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Neue Formel 1-Autos mit Airbox-Segel wie 2010

Die Rückkehr der Kombis

Ferrari F10 - McLaren MP4-25 - Alonso - Button - F1 2010 Foto: sutton-images.com 21 Bilder

Die neuen Autos für 2017 sollen wieder aggressiver aussehen. Doch einen Schönheitsfehler werden sie haben. Praktisch alle Teams planen mit den hässlichen Airbox-Segeln. Für Autos nach dem Mercedes-Konzept wird das Schwert ein Muss.

20.12.2016 Michael Schmidt 7 Kommentare

Bis jetzt haben wir nur Gutes über die 2017er Autos gehört. Breiter sollen sie werden, besser proportioniert sein, aggressiver aussehen. Viele Ingenieure sprechen jetzt schon von der Rückkehr zu den besten Jahrgängen der Königsklasse. Doch einen Schönheitsfehler werden die meisten Autos mit sich tragen. Vermutlich sogar alle.

Die Airboxen bekommen wieder ein mächtiges Schwert. So wie es in ersten Ansätzen 2009 zu beobachten war und dann 2010 zur Perfektion getrieben wurde. Die WEC-Autos müssen diese Finne vom Dach bis zum Heckflügel aus Sicherheitsgründen tragen. In der Formel 1 hat es eher aerodynamische Gründe. Leider mit Nebenwirkungen. In der Seitenansicht wirken die Autos wie ein Kombi mit Steilheck. Eleganz sieht anders aus.

Problem sind die tieferen Heckflügel

Grund für die Rückkehr der Schwerter sind die neuen Heckflügelbestimmungen. Der hintere Flügel liegt 2017 nur noch 80 statt 95 Zentimeter über der Referenzebene. Und er ist 95 statt 75 Zentimeter breit. Das heißt, dass er in dieser Position die ganze verwirbelte Luft der Vorderachse abbekommt. Bei den aktuellen Flügeln strömt die schlechte Luft unter dem Flügel durch.

Autos mit starker Anstellung wie der Red Bull, Force India und McLaren haben damit weniger ein Problem als ein Mercedes, Renault oder Sauber, die nur halb so stark von vorne nach hinten angestellt sind. Das liegt daran, das je nach Anstellwinkel die verwirbelte Luft weiter hinten relativ zum Heckflügel in einer anderen Höhe ankommt. Bei 1,9 Grad Neigung liegt der Flügel höher über der Straße als bei exakt einem Grad. Damit ist es einfacher, die Verwirbelungen wie bisher unter den Flügel zu drücken.

Porsche 919 Hybrid - Bahrain 2016Foto: xpb
In der LMP1-Klasse sind die Segel vorgeschrieben.

Airbox-Schwerter soll Turbulenzen vom Flügel weglenken

Das Airbox-Segel hilft die Turbulenzen bei Kurvenfahrt vom Heckflügel fernzuhalten. Wir hören aus Teamkreisen, dass praktisch alle Teams 2017 mit dieser Kombi-Version aufkreuzen. Auf jeden Fall aber die Autos, die nicht mit so starker Anstellung fahren wie Red Bull. Weil das Problem allen bekannt ist, hat Red Bull bei einer Sitzung der technischen Arbeitsgruppe versucht, die FIA dazu zu bewegen, die Segel aus ästhetischen Gründen zu verbieten. Das war natürlich nur ein Vorwand. In Milton Keynes wusste man genau, dass so ein Verbot am meisten Hauptrivale Mercedes schaden würde.

Man muss davon ausgehen, dass Mercedes sein bisheriges Aerodynamikkonzept beibehalten will. Weil man damit Erfahrung hat. Ein Umstieg zum anderen Extrem ist zusammen mit einem völlig neuen Reglement riskant. Weil man den Windkanal neu mit der Strecke abgleichen muss. Force India hat für diesen Prozess über ein Jahr gebraucht.

Noch ein Detail im Reglement hilft dem Konzept der starken Anstellung. Dank neuer Freiheiten bei den Leitblechen vor den Seitenkästen, ist es einfach, künstliche Wirbel zu erzeugen, die dann den Boden seitlich zur Straße hin abdichten. Genau das ist ein Problem für Autos, die hinten hochstehen. Jetzt haben Red Bull und Co. ausreichend Hilfsmittel in der Hand, die Autos hinten noch höher anzuheben.

In unserer Fotoshow zeigen wir Ihnen die Airbox-Segel von 2009 und 2010 und Lösungen aus anderen Rennserien.

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Es geht nicht nur um Schönheit, die ist relativ. Es geht um Geschwindigkeit und Sicherheit, das ist wichtig!

Peter Backes 24. Dezember 2016, 13:52 Uhr
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