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Formel 1-Machtwechsel 2014?

Mercedes mit großem Motor-Vorteil?

Mercedes V6 Formel 1-Motor 2014 Foto: Mercedes 28 Bilder

Mit dem neuen V6 Turbo-Triebwerk für die Saison 2014 wird der Motor wieder eine größere Rolle spielen. Genaue Daten geben die drei Hersteller noch nicht bekannt. Dennoch gibt es Anzeichen, dass Mercedes der Konkurrenz ein gutes Stück voraus ist.

14.08.2013 Tobias Grüner

Fast vier Jahre lang dominiert Red Bull nun schon das Geschehen in der Formel 1. Sebastian Vettel eilt von Sieg zu Sieg und von Titel zu Titel. Die Konkurrenz konnte den Abo-Weltmeister zwischendurch immer mal wieder ärgern. Am Ende der Saison hatte der Heppenheimer aber immer wieder Grund den Zeigefinger in die Luft zu strecken.

Mercedes F1 Motor Prüfstand
Mercedes 2014er F1-Motor im Soundcheck 1:39 Min.

Doch mit der großen Regelreform 2014 stehen die Chancen gut, dass sich das Kräfteverhältnis in der Formel 1 nachhaltig ändern könnte. Die besten Voraussetzungen, Red Bull von der Spitze zu vertreibe, besitzt das Mercedes-Werksteam. Schon in dieser Saison haben sich die Silberpfeile als erster Verfolger herauskristallisiert. Wenn die Reifen weiter so gut halten wie in Ungarn hat Lewis Hamilton sogar noch in diesem Jahr eine Außenseiterchance auf den Titel.

Motor wichtiger als Aerodynamik?

Dabei war der Brite von Mercedes eigentlich mit dem Versprechen geködert worden, erst 2014 den großen Angriff auf die Vettel-Truppe zu wagen. Der Grund für den Optimismus der Sternfahrer liegt im neuen Reglement. Die Aerodynamik - eine der großen Red Bull-Stärken - wird kommende Saison beschnitten. Dafür bekommt der Antrieb einen größeren Stellenwert. 

Die drei Motorenhersteller Mercedes, Ferrari und Renault arbeiten bereits seit mehr als 2 Jahren an den neuen Triebwerken. Neben der Leistung werden vor allem die kompakte Unterbringung der vielen Elemente (Kühlung, KERS, Turbo, Nebenaggregate) und die Zuverlässigkeit die entscheidenden Rollen spielen.

Bisher halten sich die drei Triebwerk-Lieferanten noch bedeckt, was den aktuellen Leistungsstand anbetrifft. Es gibt allerdings Anzeichen, dass Mercedes der Konkurrenz einen Schritt voraus ist. Vor allem die Diskussion über die Dimensionen der Hinterreifen zuletzt in Ungarn ist ein Hinweis darauf, dass der V6 Turbo aus Brixworth einen Tick mehr Qualm an der Kette hat.

Breitere Reifen für Mercedes-Power

Die Mercedes-Verantwortlichen haben sich mit ersten Leistungsdaten besorgt an die FIA gewendet. Ihr Anliegen: 2014 müssen breitere Hinterreifen her um die gesteigerte Power auf die Straße zu bekommen. Die maximale Systemleistung soll im Qualifying-Trim bis zu 850 PS betragen. Das maximale Drehmoment steigt von 320 Nm auf 600 Nm - da drehen die Reifen auch im 4. und 5. Gang noch durch, wenn der Pilot nicht sensibel mit dem Gasfuß umgeht.

Renault und Ferrari waren dagegen der Meinung, dass breitere Reifen nicht nötig sind, um die höheren Belastung in den Griff zu bekommen. Daraufhin wurden auch die beiden Mercedes-Konkurrenten aufgefordert, ihre Leistungsdaten gegenüber Pirelli offenzulegen. Nach Analyse der prognostizierten Werte und nach Rücksprache mit den Reifenspezialisten teilt die FIA offenbar die Bedenken von Mercedes. Nach letzten Planungen soll 2014 mit 2 Zentimeter breiteren Gummis auf der Antriebsachse gefahren werden.

Mercedes-Motor mit 100 PS mehr?

Besonders die Werte von Mercedes geben Anlass zur Sorge. Im Fahrerlager erzählt man sich hinter vorgehaltener Hand, dass der Silberpfeil-Motor 100 PS mehr leisten soll als die Aggregate von Renault und Ferrari. Das will man bei Mercedes natürlich nicht bestätigen. Doch die Verantwortlichen machen einen ungewohnt zuversichtlichen Eindruck, wenn es um das Thema Antrieb geht.

Und auch die Piloten blicken der kommenden Saison optimistisch entgegen. "2014 wird eine riesige Chance für uns", erklärte Nico Rosberg erst kürzlich. Allerdings sollte man Sebastian Vettel, Adrian Newey und Co. bekanntlich nicht zu schnell abschreiben.

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