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Neuer Massa bei Williams

Was denkt Ferrari, wenn Massa gewinnt?

Felipe Massa - Williams - Formel 1 - Bahrain - Test - 21. Februar 2014 Foto: xpb 45 Bilder

Felipe Massa hat zurzeit viele Freunde im Fahrerlager. Fast alle freuen sich über den zweiten Frühling des bei Ferrari rausgeworfenen Brasilianers und der Trendwende bei Williams. Und viele können ihre Schadenfreude nicht verhehlen, wenn Massa tatsächlich nach sechs Jahren Pause wieder gewänne.

05.03.2014 Michael Schmidt

Da haben sich zwei gesucht und gefunden. Zwei, für die es seit einiger Zeit nicht mehr so gut läuft in der Formel 1. Williams landete 2013 mit fünf kümmerlichen Punkten auf Platz 9 in der Konstrukteurs-Wertung. Und Felipe Massa stand vier Jahre lang im Schatten von Fernando Alonso.

Die letztjährige Meisterschaft schloss der 32-jährige Brasilianer mit 112 Punkten auf Rang 8 ab. Nur ein Mal stand er auf dem Podium. Als Dritter beim GP Spanien. Natürlich hinter Teamkapitän Alonso. Jetzt fährt Massa für Williams. Nach acht Jahren in Rot ist seine Dienstuniform plötzlich blau.
 
Auch für Williams ist vieles neu. Mercedes-Motoren statt Renault-Power. Pat Symonds statt Mike Coughlan als Technikchef. Drei neue Sponsoren, darunter der Knaller, der am 6. März vorgestellt wird. Ab da strahlt der Williams in Martini-Farben. Banco do Brasil und Petrobras steuern zusätzlich rund 15 Millionen Euro zum Team-Etat bei. Die Sponsoren von Valtteri Bottas bringen acht Millionen. Und PDVSA soll eine Abfindung im Bereich von 40 Millionen bezahlt haben.

Massa und Williams wollen Pechsträhne beenden

Die beiden Dinosaurier des GP-Geschäfts passen zusammen. Eine Szene aus dem Williams-Pavillon. Frank Williams rollt heran und strahlt über das ganze Gesicht: "Der Wechsel zu Mercedes-Motoren war unsere beste Entscheidung." Dann mit beißendem britischen Humor: "Eigentlich ist es ja ein englischer Motor. Wird er nicht in Brixworth gebaut?"
 
Zusammen mit seinem neuen Fahrer Massa, der bei Ferrari den Laufpass bekam, kramte er in alten Erinnerungen. "Wann hast du dein letztes Rennen gewonnen, Felipe?" Massa antwortet: "Zu lange her Frank. Das war 2008. Und wie ist es bei dir?" Der Mann im Rollstuhl giftet: "Wir hatten 2012 in Barcelona einen Lucky Punch, davor aber acht Jahre nichts."
 
Massa traut sich zu sagen: "Das können wir ändern. Unser Auto kann gewinnen." Niki Lauda ist nicht der einzige, der für diesen Fall prophezeit: "Da wird sich Ferrari aber gar nicht freuen." Die Schadenfreude ist jetzt schon spürbar.

War die Gewichtsverteilung der Schlüssel?

Frank Williams quetscht Massa aus. Ist das Auto wirklich so gut? Wie waren die Longruns? Warum lief am Vortag wenig und warum war dennoch am Abend die Bestzeit möglich? Massa strahlt. "Die ersten eineinhalb Tage der zweiten Woche war das Auto wirklich schwer zu fahren. Ich bin nur gerutscht. Dann habe ich komplett umgebaut. Und ab da war es erste Sahne. Ich habe mich richtig wohl gefühlt. Die schnellen Zeiten kamen wie von selbst."

Der Rollstuhlgeneral lässt nicht locker. "Was war vorher so falsch und nachher so richtig, Felipe?" Massa schaut seinen Chef an und sagt: "Die Gewichtsverteilung. Ich glaube, da kam der entscheidende Schritt her."

In den Kurven unheimlich stabil

Nico Hülkenberg ist eine Zeitlang hinter Massa hergefahren: "Der Williams liegt in den Kurven unglaublich stabil. Die Fahrer können unter Querbeschleunigung aufs Gas ohne dass das Heck kommt. Das geht bei mir noch nicht." Massa lobt den Mercedes-Motor: "Er lässt sich toll fahren. Wir sind mit der Fahrbarkeit schon gut dabei, weiter als die anderen. Und wir haben viele Probleme schon abgehakt, durch die andere erst durchmüssen."
 
Aber auch der Williams FW36 trägt seinen Teil bei, obwohl man ihm die Qualitäten nicht ansieht. Auf den ersten Blick ein Nullachtfünfzehn-Auto. Doch es liegt mit dem Federgewicht Massa sogar unter dem Gewichtslimit. Das ist viel wert, weil man Ballast zum Trimmen verschieben kann. Das Mercedes-Werksteam ist noch nicht so weit.
 
Williams hat auch als einziges Team das Schlupfloch konsequent genutzt, dass man 7,5 Zentimeter über den Diffusor einen Flügel bauen darf. Als Ersatz für den so genannten "Beam Wing". "In Melbourne kommt noch ein neuer Heckflügel dazu", verrät Technikchef Pat Symonds. "Das wird ein ordentlicher Schritt." Die Aero-Abteilung liefert wieder Upgrades, die auf Anhieb funktionieren. "Schon der neue Frontflügel hat uns gut weitergebracht."

Interne Konkurrenz für Massa durch Bottas

Felipe Massa wird in diesem Jahr aber auch intern Konkurrenz spüren. Valtteri Bottas ist nicht zu unterschätzen. Der Finne hat vier Kilogramm abgespeckt, um mit dem Gewicht nicht zu sehr hinter dem Teamkollegen zu liegen. "Valtteri ist Massa im Fahrstil sehr ähnlich. Das kommt uns entgegen. Wir können mit einem Fahrer da weitermachen, wo der andere aufgehört hat", sagen die Ingenieure.
 
Pat Symonds war anfangs etwas skeptisch beim Thema Massa. "Ich war da vorbelastet. Felipe ist 2006 in Monza als Zeuge gegen Alonso aufgetreten. Sie erinnern sich, als Fernando ihn in der Qualifikation angeblich behindert haben soll, obwohl er 200 Meter vor ihm lag. Jetzt, wo ich Felipe besser kenne, muss ich mich revidieren. Er ist ein netter Kerl, der sich bei uns gut in die Arbeit mit einbringt. Man hat das Gefühl, als wäre er neu geboren."

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