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Neue F1-Sparvorschläge

Entwicklung bald nur noch bis zum Sommer?

Force India - Formel 1 - GP Spanien - Barcelona - 9. Mai 2014 Foto: ams 25 Bilder

Der Kostengipfel der Formel 1-Teams war nicht ganz umsonst. Weil sich die großen Teams gegen eine Budgetgrenze sträuben, haben die kleinen Alternativvorschläge gemacht. Die FIA hat noch bis zum 30. Juni Zeit, die Maßnahmen in ein Reglement zu packen.

09.05.2014 Michael Schmidt

Red Bull, Ferrari, Mercedes, McLaren und Williams haben über alle Köpfe hinweg entschieden, dass eine Budgetdeckelung nicht kommen wird. Da hatten sie aber nicht die Rechnung mit den kleinen Teams gemacht. Die wollten es sich nicht gefallen lassen, vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden.

Mit der Drohung einer Klage vor dem EU-Wettbewerbsgericht erstritten sich Force India, Sauber, Marussia und Caterham einen Kostengipfel, an dem alle Teams teilnehmen durften. Weil klar war, dass die großen Rennställe eine Kostenobergrenze nie akzeptieren würden, kam die Rebellengruppe mit Alternativ-Vorschlägen.

Entwicklung wird ab 1. Juli eingefroren

Im Prinzip sind es fünf Maßnahmen, die den Entwicklungswettlauf und damit das große Geldausgeben einbremsen sollen. Zunächst soll die Entwicklung am aktuellen Auto nur bis zum 1. Juli möglich sein. Nur bis dahin homologierte Teile dürfen bis zum Saisonende eingesetzt werden.
 
Das gibt den Teams einerseits genügend Zeit auf Konstruktionsfehler zu reagieren, und sich danach auf die Entwicklung des neuen Autos zu konzentrieren. Gerade die Parallelentwicklung von altem und neuem Auto in der zweiten Saisonhälfte geht ins Geld und bringt die kleinen Teams fast um.

Weniger Windkanal, mehr CFD

Weiter soll an einem GP-Wochenende verboten werden, Teile nach der technischen Abnahme einzufliegen. Ans Auto darf nur, was am Freitagmorgen von den FIA-Delegierten homologiert wurde. Damit wäre der Nachschub mit Privatjets oder als Handgepäck im Flugzeug unterbunden.
 
Windkanalzeit soll weiter beschnitten werden. Von 60 auf 40 Stunden pro Woche. Erlaubt sind dann nur noch fünf Achtstunden-Schichten von Montag bis Freitag. Das gibt den Teams die Möglichkeit, ihren Windkanal in der restlichen Zeit an Kunden aus anderen Rennserien zu vermieten. Windkanalzeit ist teurer als CFD-Simulation. Die Ingenieure sollen in Zukunft mehr im virtuellen als im richtigen Windkanal arbeiten.

GP-Wochenende schrumpft auf zweieinhalb Tage

Die Liste der Gleichteile soll erhöht werden. Im Moment darf man außer dem Motor und dem Getriebe im Wesentlichen nur die Hydraulik bei anderen Teams einkaufen. Es wird überlegt, auch die Lenkung, Radträger und Fahrwerkskomponenten auf die Liste zu setzen.

Das GP-Wochenende soll zudem von drei auf zweieinhalb Tage verkürzt werden. Das Programm der Formel 1 beginnt dann erst am Freitagnachmittag. Am Morgen werden die Fahrzeuge homologiert. Und die Fahrer spulen ihr PR-Programm ab. Das spart dem 60-Mann-Tross eine Übernachtung.

Strafen heute für Vergehen von gestern

Die FIA muss jetzt aus der Flut an Sparvorschlägen ein Reglement zimmern. Wenn sie es vor dem 30. Juni zur Abstimmung bringt, reicht eine Mehrheitsentscheidung, um es bereits 2015 einzuführen. Alles nach der Frist braucht Einstimmigkeit.

Force India-Sportdirektor Bob Fernley fordert den Verband dazu auf, endlich in Aktion zu treten: "Das ganze macht nur Sinn, wenn es vernünftig überwacht und bei Verletzung der Vorgaben auch bestraft wird. Der beste Kontrollmechanismus sind Leute, die das Team wechseln. Das Strafsystem muss so ausgelegt sein, dass alte Vergehen in der aktuellen Saison mit Punktabzug geahndet werden. Damit es richtig wehtut."

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