Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Neuer Williams für 2013

FW35 wildert kräftig in Grauzonen

Williams FW35 Präsentation Barcelona 2013 Foto: Williams 27 Bilder

Der neue Williams FW35 ist keine Sensation, aber er zeigt am Frontflügel und am Auspuff einige interessante Detaillösungen, die man so bislang noch nicht gesehen hat. Vor allem der Auspuff wird für Diskussionen sorgen. Da begibt man sich in die Grauzonen des Reglements.

19.02.2013 Michael Schmidt

Die Präsentation fand am Dienstag (19.2.2013) mit fünf Minuten Verspätung statt. Wenn das mal kein schlechtes Omen ist. Der neue Williams FW35 wurde 25 Minuten vor dem Testbeginn in Barcelona in der Boxengasse enthüllt. Als letztes der 2013er Modelle.

Nase des FW35 folgt Ferrari-Design

Der neue Williams FW35 ist eine Weiterentwicklung seines Vorgängers, wobei man bei der Nase der Ferrari-Idee folgt. Die Stelzen, an denen der Frontflügel hängt, fallen extrem breit aus. Gleich dahinter folgen die zwei schwertförmige Luftleitbleche. So entsteht unter der Nase eine Art Tunnel. Der hässliche Knick im Chassis ist verschwunden. Beim ersten Test in Jerez hatte Williams am alten Auto noch beide Versionen ausprobiert. Nase mit und ohne Stufe. Technikchef Mike Coughlan räumt ein: "Wir haben kaum Unterschiede zwischen den beiden Varianten festgestellt."

Zwei Wochen mehr Zeit bei der Entwicklung zahlen sich aus. Williams startete in den Testbetrieb gleich mit einem neuen Frontflügel am neue Williams FW35. Am obersten der zwei Flaps ist ein Zusatzflügel montiert. In der zweiten Etage zeigt Williams eine völlig neue Lösung. Statt zwei Winglets nebeneinander zu montieren, werden die Zusatzflügel miteinander verbunden. Sie sind weiter innen höher als außen.

Coanda-Auspuff mit Fragezeichen

An der Vorderachse bleibt Williams dem Pullrod-Prinzip treu. Die Querlenker liegen standardgemäß extrem eng zusammen. Die Seitenkästen könnten vom alten FW34 stammen. Nur beim Auspuff hat sich Williams jetzt doch mit der Coanda-Lösung angefreundet. Die Endrohre liegen McLaren-like in einer Ausbuchtung der Seitenteile. Williams kam im letzten Jahr mit dieser Version auf keinen grünen Zweig. Es wurde immer wieder am Freitagmorgen mit dem Coanda-Auspuff getestet, doch im Rennen kam stets der Auspuff zum Einsatz, der nach innen auf das untere Heckflügelelement zielte.

Interessant ist der Coanda-Schacht selbst. Er wird für Diskussionen sorgen, weil er beim neue Williams FW35 oben durch einen waagrechten Steg abgetrennt ist. Das könnte als zweiter Schacht interpretiert werden. Caterham musste sich in Jerez für eine ähnliche Lösung schon anhören, diese Auspuffführung sei illegal.

Neuer Auspuff protestsicher?

Dieser Meinung ist auch Coughlan. Der Caterham gehe einen Schritt zu weit. Sein eigener Auspuff sei aber protestsicher. Warum? Dazu Coughaln: "Es gibt Regeln für die Öffnung, die hinter dem Auspuff folgt. Die halten wir ein. Der Steg trennt diese Öffnung ab. Dahinter folgt ein zweites Element, das mit dem ersten nichts zu tun hat. Bei Caterham besteht die Auspufföffnung aus einem Teil."

Der erste Mann im Williams-Technikbüro erklärt auch, warum man sich nun endlich für den Coanda-Auspuff entschieden hat. "Renault es geschafft, die Leistungsverluste mit den kleinen Endrohr-Durchmessern zu halbieren. So war es einfacher den PS-Verlust durch den aerodynamischen Vorteil zu kompensieren. Wir haben aerodynamisch einen signifikanten Fortschritt gemacht."

Heck des neuen Williams FW35 noch kleiner

Das Heck des neue Williams FW35 scheint noch kleiner und noch flacher zu sein als im Vorjahr. "Wir haben alles noch einmal besser verpackt", bestätigt Coughlan. "Vom Konzept her aber sind wir einen ähnlichen Weg gegangen wie letztes Jahr. Wir konnten das Getriebe aber etwas leichter bauen." Gewichtsreduzierung war ein wichtiges Thema. "Jedes Kilogramm hilft dir den Schwerpunkt des Autos zu senken."

Zwischen Motor und Heckflügel scheint ein großes Loch zu klaffen. Doch das Prinzip funktioniert. Bei keinem Auto wird das untere Heckflügelelement so gut angeströmt wie beim Williams. Die Querlenker der Hinterradaufhängung wurden wie bei allen anderen Autos des 2013er Jahrgangs deutlich angehoben, um auf der Diffusoroberseite mehr Platz für eine saubere Strömung zu schaffen.

Jerez-Test wenig aussagekräftig

Mit der ersten Ausfahrt war Williams fast pünktlich. Pastor Maldonado ging um 9.02 Uhr mit dem neue Williams FW35 auf die Strecke. Für Williams zählt jetzt jeder Kilometer. Das Team hat bereits vier Testtage hergeschenkt. Es kursiert übrigens eine seltsame Geschichte über die Verzögerung der Präsentation durch das Fahrerlager. Williams wollte demnach aus Kostengründen den ersten Test komplett streichen und hat deshalb die Entwicklung des FW35 auf den Barcelona-Termin ausgerichtet. Die Sponsoren drängten dann allerdings darauf, dass in Jerez gefahren wird. Da eine Beschleunigung der Produktion nicht mehr möglich war, musste Williams in Andalusien mit dem alten Auto antreten.

Mike Coughlan präsentiert eine andere Version: "Jerez ist als Teststrecke wenig aussagekräftig. Dort kannst du nur Systemchecks und Zuverlässigkeit testen. Oder neue Dämpfer und Federn, die viel Umbauarbeiten erfordern. In Jerez hast du Zeit dazu. In Barcelona, wenn das ernsthafte Testprogramm beginnt, nicht mehr. Deshalb haben wir beschlossen, der Entwicklung mehr Zeit zu geben und in Jerez mit dem alten Auto zu fahren."

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden