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Neue Erkenntnisse zum Alonso-Unfall

Einschlag mit 105 km/h

Fernando Alonso - McLaren - Formel 1-Test - Barcelona - 22. Februar 2015 Foto: xpb 24 Bilder

Der Unfall von Fernando Alonso in Barcelona liegt bereits 5 Tage zurück, aber er bewegt immer noch die Formel 1-Welt. GPS-Messungen haben jetzt neue Daten geliefert. Sie lösen das Puzzle immer noch nicht ganz auf. Währenddessen hat sich der Pilot erstmals selbst zu Wort gemeldet.

27.02.2015 Michael Schmidt

Die Fragen bleiben. Der Test-Unfall von Fernando Alonso in Barcelona spaltet weiter die Gemüter im Fahrerlager. Obwohl McLaren-Chef Ron Dennis die meisten Fragen beantwortet hat. Trotzdem sind einige Punkte immer noch unklar.

McLaren hat zwar erklärt, welche Bahn der McLaren bis zu dem Moment nahm, an dem das Auto nach dem Berühren des Kunstrasens nach innen abbog, doch was ist vom Kontrollverlust bis zum Aufprall in die Mauer passiert?

Ron Dennis bedauerte, dass man über diese zwei bis drei Sekunden bis zum ersten Aufprall keine Auskunft geben könne. Weil man es nicht genau wisse. Er wollte auch nicht darüber spekulieren, wann der Fahrer das Bewusstsein verlor und ob er vielleicht doch vorher kurz einen Blackout hatte.

"Wir können es nicht mit Bestimmheit sagen. Was wir wissen ist, dass er für einige Sekunden nicht bei Bewusstsein war", so Dennis. Felipe Massa entgegnete denen, die immer noch zweifeln: "Warum sollte McLaren lügen? Sie wissen ganz genau, dass die FIA bei ihrer Untersuchung alles aufdecken wird."

Was hat Alonso k.o. geschlagen?

McLaren wollte die Geschwindigkeiten und die Verzögerungswerte nicht kommunizieren. Die sind nun aber ermittelt. GPS-Messungen anderer Teams haben ergeben, dass Alonso bei Tempo 135 die Kontrolle verlor und mit 105 km/h in die Mauer eingeschlagen ist.

Die relativ geringe Differenz spricht dafür, dass der Spanier dazwischen versucht hat, das Auto noch zu retten. Wäre er die besagten zwei bis drei Sekunden bis zum Einschlag voll auf der Bremse gestanden, hätte er weit mehr verzögert.

Der erste Aufprall erfolgte mit knapp 31g. Das ist die Verzögerung, die das Auto aufgenommen hat. Die G-Sensoren in den Ohrenstöpseln ermittelten eine Verzögerung von 16g am Kopf. Beim zweiten Einschlag in die Mauer bekamen das Auto 18g und der Kopf 8g ab. Das deckt sich mit den Aussagen von Ron Dennis, der erzählte, dass der Kopf des Fahrers mit weniger als der halben Kraft beschleunigt respektive verzögert wurde.

Der Helm sah nach dem Crash so neu aus, als käme er gerade aus der Verpackung. Nicht ein einziger Kratzer. An dem von der FIA inspizierten Kopf- und Nackenschutz wurden nur leichte Eindrücke festgestellt.

Bleibt die Frage: Wurde Alonso beim Mauerkontakt k.o. geschlagen? Die Stromschlag-Theorie ist komplett vom Tisch. Der Datencheck ergab, dass die KERS-Lampe während der Fahrt vorschriftsgemäß orange leuchtete und beim Stillstand grün. Damit war das elektrische System in Ordnung. Die Streckenposten konnten den McLaren sofort anfassen.

Die Tatsache, dass er kurz bewusstlos war, die CT-Scans später aber keinen Befund brachten, hat die Ärzte jedenfalls zu besonderer Vorsicht veranlasst. Deshalb blieb er vier Tage im Krankenhaus, deshalb rieten ihm die Ärzte ab, am Test teilzunehmen.

Alonso ist in Spanien ein Superstar. Kein Arzt nimmt das Risiko auf sich, ihm einen falschen Rat zu geben. Weil sich das Hirn Beschädigungen merkt. Sollte ein zweiter Unfall bleibende Schäden hinterlassen, wäre die Verantwortung bei den Ärzten gelegen.

Alonso meldet sich per YouTube-Video

In einem am Freitag (27.2.2015) veröffentlichten >> YouTube-Video meldete sich der Crashpilot nun erstmals auch selbst zu Wort: "Wir Ihr sehen könnt, geht es mir gut", begrüßte er seine Fans. "Ich wäre gerne beim Test dabei, aber die Ärzte haben mir zu Ruhe geraten." Alonso bedankte sich für die Unterstützung und kündigte ein medizinisches Update für kommende Woche an.

Eine Stimme aus dem Fahrerlager blieb dennoch skeptisch: "Vielleicht hatte Fernando ein medizinisches Problem wie zum Beispiel einen kleinen Hirnschlag. Das würde die Vorsicht der Ärzte und den langen Krankenhausaufenthalt noch mehr erklären."

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