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Neue Pirelli-Reifen

Stunde der Wahrheit erst bei Kälte

Ferrari - Formel 1 - GP Ungarn - 26. Juli 2013 Foto: xpb 88 Bilder

Pirelli hat neue Reifen nach Ungarn gebracht. Im Freien Training durften die Gummis erstmals ausprobiert werden. Von den Piloten hörte man nur wenig Klagen. Bei Pirelli will man aber noch kein verfrühtes Fazit ziehen.

26.07.2013 Tobias Grüner

Die Reifen sind nach wie vor ein Thema in der Formel 1. Am Freitag (26.7.2013) bekamen in Budapest erstmals alle 11 Teams die Gelegenheit, die modifizierten Slicks auszuprobieren. Um die Sicherheitsprobleme zu lösen, hatte der Reifenlieferant die Karkasse ausgetauscht. Die Formel 1 ist nun wieder auf dem Unterbau von 2012 unterwegs - kombiniert mit den Gummimischungen von 2013.

Große Probleme hat es scheinbar nicht gegeben. Auf der rutschigen Strecke klagten einige Piloten über Körnen, das aber mit mehr Gummi auf der Bahn im Rennen kein Thema mehr sein sollte. Auch vereinzelte Blasenbildung auf der Lauffläche konnte Pirelli-Sportchef Paul Hembery nicht aus der Ruhe bringen. "Das Feedback von Fahrern und Teams war sehr positiv", freute sich der Brite. "Sowohl was Speed als auch was Haltbarkeit angeht, liegen die Reifen im Rahmen unserer Erwartung."

Große Unterschiede zwischen den Mischungen

Die zwei Mischungen verhalten sich sehr unterschiedlich. Der harte Reifen hält relativ lange, ist aber in der Handhabung nicht einfach. "Wenn man damit aus dem Arbeitsfenster gerät, ist man verloren", so Adrian Sutil über seine Erfahrung aus den beiden Trainings. "Wenn die zu kalt werden, dann verlierst Du sofort zwei Sekunden." Die Fahrer müssen vor allem aufpassen, dass sie damit nicht in den Dreck neben die Ideallinie geraten.

Der weiche Reifen ist deutlich verschleißfreudiger. Allerdings auch deutlich schneller. "Der Unterschied ist ungefähr 1,5 Sekunden pro Runde", erklärte Hembery nach Ansicht der Daten. Eigentlich hatte der Ausrüster mal mit einer halben Sekunde Unterschied zwischen zwei Mischungen geplant. Aber große Unterschiede sorgen für Spannung in Sachen Stratgie.

Wer in den ersten Startreihen stehen will, muss im Q3 mit den weichen Reifen ins Rennen gehen. Da sich die beiden Mischungen von der Haltbarkeit stark unterscheiden, dürften einige Piloten im Qualifying wieder pokern, um das Rennen mit dem harten Gummi zu starten. Vor allem am Ende der Top Ten, hinter den vier Top-Teams Red Bull, Lotus, Ferrari und Mercedes dürfte das mehr als nur eine Option sein.

Reifen-Probleme bei kühlen Temperaturen?

Bei Pirelli rechnet man mit 2 bis 3 Stopps im Rennen am Sonntag. "Ein Einstopp-Rennen halte ich für ziemlich ausgeschlossen", so Hembery. In die Strategie einberechnen müssen die Teams das neue Tempolimit in der Boxengasse. Das wurde von 100 km/h auf 80 km/h gesenkt. Folge: Die Piloten verlieren bei einem Reifenwechsel nun 4 Sekunden mehr als früher.

Die Frage, ob die Reifen etwas am Kräfteverhältnis geändert haben, konnte in Ungarn noch nicht abschließend beantwortet werden. "Ich denke, wir haben einen Vorteil verloren", so die erste Vermutung von Force India-Pilot Sutil. Hembery widerspricht: "Für uns sieht es so aus, als habe sich nichts geändert. Die Reihenfolge ist die gleiche wie früher."

Allerdings will man bei Pirelli kein verfrühtes Fazit ziehen. "Wie gut die Autos mit den Reifen zurechtkommen, wird man erst sehen, wenn das Wetter kühler wird. Dann werden einige sicher wieder Probleme bekommen, die Reifen in das Temperaturfenster zu bekommen." In Ungarn besteht diesbezüglich keine Gefahr. Die Asphalttemperatur stieg schon im Training auf 46°C an. Und am Sonntag soll es noch heißer werden.

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