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Neue Pirelli-Testprozedur

FIA präzisiert Regeln für Reifentests

Mercedes Pirelli GP Monaco 2013 Foto: Pirelli 18 Bilder

Das Urteil im Reifenprozess gegen Mercedes wirft die Frage auf, wie es jetzt weitergeht mit Reifen-Testfahrten. Darf Pirelli oder dürfen sie nicht? Sie dürfen, müssen aber erst die FIA fragen und eine Reihe von Bedingungen erfüllen. Wenn die abnickt, können sich die anderen Teams nicht wehren.

27.06.2013 Michael Schmidt

Wie geht es jetzt weiter im täglichen Theater um die Reifen? Das Urteil des Schiedsgerichts im Reifen-Skandal gegen Mercedes war zwar milde, aber auch glasklar. Mercedes hat gegen zwei Regeln verstoßen. Und auch Pirelli kam nicht ungeschoren davon. Wie für Mercedes gab es eine Verwarnung.

Doch was heißt das für die Zukunft? Sind Testfahrten, die Pirelli für die Reifenentwicklung dringend braucht, damit ein für allemal verboten? Würde sich nicht jedes andere Teams wie Mercedes schuldig machen, gegen Artikel 22.4. zu verstoßen, der es verbietet während der Saison mit einem aktuellen Auto zu testen? Die Antwort lautet nein. Reifen-Testfahrten sind erlaubt, auch mit einem 2013er Auto, solange sich alle Beteiligten an die Bedingungen halten, die vom Verband nach dem Prozess noch einmal klar definiert wurden.

FIA präzisiert Bedingungen für Reifentests

Erste Bedingung: Das Team und Pirelli müssen beweisen, dass der Test von Pirelli organisiert, bezahlt und durchgeführt wird. Der Antrag muss mindestens zwei Wochen vor dem Test gestellt werden. Zweite Bedingung: Pirelli muss einen exakten Testplan an die FIA schicken. Wenn die Behörde den Test bewilligt, wird sie in Zukunft einen Aufpasser vor Ort schicken. Auch die anderen Teams dürfen Beobachter entsenden, sie können den Test aber nicht ablehnen, solange Pirelli seiner Pflicht nachkommt, jedes Team zu einem solchen Test einzuladen. Die Test- und Reifendaten müssen im Besitz von Pirelli bleiben und dürfen dem Testteam nicht mitgeteilt werden. Wie in der Verhandlung in Paris klar wurde, hatte Pirelli drei Tage vor dem Prozess an alle Teams mögliche Testdaten verschickt.

Streit um den Entwicklungsreifen von Montreal

Wer glaubt, an der Reifenfront sei jetzt Frieden eingekehrt, der irrt. Spätestens um den GP Belgien herum wird es wieder Ärger geben. Red Bull und Mercedes kämpfen hinter den Kulissen weiter angestrengt dafür, dass Pirelli nach der Sommerpause den neuen Hinterreifen einsetzt, der am Freitag in Montreal getestet wurde.

Die beiden Pirelli-Kritiker waren mit dem Ergebnis zufrieden. Der Reifen, dessen äußerer Gürtel aus Kevlar statt aus Stahl besteht, erwies sich als unzerstörbar. Es ist abzusehen, dass damit auch der Verschleiß rapide sinkt. Das würde Red Bull und Mercedes helfen. Lotus, Force India und Ferrari sind zu demselben Schluss gekommen. Deshalb haben sie proforma schon einmal durchblicken lassen, dass sie gegen den Einsatz dieses Reifens ab dem Rennen in Spa sind. Niki Lauda verzweifelt: "Diese Situation zeigt, dass wir für den Notfall bessere Gesetze brauchen. Es geht nicht, dass ein paar Teams alles blockieren."

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