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Viel Lärm um nichts

Kein Startchaos in Spa

Start - GP Belgien 2015 Foto: xpb 68 Bilder

Die Ingenieure haben wegen der neuen Startprozedur vor einem Startchaos in Spa gewarnt. Die Fahrer blieben dagegen gelassen. Sie behielten Recht. Beim Start zum GP Belgien gab es nicht mehr Platzverschiebungen als beim Rennen zuvor in Ungarn.

25.08.2015 Michael Schmidt

Die Sache wurde heißer gekocht als gegessen. Das große Startchaos in Spa blieb aus. Trotz der neuen Startprozedur, die es verbietet den Druckpunkt der Kupplung nach dem Verlassen der Boxengasse zu ändern und die Instruktionen über Funk an die Fahrer untersagt. Die Ingenieure machten sich im Vorfeld des GP Belgien mehr Sorgen als die Fahrer.

"Ich glaube nicht, dass sich viel ändert", prophezeite zum Beispiel Felipe Massa. Der Brasilianer behielt Recht. Beim Start zum GP Belgien gab es beim Spurt in die erste Kurve keine größeren Verschiebungen als beim Rennen davor in Ungarn. Kein Auto blieb stehen.

Lewis Hamilton und Pastor Maldonado behielten ihre Positionen. In Budapest schaffte das nur der letzte Will Stevens. Die größten Gewinner am Start waren in Spa Fernando Alonso und Max Verstappen mit jeweils 4 gewonnenen Plätzen. Will Stevens gab 5 Positionen ab. 9 Fahrer profitierten, 7 zogen eine Niete.

Gleiches Bild am Hungaroring. Dort war Nico Hülkenberg der König. Er sprang von Platz 11 auf Rang 7. Romain Grosjean fabrizierte den größten Absturz. Von Platz 10 auf 16. Auch beim GP Ungarn glichen sich Gewinner und Verlierer praktisch aus. 10 eroberten Positionen, 9 büßten Plätze ein.

Auch für Mercedes änderte sich nicht viel. In Budapest stürzte Hamilton ab, in Spa war es Rosberg. Beide aus dem gleichen Grund. Die zusätzliche Formationsrunde und die zwei Starts hatten die Kupplung überstrapaziert.

Instruktionen bis eine Minute vor dem Start

Also alle Aufregung umsonst? Aus Sicht der Ingenieure und der Perfektionisten in den Teams nicht ganz. Für sie hat man in Spa einfach nur Glück gehabt. Force India ist immer noch der Meinung, dass es besser wäre, das ganze Projekt auf 2016 zu verschieben. "Mit der aktuellen Regelung wird ein großer Startunfall provoziert. Irgendwann bleibt mal einer weit vorne im Feld stehen", warnt Technikchef Andy Green.

Offenbar trauen die Techniker ihren Fahrern wenig zu. Toro Rosso missbrauchte Filmaufnahmen zu PR-Zwecken in Imola für Startübungen seiner Piloten. Mit dem Erfolg, dass Max Verstappen in Spa 4 Plätze gewann. In Ungarn hatte er noch 4 verloren. Mercedes suchte nach Lücken in der neuen Startdirektive von Charlie Whiting. Es ging darum, wann man dem Fahrer noch Tipps geben kann, was er beim Start beachten muss.

Whiting lehnte es zunächst ab, dass die Fahrer auf dem Startplatz Anweisungen erhalten, solange sie im Auto sitzen. Auch bei abgestellten Motoren. Seiner Meinung nach hätte man die Piloten auch instruieren können, wenn sie in der Startaufstellung ihre Autos verlassen. Doch viele Teammanager jammerten, dass da kaum Zeit bleibe, weil die Fahrer TV-Interviews geben und sich für die Nationalhymne aufstellen müssten.

Mercedes-Teammanager Ron Meadows meinte, dass Rosberg und Hamilton es gewohnt wären, Anweisungen in Ruhe am Funk zu hören. Worauf ihm die FIA-Offiziellen antworteten: "Dann werden sie sich wohl an neue Abläufe gewöhnen müssen." Jenson Button juxte: "Früher wurde ich 10 Sekunden vor dem Start daran erinnert, was ich zu tun habe. Jetzt muss ich es mir 10 Minuten lang merken."

Nach einem Bombardement mit Fragen an Charlie Whiting, wurde am Ende doch ein Auge zugedrückt. Die Teams durften ihren Piloten bis eine Minute vor dem Start über Funk noch Instruktionen geben, auch wenn sie bereits im Auto saßen. Nur in einem Punkt blieben die Regelhüter hart: Die für den Start so wichtigen Temperaturen für Kupplung und Reifen durften nicht auf dem Display angezeigt werden. Beim Reifen gibt es eine klare Regel: Manteltemperatur ja, Oberflächentemperatur nein.

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