Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Neuer Motor für Sebastian Vettel?

Red Bull flirtet mit Cosworth

Sebastian Vettel Foto: Red Bull 75 Bilder

Bahnt sich da eine Sensation auf dem Motorentransfermarkt an? Red Bull hat Kontakt zu Cosworth aufgenommen. Das Team von Sebastian Vettel zieht nach dem Scheitern der Verhandlungen mit Mercedes nicht mehr nur Renault in Betracht.

14.10.2009 Michael Schmidt

Frank Williams hat sich schon entschieden. Er gab Toyota den Laufpass, verzichtet auf Renault-Power und kehrt zurück zu dem Motorenpartner, mit dem er schon 2006 zusammengearbeitet hat. Damals hatte Cosworth den stärksten Motor im Feld. Und das Triebwerk, das früher als alle anderen über 20.000/min drehte. Der Haken dabei: Die Cosworth-Achtzylinder waren an vielen Ausfällen des Teams beteiligt. Dem privaten Motorenbauer fehlte das Geld für Entwicklung und Sicherung der Standfestigkeit.

Nach vier Jahren Pause kehrt Cosworth 2010 wieder in die Formel 1 zurück. Zuerst gab man der Motorenküche aus Northampton wenig Kredit. Nur die neuen Teams USF1, Campos, Virgin F1 (Manor GP) und Lotus F1 unterschrieben mit Cosworth einen Vertrag und lieferten jeweils 1,2 Millionen Pfund Anschubfinanzierung ab. Später soll der Motorenservice fünf Millionen pro Jahr kosten.

Cosworth erhält Sonderstatus

Doch dann wurde der Hersteller des erfolgreichsten Rennmotors aller Zeiten (Ford Cosworth DFV) plötzlich auch für Frank Williams interessant. Die FIA stuft Cosworth als neuen Motor ein. Das heißt, dass die im Augenblick rund 70-köpfige Mannschaft bis zum 1. März 2010 an dem Motor arbeiten darf, während Mercedes, Ferrari, Renault und Toyota aufgrund des Entwicklungsstopps die Hände gebunden sind.

Der Weltverband musste Cosworth dieses Sonderrecht zugestehen, da der Achtzylinder, auf dem der neue Cosworth V8 basiert, für eine Laufzeit von einem GP-Wochenende (900 Kilometer) konzipiert worden war. Cosworth muss ihn nun auf eine Lebensdauer von rund 2.400 Kilometer aufrüsten. Dazu kam, dass die Hersteller Cosworth nur akzeptieren wollten, wenn auch für die Wiedereinsteiger ein Drehzahllimit von 18.000/min gilt. "Damit gaben sie uns einen zweiten Grund, Cosworth als Neubewerber einzustufen. Sie müssen ja das Triebwerk von 20.000 auf 18.000/min runtertunen", erklärt ein FIA-Mann.

Williams und Red Bull als viertes und fünftes Cosworth-Team?

Dieser mögliche Wettbewerbsvorteil hat Williams bereits überzeugt, und er hat auch Red Bull zu denken gegeben. Die Verhandlungen mit Mercedes stecken in einer Sackgasse, weil McLaren sein Veto weiter aufrecht hält. Renault ist eine bekannte Größe, hat aber ein Leistungs-Defizit von mindestens 20 PS gegenüber dem Mercedes V8. Es steht zu befürchten, dass auch der neue Cosworth-Motor in Mercedes-Regionen kommt. Vier Mercedes-Ingenieure, die früher einmal bei Cosworth angestellt waren, sind bereits wieder zu ihrem alten Arbeitgeber zurückgekehrt. Mit jeder Menge Knowhow im Gepäck.

Diese Woche soll eine Red Bull-Delegation mit Chefkonstrukteur Adrian Newey bei Cosworth gesichtet worden sein. Man kann sich die Themen ausmalen, die Newey interessieren: Abmessungen des Motors, Gewicht, Benzinverbrauch. Das alles hat Einfluss auf die Konstruktion des neuen Autos für Sebastian Vettel und Mark Webber.

Red Bull-Berater Helmut Marko hatte in Suzuka bestätigt: "Cosworth ist eine Alternative, die man sich anschauen muss." Offenbar ist man 14 Tage später bei Red Bull schon einen Schritt weiter. Der WM-Zweite hatte sich eine Frist gesetzt, wann die Entscheidung für den Motor fallen sollte. Marko: "Bis zum GP Brasilien wollen wir Klarheit."

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden