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HRT-Pilot Narain Karthikeyan

"Nur mitzufahren macht keinen Sinn"

Narain Karthikeyan Foto: xpb 9 Bilder

Narain Karthikeyan ist nach vier Jahren zurück in der Formel 1. Der erste Inder in der Königsklasse geht 2011 mit HRT an den Start. Obwohl das Auto zuletzt nicht konkurrenzfähig war, träumt der 34-Jährige von einem WM-Punkt.

14.02.2011 Tobias Grüner
Sie haben vor gut vier Jahren zuletzt einen Grand Prix bestritten. Wie hat sich das Comeback in Valencia angefühlt?
Karthikeyan: Mein letzter Einsatz in der Formel 1 war ein Test mit Williams. Das war 2007. Aber jetzt alles ist anders. Das Auto unterscheidet sich sehr. Es ist aber einfach ein tolles Gefühl, wieder dabei zu sein.

Haben Sie schon viele alte Bekannte wieder getroffen?
Karthikeyan: Ich habe viele bekannte Gesichter wiedererkannt. Es ist schön zurückzukommen. Die Formel 1 ist einfach das Größte im Motorsport. Auch für Indien ist es wichtig, jetzt wo wir einen Grand Prix haben. Ich bin glücklich, hier zu sein.

Wie war das Gefühl im Auto? Haben Sie den Rost abgeschüttelt?
Karthikeyan: Ich habe ja zuletzt nicht ganz aufgehört. Ich war in der A1-Serie und in der Super League. Da bin ich ja nicht nur mitgerollt, sondern habe auch Rennen gewonnen. Ich habe nie das Gefühl für die Monoposto-Renner verloren. Natürlich ist die Formel 1 schon ein kleiner Unterschied, was das Fahrgefühl angeht. Und dann noch im alten HRT-Auto, von dem man sagt, dass es besonders schwer zu fahren ist. Ich möchte nicht sagen, dass es leicht ist, aber es ist kein Disaster. Ich habe es am ersten Tag schon schnell rausgehabt. Es lief ganz gut.

Wie haben Sie das Problem mit den Reifen empfunden?
Karthikeyan: Ich kann das nur schwer mit den Bridgestone vergleichen, die ich vor vier Jahren gefahren bin. Ich fand es aber nicht so schlimm. Die Abnutzung war konstant. Der Grip war gut.

Sie denken, es wird nicht so ein großes Problem, wie man von anderen Fahrern hört?
Karthikeyan: Für mich ist es sowieso ein kompletter Neustart. Deshalb berührt mich das Thema nicht so wirklich. Ich nehme das, was ich habe und versuche das Beste daraus zu machen.

Fühlen Sie sich im neuen Team schon zu Hause?
Karthikeyan: Ich kenne ja schon viele vom Kolles-Team von meinen Einsätzen mit Audi im Jahr 2009. Die Mechaniker sind alles bekannte Gesichter. Colin Kolles kenne ich bereits seit 1999, als ich noch Formel 3 in England gefahren bin. Der erste Tag im Team ist nie ganz einfach, da macht es die Sache leichter, wenn nicht alles neu ist.

Was ist der Plan für diese Saison? Letztes Jahr haben sich viele Fahrer bei HRT abgewechselt. Fahren Sie jedes Rennen?
Karthikeyan: Es ist der Plan, alle Grand Prix zu bestreiten.

Haben Sie einen Vertrag für alle Rennen?
Karthikeyan: Ja, das ist festgemacht. Besonders freue ich mich natürlich auf den Grand Prix von Indien. Ich hoffe, mit dem neuen F111 können wir einen Schritt nach vorne machen.

Der HRT war 2010 nicht das schnellste Auto. Haben Sie da keine Bedenken, dass Sie Ihr Potenzial gar nicht zeigen können?
Karthikeyan: Nach vier Jahren Pause versuche ich einfach, das meiste aus der Situation herauszuholen. Mehr kann ich nicht machen. Wir hoffen hier alle, dass das neue Auto einen Fortschritt bedeutet. Man weiß ja nie. Vielleicht haben wir Glück und bekommen es richtig hin.

Träumen Sie davon, noch mal in die Punkte zu fahren?
Karthikeyan: Sicherlich ist das ein Traum. Warum auch nicht. Wenn man das Feuer nicht mehr hat und nur mitfahren will, dann macht das ja auch keinen Sinn.

Wie sehen Ihre konkreten Ziele aus?
Karthikeyan: Ich werde einfach immer alles geben. Ich denke, mein Fahrstil ist immer noch sehr gut. Ich glaube an mich. In der Formel 3 und der World Series habe ich ja auch Rennen gewonnen und ich habe schon viele verschiedene Fahrer geschlagen. Man darf den Ehrgeiz nicht verlieren und muss immer 110 Prozent geben.

Planen Sie nur dieses eine Jahr mit dem GP Indien oder sehen Sie eine längere Zukunft in der Formel 1?
Karthikeyan: Das kann ich jetzt noch nicht sagen. Wenn man einen Formel 1-Fahrer so etwas fragt, dann wollen die meisten wohl fahren bis sie 50 Jahre alt sind. Wenn man so wie ich zurückkommt und vernünftige Arbeit abliefert, gibt es vielleicht eine Chance. Gerne würde ich noch fünf Jahre hier bleiben, aber momentan habe ich nur einen Vertrag über eine Saison. Wir müssen abwarten, wie es läuft.

Welchen Stellenwert hat die Formel 1 in Indien?
Karthikeyan: Es ist nicht ganz so populär wie Cricket. Seit meinem Debüt 2005 und dem Eintritt von Force India gibt es aber viel Interesse.

Was können die deutschen Fans vom GP Indien erwarten?
Karthikeyan: Indien ist ein tolles Land. Die Strecke wird großartig werden. Sie ist ja auch von einem bekannten Deutschen designt worden. Alle freuen sich darauf und jeder wird Spaß haben. Jeder ist willkommen. Es wird bestimmt toll.

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