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Neue Funk-Regel entschärft

FIA nimmt Funkverbot teilweise zurück

Mercedes Lenkrad 2014 - Nico Rosberg Foto: ams 18 Bilder

Das Funkverbot wurde zum Teil entschärft. Fahrtipps bleiben weiter verboten. Warnungen vor Problemen oder Instruktionen zu Einstellungen am Lenkrad sind bis Saisonende erlaubt. Die FIA will mit dieser Lockerung eine Zweiklassengesellschaft verhindern.

19.09.2014 Michael Schmidt

Fünf Stunden vor dem ersten freien Training zum GP Singapur bekamen die Teams Post von FIA-Rennleiter Charlie Whiting. Wie erwartet nahm der Weltverband sein partielles Funkverbot teilweise zurück.

Die Einschränkungen gelten bis zum Saisonende. Ab 2015 fährt der Weltverband einen harten Kurs. Dann sind wie ursprünglich geplant sämtliche Kommandos, die den Fahrer bei seiner Arbeit unterstützen, untersagt.

Für die letzten 6 Rennen dieser Saison gilt ein gelockertes Funkverbot. Verboten bleiben Fahrtipps wie: Fahre in Kurve 4 nicht über die Randsteine. Oder: Du musst Sprit sparen und in allen Kurven 20 Meter früher bremsen. Oder: Fahre in einem höheren Gang. Oder: Dein Teamkollege ist in Sektor 2 um ein Zehntel schneller. Oder: Fahre in Kurve 10 eine andere Linie. Deine Hinterreifen werden zu heiß.

Hier die offizielle Verbotsliste der FIA:

  • Anweisung zur Linienwahl in bestimmten Abschnitten
  • Information über das Überfahren der Kerbs
  • Setup-Einstellungen für bestimmte Kurven
  • Sektor-Zeiten-Details anderer Fahrer
  • Geschwindigkeitsvergleich mit anderen Fahrern
  • Vergleich der Gangstufe (Getriebe) mit einem anderen Fahrer
  • Generell Informationen über die Wahl der Gänge
  • Informationen über Bremspunkte
  • Informationen über Bremsleistung
  • Informationen über Bremsstabilität
  • Informationen über Gaspedal / Beschleunigung
  • Information über DRS im Vergleich mit anderen Fahrern.
  • Anweisung den Überholknopf zu benutzen
  • Generelle Informationen über Fahrtechnik

Info über Spritverbrauch und Ladezustand weiter erlaubt

In einigen Punkten ruderten die Regelhüter zurück. Die Ingenieure dürfen den Fahrern weiterhin Instruktionen über sämtliche Einstellungen am Lenkrad geben. Allerdings nicht bezogen auf einen bestimmten Punkt der Strecke.

Erlaubt ist es zum Beispiel, dem Fahrer zu bitten, die Bremsbalance um eine Stufe nach vorne zu stellen. Verboten ist, ihm zu sagen, dass er das nur in bestimmten Kurven tun soll. Das fällt unter Fahrtipps.

Informationen über den Spritverbrauch, den Bremsverschleiß und die Ladezustand der Batterie haben ebenfalls bis Saisonende Galgenfrist. Genauso wie alle sicherheitsrelevanten Warnungen, zum Beispiel über einen schleichenden Plattfuß.

Fünf Teams ohne großes Display

Die FIA gab den Bitten der Teams aus einem Grund nach. Das ursprüngliche Verbot hätte die fünf Teams benachteiligt, die keinen großen Bildschirm im Lenkrad haben (siehe Bildergalerie). Also Red Bull, Caterham, Williams, Lotus und Force India. Diese Autos sind nur mit einer kleinen Digitalanzeige am Cockpitrand ausgestattet.

Die Fahrer hätten mühsam von einer Information zur nächsten scrollen müssen. Die Entscheidung, ob großes Display oder nicht, fiel bei den entsprechenden Teams bereits vor einem Jahr. Es wäre unfair gewesen, sie jetzt vor vollendete Tatsachen zu stellen.

Und es hätte den großen Teams wieder eine Steilvorlage gegeben, weil sie schneller in der Lage gewesen wären, die Software so umzuschreiben, dass der Fahrer sämtliche wichtigen Instruktionen leicht am Display ablesen kann. Es wäre im doppelten Sinne eine Zweiklassengesellschaft geworden.

Das Funkverbot auf Raten ist offenbar nur der erste Schritt. Bernie Ecclestone deutete in Singapur an, dass er sich in Zukunft ein komplettes Telemetrie-Verbot vorstellen kann.

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