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Neue Start-Regeln für Spa

Fahrer müssen in Ungarn üben

Start - Formel 1 - GP Österreich 2015 Foto: Wilhelm

Ab dem Grand Prix von Belgien nach der Sommerpause bekommen die Piloten keine Hilfe mehr beim Startprozess. Zum Üben bleibt nun nicht mehr viel Zeit, wie Mercedes-Technikchef Paddy Lowe erklärt.

16.07.2015 Tobias Grüner

Manchmal brauchen die Verantwortlichen in der Formel 1 ewig, um Entscheidungen zu treffen. Und manchmal geht es ganz schnell mit Regeländerungen. Im Falle der neuen Startprozedur handelt es sich um Letzteres. Beim Strategie-Meeting kurz vor dem GP England war das Vorhaben beschlossen worden. Nur wenige Tage nach dem Silverstone-Rennen flatterte den Teams die entsprechende Technik-Direktive TD/017-15 ins Haus.

Danach sollen die Piloten wie ursprünglich angekündigt schon beim GP Belgien mehr Verantwortung beim Start bekommen. Die Ingenieure am Kommandostand dürfen dann nicht mehr helfen. Die FIA hat präzise Anweisungen gegeben, was künftig erlaubt ist und was nicht. So darf der Pilot beispielweise nicht mehr die Kupplungseinstellungen verändern, nachdem er am Rennsonntag erstmals die Box verlassen hat.

Früher bekamen die Fahrer noch Hilfe von der Technik. Mit einigen Übungsstarts errechnete die Elektronik den Grip auf dem Asphalt und kalibrierte anschließend die Kupplung. Nun müssen die Piloten selbst ein Gefühl dafür bekommen, wie schnell sie die Kupplung kommen lassen und wie viel Gas sie geben können, ohne dass die Räder durchdrehen.

Auch die Kommunikation mit den Ingenieuren wurde stark eingeschränkt. Früher hatten die Techniker die Piloten noch über Reifen- und Bremstemperaturen informiert und Anweisungen für die Startprozedur ins Cockpit gefunkt. Damit ist es ab Spa vorbei. Vor dem Start sind nur noch Informationen erlaubt, wenn es sich um technische Probleme oder gefährliche Situationen handelt.

Mercedes lässt Piloten in Ungarn Starts üben

Mercedes-Technikchef Paddy Lowe warnt davor, die Auswirkungen der neuen Regeln zu unterschätzen: "Wir haben nicht viel Zeit. Und es gibt für die Fahrer nicht viele Möglichkeiten die neuen Abläufe zu testen. Die Piloten müssen nun viel mehr Dinge alleine machen, bei denen sie früher unterstützt wurden. Wir haben immerhin noch den GP Ungarn. Dort werden wir wohl ein ordentliches Trainingsprogramm durchführen. Das wird sicher interessant."

Obwohl der Kommandostand nun keine Möglichkeit mehr zum Eingreifen hat, begrüßt der oberste Mercedes-Ingenieur die neuen Regeln: "Der Fahrer bekommt nun wieder mehr Verantwortung. Das geht in die richtige Richtung. Das ganze Prozedere rund um die Starts wurde in den letzten 10 bis 15 Jahren von den Teams zu stark kontrolliert. Das ist also eine gute Änderung. Mal sehen, wie es sich auswirken wird", so Lowe.

Rosberg erhofft sich Vorteil

Auch Nico Rosberg freut sich auf die neuen Aufgaben: "Das macht die ganze Sache aufregender. Wir haben den Start nun mehr in der eigenen Hand, was es aber auch schwieriger macht. Es gibt mehr Variablen, deshalb wird es deutlich schwerer vorherzusagen, wie die Starts ausgehen werden. Ich hoffe, dass ich es meinem Vorteil nutzen kann."

Teamkollege Lewis Hamitlon sieht die ganze Angelegenheit nicht so dramatisch: "Wir haben ja immer noch die gleiche Verantwortung. Früher konnte das Team berechnen, wie gut der Grip ist und wie viel Drehmoment beim Start anliegen muss. Nun können wir nichts mehr verstellen. Da werden wohl einige Fahrer schlechte Starts haben, was die ganze Sache etwas aufregender macht."

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