Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Erste Motordaten sickern durch

Neue Turbomotoren leisten 800 bis 900 PS

Renault V6-Turbomotor, Formel 1, 06/2013 Foto: Renault 18 Bilder

Bis jetzt kennen wir die neue Motorgeneration für 2014 nur von Bildern. Das Reglement liefert uns die Eckdaten. Über die Motoreleistung wurde bislang nur spekuliert. Man rechnete bei vollem Elektroschub mit 750 PS. Jetzt sickern erste Daten von den Motorherstellern durch. Im Rennen können die Motoren bis zu 800 PS leisten. Im Training noch mehr.

29.06.2013 Michael Schmidt

Die Puristen haben um den guten Ruf der Königsklasse gefürchtet. Ist eine Formel 1 mit 1,6 Liter Hubraum, sechs Zylindern, einem Turbolader und einer Maximaldrehzahl von 15 000/min noch eine Formel 1? Die Regelexperten rechneten mit einer Power von rund 750 PS bei voller Zuschaltung der elektrischen Leistung. Also Stand heute. Doch was bedeutet das, wenn der Motor auf Sparflamme läuft? Zuckeln die Autos dann nur noch mit der Leistung des 1,6 Liter V6-Turbo herum?

Ferrari-Ingenieur Luca Marmorini will nicht zu viel verraten, aber er glaubt, dass die klassischen Verbrennungsmotoren zwischen 600 und 650 PS abgeben. Dazu kämen noch 160 PS aus der Elektroreserve. Damit wären wir im Idealfall schon bei 810 PS. Aber nicht nur für sechs Sekunden wie heute. Wenn der Speicher voll ist, können die Elektromotoren 34 Sekunden pro Runde 160 PS einspeisen.

Pirelli rechnet 2014 mit bis zu 900 PS

Die Motorenhersteller halten sich im Augenblick noch bedeckt. Keiner will seine Karten aufdecken. Es gibt aber Zulieferer, die bereits erste Leistungsdaten gesehen haben, weil sie wissen müssen, mit welcher Motorleistung sie 2014 zu rechnen haben. Und da hören wir beeindruckende Zahlen. Pirelli rechnet in der Qualifikation mit bis zu 900 PS. Im Rennen wird die Leistung auf rund 800 PS zurückfallen. Das wären immer noch 40 PS mehr als heute. Und das bei einem Drittel weniger Spritverbrauch. Noch eine Zahl wird im Fahrerlager kolportiert. Ein Drehmoment von bis zu 600 Newtonmeter. Ein aktueller 2,4 Liter-V8-Motor bringt es gerade mal auf 350 Newtonmeter. Da ist also richtig Qualm an der Kette.

Und übrigens: Vergessen Sie, dass der Fahrer nächstes Jahr die elektrische Extraleistung noch per Knopfdruck abruft. Den Kers-Schalter wird es 2014 nicht mehr geben. Die Elektronik verwaltet das Energiemanagement. Wenn der Fahrer beim Überholen Extrapower will, dann drückt er das Gaspedal mit etwas mehr Kraft gegen das Bodenblech als üblich. Eine Art Kickdown, wenn man so will. Er soll sich in Zukunft wieder mehr aufs Fahren konzentrieren, statt im Cockpit Playstation zu spielen.

Neue Herausforderung für Pirelli

Für den Reifenhersteller bedeutet das eine große Herausforderung. "Wir wissen im Moment noch nicht exakt, was auf uns zukommt", sagt Pirelli-Sportchef Paul Hembery. "Aber die Zahlen, die wir hören, sind gewaltig. Es wird auf breitere Hinterreifen hinauslaufen. Wie breit, das müssen wir in Absprache mit den Teams entscheiden. Es hat ja auch einen Einfluss auf die Aerodynamik."

2014 wird es auch keine Klagen geben, dass die Reifen nur Minutenbrenner sind. "Wir gehen im ersten Jahr mit der neuen Formel einen konservativen Weg. Mit den beiden harten Mischungen bleiben wir auf der sicheren Seite. Richten Sie sich darauf ein, dass wir Reifen haben werden wie vor fünf Jahren." Einen ersten Vorgeschmack bekamen die Teams bereits im Freitagstraining von Silverstone. Der Experimentalreifen hatte eine Mischung, die ewig gehalten hätte. "Wir hatten praktisch null Gripverlust. Red Bull hätte diesen Reifen geliebt. Aber leider haben sie ihn nie ausprobiert", stichelte Hembery gegen seine größten Kritiker.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden