im Regen fahre und habe nicht nach speziellen Linien gesucht. Auf meiner schnellsten Runde habe ich sogar noch Zeit liegen lassen."

Ein Grund für Hamiltons Überlegenheit ist, dass der Engländer besser mit einem nervösen Heck leben kann als sein Stallrivale. Rosberg gibt zu: "Für Regen lagen wir mit dem Setup total daneben. Alles ist darauf ausgerichtet, den linken Vorderreifen zu schützen. Das hat zur Folge, dass dir ständig das Heck ausbricht."

Hamilton mit maximaler Schadensbegrenzung

Hamilton wirkte dagegen schon lange nicht mehr so konzentriert und fokussiert wie in dieser Phase der Saison. Der Weltmeister von 2008 hat einen Lauf, verdrängt den Gedanken an seine Erfolgsserie aber: "Ich denke von Rennen zu Rennen und kümmere mich nicht darum, wie viele Pole Positions ich schon habe oder dass ich morgen zum ersten Mal drei Grand Prix in Folge gewinnen könnte. Jeder Sieg ist willkommen. Das Gute ist: Er hat immer auch einen psychologischen Effekt für die Gegner."
 
Hamilton versucht sich auf die Strecken zu konzentrieren, auf denen er traditionell Schwächen hat. Er nennt das "maximale Schadensbegrenzung." So wie in Bahrain. "Da ist Nico normalerweise schneller. Ich bin ihm aber im Vergleich zum letzten Jahr nähergekommen."

Mercedes 20 km/h schneller als Red Bull

Für Rosberg geht es beim vierten WM-Lauf vor allem darum, so schnell wie möglich an den beiden Red Bull vorbeizukommen. "Wir haben auf der Geraden einen großen Speed-Vorteil. Trotzdem wird es schwierig, weil die Kurve, die in die Gerade führt, sehr lang ist. Es ist schwer dort an einem Gegner dranzubleiben, und es ist ganz leicht, sich dort den linken Vorderreifen zu zerstören."
 
Der Top-Speed-Vorteil von Mercedes auf die Red Bull beträgt exakt 20 km/h. Dafür fuhr Ricciardo in den beiden kurvenreichen Sektoren auf die Hunderstelsekunde die Zeiten von Hamilton. Die GPS-Messungen zeigen Mercedes, dass man sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen kann. Hamilton warnt: "In den schnellen Kurven sind die Red Bull besser. Im Vergleich zum letzten Jahr haben wir da den Rückstand aber deutlich verkleinert."

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