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Neue Formel 1-Regeln

Tankstopps und freie Reifenwahl

Jarno Trulli - GP Spanien 2005 Foto: xpb 38 Bilder

Die Formel 1-Strategiegruppe hat sich auf einige Vorschläge zu neuen Regeln geeinigt. Ab 2016 sollen die Teams selbst entscheiden, mit welchen Reifenmischungen sie fahren. Für 2017 sollen Tankstopps wieder erlaubt werden. Das soll für mehr Action sorgen.

15.05.2015 Tobias Grüner

Eigentlich sollte die Formel 1-Strategiegruppe in ihrem Meeting am Donnerstag (14.5.2015) Lösungen zum Überleben der finanzschwachen Formel 1-Teams bringen. Doch alle Sparvorschläge wurden wie üblich von den Entscheidungsträgern abgelehnt. Stattdessen will man mit kleinen Anpassungen dafür sorgen, dass sich die Show für die Zuschauer verbessert.

Teams dürfen Reifen selbst auswählen

So soll es den Teams ab 2016 erlaubt sein, die 2 Reifenmischungen für ein Grand Prix-Wochenende selbst auszusuchen. Bisher wählte immer Lieferant Pirelli die beiden Sorten für das Rennen aus. Der Vorschlag war von Force India eingebracht worden und traf bei den anderen Vertretern offenbar auf Zustimmung. Nur Pirelli zeigte sich bislang wenig begeistert von der Idee.

Eine weitere Neuerung, die von der Strategiegruppe abgesegnet wurde, ist die Wiedereinführung von Tankstopps ab 2017. Erst 2010 war das Nachtanken verboten worden. Jetzt wird es mit der Begründung wieder eingeführt, dass die Maßnahme die Show verbessert. Viele Fans erinnern sich noch an spektakuläre Unfälle, bei denen Tankschläuche vor der Abfahrt nicht entfernt wurden oder sich Benzin entzündete.

Bringt Nachtanken eine besser Show?

Trotz Nachtanken soll es bei einer Maximal-Spritmenge von 100 kg bleiben. Ein Garant für spannende Rennen sind Tankstopps allerdings nicht. Die Tanks der Autos werden kleiner. Die Unterschiede im Gewicht der Spritmenge vom Start zum Ziel sind somit geringer. Für die Ingenieure wird es einfacher, ein passendes Setup für das ganze Rennen zu finden.

Außerdem verlieren die Teams durch das Nachtanken strategische Möglichkeiten: Frühe Boxenstopps - sogenannte "Undercuts" - sind nicht mehr möglich, weil der Vorteil eines frischen Reifens durch das höhere Spritgewicht aufgefressen wird. Auch werden Fehler beim Reifenwechsel seltener. Durch das längere Nachtanken können sich die Schrauber an den Rädern künftig wieder mehr Zeit lassen.

Autos sollen schneller, aggressiver und lauter werden

Außerdem wird angepeilt, dass die Rundenzeiten um 5 bis 6 Sekunden schneller werden. Das Gewicht der Autos soll um 40 - 50 Kilogramm verringert werden. Breitere Reifen und neue Aerodynamik-Regeln sollen den Rest ausmachen. Wie das genau aussehen soll, ist noch nicht bekannt.

Den Autos soll dabei auch noch ein aggressiveres Aussehen verpasst werden. Als Vorlage wurden Vorschläge von Ferrari und Red Bull diskutiert. Offenbar soll der Look eher in Richtung des extremeren Ferrari-Modells gehen. Der Red Bull war offenbar nicht revolutionär genug. Genaue Details soll eine technische Arbeitsgruppe später ausarbeiten.

Zudem werden die Autos wieder lauter. Höhere Drehzahlen der Motoren sollen für höhere Dezibel-Zahlen sorgen. Am Einfachsten könnte das durch die Verringerung der Zahl der Gänge im Getriebe erreicht werden - diskutiert wurde eine Reduktion von 8 auf 6 Stufen.

Auch über das Format eines Rennwochenendes wurde gesprochen. Als Vorschlag kam das DTM-Format mit 2 Rennen pro Wochenende auf den Tisch. Auch eine Verkürzung der Renndistanz war im Gespräch. Allerdings äußerte Bernie Ecclestone Bedenken wegen des zu erwartenden Vetos der TV-Anstalten. Entscheidungen dazu gab es deshalb diesbezüglich noch nicht.

Eine weitere mögliche Änderung betrifft die Starts: Piloten sollen künftig ohne Hilfe des Computers losfahren. Es ist wahrscheinlich, dass hier eine Einigung gefunden wird. Abgelehnt wurde dagegen der Vorschlag, noch in dieser Saison einen zusätzlichen Motor zu erlauben. Es bleibt bei 4 Antriebseinheiten für das gesamte Jahr.

Diskussion über Kundenautos

Über das Thema Kundenautos wurde ebenfalls gestritten. Dabei kam auch ein alter Vorschlag wieder auf den Tisch: Kundenteams sollen künftig die Möglichkeit bekommen, Autos zu einem bestimmten Fixpreis bei den Konstrukteursteams zu kaufen. Das spart im ersten Schritt Geld. Die Kundenteams bekommen von Bernie Ecclestone dann allerdings keine Erfolgsprämie mehr, sondern nur eine (geringere) Fixsumme ausbezahlt - unabhängig davon ob sie Erster oder Zehnter in der WM werden.

Was halten Sie von den Ideen? Ist das schon die Rettung der Formel 1?

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