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Neuer Force India funktioniert

"Zwei Schritte nach vorn gemacht"

Nico Hülkenberg - Force India - GP England - Silverstone - Freitag - 3.7.2015 Foto: xpb 25 Bilder

Nico Hülkenberg nahm in den Freitagstrainings zum GP England jeweils einen Platz unter den besten zehn Fahrern ein. Dem großen Update-Paket an seinem Force India sei Dank. Trotz des guten Resultats halten der lange Rheinländer und der stellvertretende Teamchef Robert Fernley den Ball flach.

03.07.2015 Andreas Haupt

Die Eindrücke auf der Strecke bestätigen die Daten aus dem Windkanal und Simulator. Der runderneuerte Force India VJM08, der in England sein GP-Debüt feiert, bringt das Team einen gewaltigen Sprung nach vorne.

Force India kann jetzt auch schnelle Kurven

Das drückt sich auch in den Ergebnistabellen der ersten Freien Trainings in Silverstone aus. In beiden Sessions belegte ein Force India einen Top-10-Platz. "Auf einer Strecke, die wahrscheinlich vom Layout zu den schlechtesten für uns im Jahr zählt", sagt der stellvertretende Teamchef Robert Fernley, und unterstreicht damit die Bedeutung des Updates.

Am Freitagmorgen belegte Nico Hülkenberg den 9. Rang. In den zweiten 90 Minuten am Nachmittag kletterte der Le Mans-Sieger eine Position nach oben. Sergio Perez landete auf den Rängen 12 und 13. "Beide Piloten äußern sich positiv über das neue Auto", berichtet Fernley.

Force India hat nach Silverstone eine B-Version des VJM08 gekarrt. Nase, Frontflügel, Seitenkästen, Motorabdeckung, Unterboden und Heckflügelbefestigung sind neu. Um nur einige der zahlreichen Updates zu nennen (mehr in unserer Technik-Story). Alles mit dem Ziel, den Anpressdruck zu steigern, um auch auf Aerodynamikkursen wie in Silverstone besser zu sein. Und nicht nur auf Motorstrecken wie zuvor Kanada und Österreich. "Wir haben zwei Schritte nach vorne gemacht. Vorher war diese Art von Strecke unsere Achillesferse. Jetzt sind wir auch hier schnell", erklärt Hülkenberg.

Keine komplett andere Charakteristik

Im Team sprechen die Optimisten von einer Sekunde Zeitgewinn. Die Pessimisten gehen von einer halben Sekunde aus. Fernley will keine Zahlen nennen. Aber die Herangehensweise von Force India zeigt das Vertrauen in die B-Version. Sowohl Perez als auch Hülkenberg wurden gleich am Freitagmorgen mit den neuen Teilen auf die Reise geschickt. Auf einen Vergleichstest mit der älteren Spezifikation verzichtete man. "Warum Zeit verlieren und einen Reifensatz vergeuden? Wir wissen, dass der B-Spec viel besser als die vorherige Version ist", erklärt Fernley.

Und wo genau hilft der neue B-Spec den Fahrern? "Wir haben viel mehr Grip im Heck. Wo vorher der Anpressdruck abgerissen ist und Übersteuern kam, hält das Auto jetzt durch. Dadurch können wir viel mehr Geschwindigkeit in die Kurve mitnehmen und schneller durchfahren", berichtet Hülk. Von einem komplett anderen Fahrgefühl will er aber nichts wissen. "Du spürst immer noch, dass es das Auto von vorher ist."

Durch den erhöhten Abtrieb hat Force India auch seine Schwäche unter windigen Bedingungen teilweise behoben. Ein starker Wind schwächt Autos mit weniger Anpressdruck mehr als solche mit viel Grip. Trotzdem sieht Hülkenberg noch verbesserungsbedarf. "Heute war es sehr windig da draußen. Durch den besseren Abtrieb leiden wir weniger. Aber das ist immer noch ein Bereich, an dem wir arbeiten müssen."

Für das restliche Wochenende peilt er weitere Top-10-Ränge an. Vor allem natürlich am Sonntag. "Die Punkte werden uns niemals geschenkt. Mercedes, Ferrari und Red Bull belegen schon mal sechs der zehn Punkteränge. Und Toro Rosso ist heute geflogen. Besonders im Longrun. Ich hoffe, dass wir dahinter folgen."

Maldonado klagt über Reifen

Die Konkurrenz von Lotus scheint Force India hinter sich gelassen zu haben. Zumindest was die Eindrücke vom Freitag anbetrifft. "Es war sehr rutschig heute. Besonders in unserem Auto", klagt Pastor Maldonado. "Wir legen hier nicht dieselbe Performance wie an den letzten Wochenenden hin. Die Balance passt nicht, daran müssen wir unbedingt arbeiten. Sowohl in den langsamen als auch schnellen Kurven müssen wir uns verbessern. Ich glaube aber, dass das Potential da ist."

Richtig optimistisch klingt der Venezolaner nicht. Das Ziel seien zwar die ersten zehn, aber etwas kleinlaut sagt er: "Ich werde dafür mein Bestes geben." Enthusiasmus klingt anders. "Unsere Longruns sind zwar ziemlich konstant, aber auch nicht sehr schnell."

 Auf die Pirelli-Reifen angesprochen, findet Maldonado keine lobenden Worte. "Ich bin nicht der einzige, der sich darüber beschwert. Sie sind super hart." In die gleiche Kerbe schlug am Donnerstag auch sein Teamkollege Romain Grosjean. Pirelli hat nach Silverstone die härtesten Gummisorten Medium und Hard mitgebracht. Auch Hülkenberg sieht die Mischungen als zu hart an. "Aber wir müssen mit dem arbeiten, was wir bekommen. Deshalb will ich über die Reifen keine Gedanken verschwenden."

Sein Chef Fernley äußert sich detaillierter: "Die Reifen sind in diesem Jahr prinzipiell zu hart. Pirelli hat es aber auch sehr schwer. 2013 hatten sie in Silverstone noch das große Problem, dass viele Reifen geplatzt sind, jetzt ist es umgekehrt. Sie sollten allerdings einen Weg finden, wieder repräsentativere Reifen an die Strecke zu bringen."

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