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Nachträgliches FIA-Verbot

Red Bull muss die Löcher stopfen

Red Bull Unterboden GP Monaco 2012 Foto: xpb

Regeln sind in der Formel 1 da, um sie auszureizen. Red Bull ist nun von den Ordnungshütern gebremst worden. Die Löcher im Unterboden wurden nachträglich als nicht regelgerecht bewertet.

03.06.2012 dpa

Am Red Bull müssen die Löcher gestopft werden. Der Internationale Automobilverband FIA hat eine Design-Konstruktion im Unterboden des RB8 nachträglich für illegal erklärt. Dabei geht es um Löcher in der Bodenplatte der Formel-1-Autos von Doppelweltmeister Sebastian Vettel und Monaco-Sieger Mark Webber unmittelbar vor den Hinterrädern.

Red Bulls Motorsportberater Helmut Marko zeigte sich umgehend bemüht, die Bedeutung herunterzuspielen. "Wir hatten ohnehin nicht geplant, diesen Unterboden in Montréal zu benutzen", wurde er von autosport.com am Sonntag zitiert. Der Wagen müsse daher für das kommende Rennen am Wochenende in Kanada auch gar nicht modifiziert werden: "Die Entscheidung stört uns nicht in der Rennvorbereitung."

Lochversion in Bahrain, Spanien und Monaco

Nachdem die Lochversion laut autosport.com bei den Rennen in Bahrain (Sieger Vettel), Spanien und Monaco zum Einsatz gekommen war, sah sich die FIA nach dem neuerlichen Argwohn in der Pflicht. "Im Zuge der Diskussionen in Monaco ist klar geworden, dass einige Missverständnisse bestanden haben. Deshalb sind wir zu der Ansicht gekommen, dass wir klar Stellung beziehen müssen", teilte Rennleiter Charlie Whiting den Teams am Freitag mit.

Am jüngsten Sieg von Webber in Monte Carlo ändert die nachträgliche Entscheidung nichts. Eine Strafe wurde ebenfalls nicht verhängt. Die FIA widersprach aber der Red-Bull-Sichtweise, dass es nicht genau festgelegt sei, ob es von einem bestimmten Punkt an keine Löcher im Unterboden geben dürfe. In diesem Fall wäre der entsprechende Paragraf im Regelwerk überflüssig, meint die FIA. Die durch die Löcher geleiteten Luftströme trugen beim Red Bull zur Verbesserung der Aerodynamik bei.

Regeln offen für Interpretationen

Red-Bull-Teamchef Christian Horner war bis zur Entscheidung davon ausgegangen, dass die Idee von Design-Guru Adrian Newey regelkonform ist. "Die Regeln sind so geschrieben, dass sie offen für Interpretationen sind", hatte Horner Sky Sports gesagt.

Beim Großen Preis von Monaco war der Argwohn an der Red-Bull-Variante aber wieder gewachsen. Einen offiziellen Protest hatte jedoch keiner der Widersacher eingelegt. Laut Marko ist es nicht nur eine Entscheidung allein gegen Red Bull. "Das betrifft auch andere Teams", sagte er.

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