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Neue Fotos und Infos vom Sainz-Unfall

Kontrollverlust bei 309,4 km/h

Carlos Sainz - Toro Rosso - Unfall - GP Russland - Sochi - Samstag - 10.10.2015 Foto: Wilhelm 14 Bilder

Die Formel 1 hat wieder einmal Glück gehabt. Carlos Sainz hat einen mörderischen Unfall im dritten Training praktisch unverletzt überstanden. Der ToroRosso-Pilot war 309,4 km/h schnell, als er die Kontrolle verlor. Hinterher gab es Lob und Kritik am Unfallhergang.

10.10.2015 Michael Schmidt

Man sollte im Rennsport nicht abergläubisch sein. Der Unfall passierte in Kurve 13. Carlos Sainz kam mit 309,4 km/h durch die Messstelle am Ende der Gegengeraden geflogen. Die Strecke macht dort einen langen Bogen nach links. Genau dort wird Kurve 13 angebremst. In diesem Augenblick passierte es. Der ToroRosso stellte quer, touchierte zuerst mit dem linken Vorderrad die Mauer, dann mit dem linken Hinterrad.

Der erste Aufprall schlug das Vorderrad ab. Es landete auf dem Chassis exakt vor dem Cockpit. Dann knickte das Hinterrad ab. Damit war der ToroRosso nicht nur seiner Vorderradbremsen beraubt. Die Unfallexperten der FIA berichteten, dass das Auto auf der Bodenplatte Richtung Absperrungen rutschte. Bremswirkung gleich null. Die Auslaufzone ist dort angesichts der hohen Geschwindigkeit relativ kurz. Mehr ließ das zur Verfügung stehende Gelände nicht zu. Vor der Mauer stehen drei Lagen Tecpro.

Toro Rosso-Nase verhakte sich mit Tecpro Barriere

Die Plastik-Bauklötze federten das Auto optimal ab. Wobei die Aufprallenergie geringer gewesen sein soll als beim Unfall von Teamkollege Max Verstappen beim diesjährigen GP Monaco. Die Nase des ToroRosso faltete sich wie vorgesehen zusammen, so dass maximal Energie vernichtet wurde. Der Karbonrumpf hatte sich so fest mit der letzten Tecpro-Barriere verhakt, dass die Bergung des Autos eine Stunde dauerte. Der Fahrer war während des Unfalls immer bei Bewusstsein. Er nahm sogar selbst den Helm ab.

Kritik an der Bergung wurde von der Rennleitung zurückgewiesen. Sie dauerte nur etwas länger, weil das Fahrzeug völlig unter den Tecpro-Bausteinen eingegraben war (siehe Fotos) und die Ärzte erst einen Weg finden müssen, um Sainz von oben zu bergen. "Und das ist absolut professionell abgelaufen", bestätigte FIA-Rennleiter Charlie Whiting.

Kritik der zu tiefen Nase zurückgewiesen

Bei einigen Teams kam Kritik auf, dass der ToroRosso überhaupt unter den Highspeed-Absperrungen durchtauchen konnte. Das gleiche war bereits bei dem Unfall von Verstappen in Monte Carlo zu sehen. Ein Grund dafür sind die abgesenkten Nasen. "Wir haben als erstes Team davor gewarnt", meinte Red Bull-Berater Helmut Marko. Das darf jedoch kein Argument sein. Eine Formel 1-Nase ist immer noch höher als die Frontpartie anderer Rennautos. WEC zum Beispiel oder IndyCar.

Die Höhe der Nase wurde so gewählt, um bei einem T-Bone-Unfall Auto gegen Auto so wenig Schaden wie möglich anzurichten. Bei einem Frontalaufprall müssen die Absperrungen die Aufgabe erledigen. Der Unfall von Sainz zeigte, dass das System Tecpro funktioniert, auch wenn das Auto sich in die Plastik-Klötze eingräbt. "Das war das Worstcase-Szenario, und der Pilot ist unverletzt geblieben. Mehr geht nicht", kommentierte Rennstrecken-Architekt Hermann Tilke.

Hat das DRS zu spät zugemacht?

Die Frage, warum Sainz die Kontrolle verloren hat, konnte noch nicht geklärt werden, weil das Auto so spät an die Boxen zurückgebracht wurde. Marko vermutete aus der Tatsache, dass zuerst das linke Vorderrad blockierte und dann beide Hinterräder, dass der Heckflügel vielleicht eine Spur zu spät zuklappte. Dazu kommt, dass ToroRosso seine Autos wegen des hohen Spritverbrauchs auf weniger Abtrieb trimmt als es eigentlich nötig wäre.

Lotus-Einsatzleiter Alan Permane bestätigte wie eng der Übergang zwischen dem Deaktivieren des DRS und dem Bremsmanöver ist. "Uns ist die Nummer zu heikel. Wenn das DRS automatisch mit der Bremse gekoppelt ist und nur fünf Meter zu früh schließt, hat der Fahrer ein Problem. Deshalb haben wir für Sochi eine Handschaltung eingebaut. Unsere Fahrer deaktivieren das DRS manuell."

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