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Neue Bilder der Force India B-Version

Das Geheimnis der Nasenlöcher

Force India Technik - B-Version - GP England 2015 Foto: xpb 25 Bilder

Force India hat pünktlich zum Heimspiel die B-Version seines VJM08 an den Start gebracht. Es ist ein Totalumbau mit einer pfiffigen Idee. Einer langen Nase, die so gut ist wie eine kurze. Dafür braucht es zwei Löcher. Auch unter der Verkleidung gibt es viel Neues.

03.07.2015 Michael Schmidt

Die Zahl der neuen Teile geht in die Tausende. Die B-Version des Force India VJM08 ist genau genommen ein neues Auto. Das erste, das das Konstruktionsbüro um ihren Chef Andy Green im Windkanal von Köln entwickelt hat.

Nico Hülkenberg gab sich optimistisch, nachdem er am Mittwoch vor dem GP England zum ersten Mal das neue Auto gesehen hat: "Das muss einfach gut sein. Es sieht schnell aus und hat viele Lösungen, die Sinn machen. Unsere Jungs haben nicht nur anderswo kopiert, sondern auch viel über eigene Lösungen nachgedacht."

Nach internen Berechnungen soll das runderneuerte Auto um eine halbe bis eine Sekunde pro Runde schneller sein. Hülkenberg hofft, dass sich die Daten auch auf der Rennstrecke bestätigen: "Es ist unser erstes Auto, das in Köln entwickelt wurde. Wir haben keine Referenzwerte, wie verlässlich die Daten sind." Andy Green sagt nur: "Es ist ein massiver Fortschritt. Jetzt müssen wir das Auto verstehen lernen und die optimale Abstimmung finden."

Force India-Nasenlöcher verletzen nicht die Ästhetik-Regel

Was ist nun so neu an diesem Auto, mit dem Optimisten bei Force India sogar von einem Angriff auf Platz 4 in der Konstrukteurs-WM träumen? Es beginnt bei der Nase. Sie ist das spektakulärste Detail des neuen Pakets. Die Form erinnert an die alte. Doch an den Seiten hat sie zwei Löcher, durch die die Luft unter die Nase strömen kann.

Und genau das ist der Trick. Trotz ihrer Länge schaffen die Nasenlöcher genau das, was sonst nur mit einer kurzen Nase zu erreichen ist. Es strömt mehr Luft Richtung Unterboden. Und sie wird durch die Löcher auch noch beschleunigt.

Andy Green bestätigt: "Im Prinzip erreichen wir das gleiche wie unsere Konkurrenten mit der kurzen Nase. Für 2016 wollen wir kürzer gehen und die Löcher behalten. Dann hätten wir einen wirklichen Vorteil. Es gleich zu versuchen, war uns eine Nummer zu heiß. Wir wollten nicht 60 Crashtests machen müssen, bis wir die Nase homologiert kriegen."

Die Nase ist nach Artikel 3.7.8. auch legal. Darin wird verlangt, dass sich der Querschnitt der Frontpartie homogen vergrößert. Um sicherzustellen, dass die Frontpartien auch optisch eine gute Figur machen. Doch wie ist das zu schaffen mit zwei Löchern in der Struktur? "Wir subtrahieren die Fläche der Löcher einfach von der Gesamtfläche und stellen sicher, dass die daraus resultierende Fläche gemäß der Regeln homogen größer wird", verrät Green.

Auto flacher dank neuem Kühlpaket

Unter der Nase folgt ein neuer Frontflügel. Red Bull-like. Keine Überraschung. Der neue Chefaerodynamiker kam von Red Bull. Auch die Leitbleche unter der Nase bekamen eine andere Form. Unterboden und Diffusor sind ebenfalls eine komplette Neukonstruktion. Die Seitenkästen ziehen sich im Heck enger zusammen, und die Motorabdeckung ist sichtbar flacher.

 Das wurde möglich durch ein völlig neues Kühlpaket. Der Ers-Kühler wanderte von seiner alten Position oberhalb des Getriebes in die Seitenkästen. Green: "Jetzt haben wir nur noch den Getriebeölkühler über dem Getriebe. So konnten wir den Schwerpunkt des Auto deutlich nach unten drücken."

Teil des Upgrades sind auch eine neue Hinterradaufhängung, neue Hinterradfelgen und modifizierte Bremsbelüftungen hinten. Die Querlenker sind auf der Fahrzeugseite zwar immer noch an den gleichen Punkten am Mercedes-Getriebe befestigt, haben aber neue Anlenkpunkte an den Radträgern. Dazu kommt eine revidierte Heckflügelaufhängung und geänderte Auspuffposition.

In Spa folgt das nächste Upgrade

Damit nicht genug. Beim GP Ungarn folgt noch ein neuer Heckflügel. Und nach der Sommerpause präsentiert Force India in Spa das Upgrade vom Upgrade. "Es wir noch einmal ein großer Schritt sein", verspricht Green.

Die Attacke innerhalb weniger Rennen hat Gründe. Das Auto, das jetzt in Silverstone debütierte, war eigentlich für den Saisonstart geplant. Und das Upgrade von Spa für Barcelona. Wegen Problemen mit dem Cashflow musste das Team aus Silverstone sein Entwicklungsprogramm nach hinten schieben. Jetzt, wo das Geld der Sponsoren in der Kasse ist, versucht Force India verlorenen Boden wettzumachen.

Das bezieht sich auf die Rundenzeit. In der WM liegt das Team auf Platz 5. Und damit im Marschplan. "Dass wir Fünfter sind ist angesichts des Autos, das wir in den ersten acht Rennen gefahren sind, unglaublich", gibt Sergio Perez zu. "Es zeigt, dass wir alles richtig und unsere Gegner, die bessere Autos hatten, ziemlich viel falsch gemacht haben."

In unserer Galerie haben wir viele neue Technik-Bilder des großen Update-Pakets.

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