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Neue Chefs bei Lotus

Boullier geht, Lopez übernimmt

Alan Permane & Eric Boullier Foto: xpb 27 Bilder

Bei Lotus gibt es einen Führungswechsel. Der Vertrag mit Teamchef Eric Boullier war ausgelaufen, was dem 40-jährigen Franzosen die Möglichkeit gibt, bei McLaren anzudocken. Teambesitzer Gérard Lopez und sein Partner Andy Ruhan werden die Lücke füllen. Ein Ersatz für Boullier wird aber nicht ausgeschlossen. Ein möglicher Kandidat ist Martin Whitmarsh.

24.01.2014 Michael Schmidt

Die Liste der Ingenieure, die Lotus zuletzt verlassen haben, ist lang. James Allison, Dirk de Beer, Gerald Murphy, Ciaron Pilbeam und Ettore Griffini liefen zu Ferrari, Mercedes und McLaren über. Jetzt auch noch Teamchef Eric Boullier. Doch dessen noch nicht bestätigter Wechsel zu McLaren war programmiert. Der Vertrag von Boullier mit Lotus lief Ende 2013 aus und war nicht erneuert worden.

Das gab Boullier die Möglichkeit, sich anderweitig zu orientieren. McLaren kommt ihm gerade Recht. Dort trifft Boullier allerdings auf eine ähnliche Konstellation wie bei Lotus. Der wahre Chef heißt Ron Dennis. Bei Lotus fand er ähnliche Verhältnisse vor. Entscheidungen wie zum Beispiel die Fahrerwahl wurden bisher schon von Teambesitzer Gérard Lopez getroffen.

Lopez für die Politik, Ruhan fürs Büro

Die Lücke wird zunächst intern geschlossen. Gérard Lopez ist offiziell Teamchef, kümmert sich aber hauptsächlich um die Belange mit der FIA und den kommerziellen Rechteinhabern. Er wird Lotus bei allen künftigen Treffen der Strategiegruppe vertreten. Geschäftsführer Matthew Carter erledigt das Tagesgeschäft, da Lopez nicht die Zeit hat, bei allen Rennen persönlich zu erscheinen.

Partner Andy Ruhan ist der Chef zuhause im Büro. Die Verantwortung auf der Rennstrecke wird hauptsächlich in die Hände von Technikchef Nick Chester und Chefingenieur Alan Permane gelegt. Lopez will abwarten, wie sich diese Struktur bewährt, kündigt aber bereits an: "Ich kann mir immer noch einen nehmen, wenn es sein muss."

Kommen Whitmarsh oder Brawn?

Zwei Namen stehen da ganz oben: Martin Whitmarsh und Ross Brawn. Beide sind im Moment frei, beide auf der Suche nach neuen Herausforderungen. Lopez hält sich zu diesem Thema bedeckt, ahnt aber bereits, dass man sein Team mit den beiden Ex-Teamchefs in Verbindung bringen wird. Seine Standard-Antwort: "Reden kann man über alles."

Das Budget für 2014 ist mit den neuen Sponsoren PDVSA, SaxoBank und YotaPhone erstmals seit der Übernahme des Renault-Teams 2010 gedeckt. Das bedeutet rund 170 Millionen Euro, zehn mehr als bisher. Da schlagen die höheren Motorkosten zu Buche. Lopez bestätigt: "Wir müssen in diesem Jahr kein Geld mehr aus eigener Tasche zuschießen."

Lotus kämpft gegen McLaren um Hauptsponsor

Wenn alles nach Plan läuft, dann könnte Lotus 2014 sogar Gewinn machen. Der Rennstall aus Enstone baggert am gleichen Hauptsponsor, mit dem auch McLaren in Verhandlungen steht. Mit dem Unterschied, dass der Preis bei McLaren höher sein dürfte. Dort müssen rund 60 Millionen Euro ersetzt werden, die Vodafone in die Teamkasse gezahlt hat.

Um welche Firma es sich handelt, ist noch nicht bekannt. Man weiß nur, dass es sich um einen japanischen Technologiekonzern handelt. Da McLaren schon vor Wochen mit Sony in Verbindung gebracht wurde, könnten vielleicht die Väter der Playstation dahinterstecken.

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