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Neues Auto, alte Nase

Pleiten, Pech und Pannen bei HRT

Vitantonio Liuzzi Foto: xpb 8 Bilder

Im dritten Freien Training von Melbourne hatte Hispania endlich beide Autos fertig. Die Probleme sind damit aber noch längst nicht behoben. Der neue F111 ist nach einem fehlgeschlagenen FIA-Crashtest noch immer mit der alten Nase unterwegs.

26.03.2011 Tobias Grüner

An Hispania scheiden sich die Geister. Einige bewundern das Improvisationstalent von Teamchef Colin Kolles, der es mit bescheidenen Mitteln immer wieder schafft, irgendwie zu überleben. Andere schütteln einfach nur noch den Kopf über das amateurhafte Auftreten der kleinen Truppe aus dem bayerischen Greding. Nach der turbulenten Debüt-Saison sind die Aussichten auch für 2011 nicht viel besser. "Über dieses Team lacht die ganze Formel 1", titelte die Bild-Zeitung nach den ersten Eindrücken aus Melbourne.

Nachdem die geplante Kooperation mit Toyota im Winter aus Geldmangel platzte, musste das Ingenieursteam um Technikchef Geoff Willis in kurzer Zeit ein eigenes Konzept auf die Räder stellen. Dass der HRT F111 den Großteil der Wintertests auslassen musste, war eingeplant. Dass der neue Wagen aber nicht einmal beim Abschlusstest in Barcelona fahren konnte, brachte das Team erstmals in Erklärungsnöte.

Danner muss HRT-Teile transportieren

Immerhin schaffte es Hispania, alle fehlenden Teile nach Australien zu bringen. Teamchef Colin Kolles hatte sogar noch höchstpersönlich einige Ballast-Elemente im Reisegepäck. Doch bei einem Gewicht von 55 Kilo verweigerte die Fluglinie Emirates die Annahme des Koffers. Der Zahnarzt aus Ingolstadt packte am Schalter kurzerhand aus und verteilte einige Teile auf Mitreisende. Auch RTL-Experte Christian Danner nahm ihm einige Kilos ab.

In Melbourne erwarteten Kolles schlechte Nachrichten. Beim Zusammenbau gab es erneut Probleme. Teile mussten in letzter Sekunde angepasst werden. Der Zeitplan konnte nicht eingehalten werden. Vor dem Trainingsfreitag musste HRT eine Nachtschicht in der Garage einlegen. Einige Mechaniker sollen in der Früh gar nicht mehr ins Hotel zurückgekehrt sein. Da die FIA solche Überstunden mittlerweile nur noch an vier Tagen im Jahr erlaubt, zog Hispania in Melbourne schon den ersten Joker.

Alte Nase muss an das neue Auto

Doch obwohl am Ende beide Mechanikercrews auf das Auto von Tonio Liuzzi zusammengezogen wurden, mussten die Fans lange auf den ersten Auftritt des weiß-roten Autos warten. Erst zwei Minuten vor dem Ende des zweiten Trainings ging der Italiener auf Jungfernfahrt. Mehr als eine Installationsrunde gab es zunächst nicht zu feiern.

Wer genau hinsah, erkannte am neuen Auto allerdings ein ungewöhnliches Detail. Die Nase hatte sich im Vergleich zur Präsentation von Barcelona deutlich verändert. Der Grund ist einfach: Wie auto motor und sport erfuhr, ist Hispania durch den FIA-Crashtest gefallen. Als Ersatz blieb nur die Front aus dem Vorjahr, die kurzerhand an das neue Farbschema angepasst wurde.

Pleiten, Pech und Pannen

Nach einer weiteren Nachtschicht tauchten am Samstag dann erstmals beide Autos auf der Strecke auf. Doch die Freude währte im dritten Training nicht lange. Tonio Liuzzi rollte bereits nach vier Kurven mit technischen Problemen aus. Teamkollege Narain Karthikeyan kam immerhin auf fünf Runden. Bei 17 Sekunden Rückstand konnte man aber noch nicht von Formel 1-Niveau sprechen.

Im Qualifying änderte sich das allerdings. Liuzzi verpasste die 107 Prozent-Marke "nur" um 1,7 Sekunden. Obwohl Autos mit mehr als sieben Prozent Rückstand auf die beste Zeit im ersten Qualifying seit diesem Jahr nicht im Rennen starten dürften, wurde Colles bei der FIA vorstellig. Der Teamchef versuchte alles, um die Teilnahme am Sonntag doch noch möglich zu machen. Doch die FIA blieb hart. In Malaysia kann HRT den nächsten Anlauf wagen.

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