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Stimmen zum neuen Qualifying-Modus

Q1-Chaos, Q3 langweilig

Valtteri Bottas - Williams - Formel 1 - GP Australien - Melbourne - 18. März 2016 Foto: sutton-images.com 101 Bilder

Das neue Qualifying-Format hat im Fahrerlager nicht viele Freunde. Die meisten Piloten äußerten sich kritisch zum Knock-Out-Modus, bei dem alle 90 Sekunden ein Fahrer eliminiert wird. Die Fans müssen sich vor allem im Q3 auf weniger Action einstellen.

18.03.2016 Tobias Grüner

Der neue Qualifying-Modus war am Donnerstag (17.3.2016) eines der meistdiskutierten Themen im Fahrerlager. Es gab kaum ein Pilot, der keine Meinung über das neue Format zur Ermittlung der Startaufstellung hatte. Die meisten äußerten sich kritisch zu der hastig eingeführten Regeländerung. Dabei weiß noch niemand so genau, was überhaupt passieren wird.

Großes Qualifying-Finale fällt aus

"Die letzten 3 Minuten im Q3 werden langweilig", prognostiziert Force India-Pilot Sergio Perez, der zugibt kein Fan der neuen Regeln zu sein. "Alle Piloten werden dazu gezwungen früher rauszugehen. Es wird nicht mehr wie früher sein, wo die Piloten in der letzten Minute gemeinsam auf der Strecke unterwegs waren, um die Pole Position auszufahren. Da werden wir wohl etwas an Spannung verlieren."

Die Ingenieure warnen davor, dass in der letzten Session kein Fahrer mehr genügend frische Reifen besitzt, um mehr als einen Run zu starten. Früher haben die Piloten zu Beginn der Sitzung einen Anlauf mit gebrauchten Gummis gestartet, um eine erste Zeit zu setzen. Mit frischen Slicks kam dann die große Attacke in den letzten Sekunden. "Heute kann man sich nicht mehr leisten am Anfang zu pokern. Sonst bist Du draußen", erklärt ein Stratege.

Pirelli-Sportchef Paul Hembery betont lieber, dass es mit den neuen Regeln mehr Action im zweiten Quali-Abschnitt geben sollte. "Da wird es richtig zur Sache gehen. Da wird jeder kleine Fehler bestraft."

Ein weiterer Kritikpunkt ist der zu erwartende Verkehr im ersten Abschnitt. "Alle müssen in den ersten 7 Minuten auf die Strecke um eine Rundenzeit zu fahren. Das wird interessant bei dem vielen Verkehr - vor allem in Monaco. Da werden die Stewards viel Arbeit bekommen", warnt Perez.

Quali-Regel sorgt für Spannung im Rennen

Auch Felipe Massa sieht im Verkehr ein Problem. Der Brasilianer hat aber noch einen anderen Kritikpunkt ausgemacht: "Wenn ein Team wie Mercedes einen großen Vorsprung hat, dann kann es vielleicht im Q2 mit den härteren Reifen durchkommen und darf dann auch auf diesen Reifen starten. Das ist ein großer Vorteil für das Rennen."

Auch Williams-Teamkollege Valtteri Bottas sieht in der neuen Reifenregel ein Problem: "Wir haben es genau analysiert. Wenn es dumm läuft, kann man richtig benachteiligt werden. Wer auf Platz 9 im Q2 rausfliegt, darf seinen Reifen für den Start des Rennens frei wählen. Er kann zum Beispiel den Medium nehmen, während die Piloten aus dem Q3 auf Supersofts starten müssen. Nach dem frühen ersten Boxenstopp hängen sie dann direkt im Verkehr. Es kann also besser sein, auf Platz 9 zu starten als auf Platz 8."

Andere Piloten wie Fernando Alonso oder Carlos Sainz warnen davor, das neue Qualifying schon vor dem ersten Versuch schlecht zu reden. Man müsse es erst einmal ausprobieren, bevor ein Urteil möglich sei, erklärten die beiden Spanier übereinstimmend.

Whiting präzisiert Quali-Regeln

Derweil hat FIA-Rennleiter Charlie Whiting die Regeln für das neue Qualifying-Format präzisiert. Sollte es eine rote Flagge geben, wird die Zeit gestoppt. Der Fahrer, der dann auf dem Abschussplatz ist, hat allerdings Pech gehabt. Er kann sich nicht mehr verbessern, bis der Countdown runtergelaufen ist. Die Zeit reicht einfach nicht aus, in 90 Sekunden eine fliegende Runde zu drehen.

Zu Beginn der Session werden übrigens alle Piloten nach dem Ergebnis des dritten Trainings aufgereiht. Sollten es mehrere Fahrer nicht schaffen, eine Zeit bis zum ersten Knock-Out zu setzen, dann fliegt derjenige raus, der in der Liste ganz hinten steht. Ein Fahrer muss seine Zeit vor dem Ablauf der 90 Sekunden-Frist setzen. Es bringt nichts, eine angefangene Runde noch fertig zu fahren. Die Zeit zählt dann nicht mehr.

Damit der Zuschauer das Geschehen überblickt, haben die Experten von der FOM (Formula One Management) neue Grafiken entwickelt. Der Zuschauer sieht immer die Gesamtzeit runterticken und den jeweiligen K.O.-Countdown. Ausgeschiedene Piloten werden in der Liste grau markiert. Die Software habe bei den Testläufen einen guten Eindruck gemacht, erklärte Whiting,

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