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Neue Nase aufgeschoben

Mercedes fällt durch Crashtest

Nico Rosberg - Mercedes - Formel 1 - Bahrain - Test - 1. März 2014 Foto: ams 43 Bilder

Mercedes bringt einen neuen Frontflügel und eine schlankere Motorverkleidung nach Australien. Das Technik-Update soll zwei Zehntel pro Runde bringen. Die neue Nase musste allerdings in der Firma bleiben. Sie schaffte den Crashtest nicht.

13.03.2014 Michael Schmidt

So ändern sich die Zeiten. Red Bull betreibt beim Saisonauftakt in Melbourne Basisarbeit. Man wäre froh, wenn Renault seine Probleme so weit gelöst hat, dass man regelmäßig zum Fahren kommt. Mercedes ist schon einen Schritt weiter. In den Transportkisten waren auch ein neuer Frontflügel und eine enger anliegende Motorverkleidung verpackt. Chefdesigner Aldo Costa kündigte an: "Mit dem neuen Flügel sind wir einen extremen Weg gegangen." Am Donnerstag blieb der Flügel gut versteckt.

Mercedes-Nase schafft Crashtest nicht

Seitenkästen und Heckverkleidung sind kompakter als zuletzt in Bahrain, wo jeden Testtag neue Löcher in die Außenhaut geschnitzt wurden. Erst die Analyse der Kühlprobleme machte den Verschlankungsprozess möglich. Experten im Stammwerk Sindelfingen brachten die Formel 1-Ingenieure auf die Spur. Die Leitungen im Wasserkreislauf waren kontaminiert. "Die kannten das Problem aus der Serie und hatten für uns gleich die richtige Lösung parat", berichtet Teamchef Toto Wolff.

Insgesamt soll das erste große Upgrade der Saison zwei Zehntel bringen. Ein wichtiges Detail ließ Mercedes zuhause. Die neue, kürzere Nase. Sie schaffte den Crashtest nicht. Da ist noch Entwicklungsarbeit gefragt, denn es ist ein ehrgeiziges Projekt. Die Nase ist so kurz, dass sie den Flügel überhaupt nicht mehr überdeckt. Das verbessert die Anströmung des Flügels. Bei dieser Lösung bleiben aber nur noch 75 Zentimeter Karbonstruktur bis zum vorderen A-A-Schott. Experten zweifeln, ob es überhaupt zu schaffen ist, die Crashtestnormen auf so wenig Platz zu erfüllen.

Ferrari rüstet bei Turbolader-Schutz nach

In einem Punkt war Mercedes aber erfolgreich. Die Motoreningenieure hatten sich zusammen mit ihren Kollegen von Renault dafür stark gemacht, dass Ferrari einen Schutzmantel um seinen Turbolader baut. In Brixworth und Paris wurde das Reglement so interpretiert, dass diese Abdeckung Pflicht ist, damit im Fall einer Laderexplosion keine Teile nach außen dringen. Der Stahlmantel wiegt ungefähr drei Kilogramm.
 
Ferrari konnte der FIA nachweisen, dass ihre Konstruktion auch ohne den Schutz sicher ist, weil jeder Schaden im Vorfeld abgefangen wird. Der Weltverband ließ sich Zeichnungen und Daten schicken und war zufrieden. Doch Mercedes und Renault ließen nicht locker. Ferrari wird nun offenbar freiwillig den Schutzmantel anbringen, allerdings mit ein paar Rennen Verzögerung. Die Konstruktion ist nicht von heute auf morgen zu bewerkstelligen.
 
Damit macht Maranello gute Miene zum bösen Spiel. "Unsere Lösng ist sicher", heißt es aus dem roten Lager. Man wollte sich aber für den unwahrscheinlichen Fall absichern, dass bei einem Defekt in der Turbine doch Teile das Ladergehäuse verlassen. Dann wäre die FIA ihren Statuten gemäß gezwungen gewesen, das Auto als unsicher einzustufen.

In unserer Bildergalerie zeigen wir Ihnen noch einmal die letzten Updates von den Testfahrten aus Bahrain - mit vielen Mercedes-Neuheiten.

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