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Neues F1-Wertungssystem

Button als Spannungskiller

Jenson Button Foto: Wolfgang Wilhelm 46 Bilder

Wenn die FIA sich vor der Saison mit ihren Plänen für ein neues Wertungssystem durchgesetzt hätte, wäre die Saison schon nach vier Rennen relativ langweilig. Jenson Button wäre bereits weit enteilt.

04.05.2009 Tobias Grüner

Das von F1-Boss Bernie Ecclestone geforderte und von FIA-Präsident Mosley abgenickte neue System zur Ermittlung des Weltmeisters sieht vor, dass der Champion nicht mehr durch die WM-Punkte, sondern durch die Anzahl der Siege ermittelt wird. Eigentlich sollte das umstrittene System bereits 2009 eingeführt werden, doch heftiger Protest von den Teams sorgte kurz vor Saisonbeginn für eine Verschiebung auf 2010.

Drei zu eins für Button

Der bisherige Saisonverlauf gibt den Kritikern recht, die vor zunehmender Langeweile mit dem neuen System warnten. Jenson Button hätte mit seinen drei Saisonsiegen aus den ersten vier Rennen bereits die halbe Miete zum Titelgewinn eingefahren. In den letzten beiden Jahren hat kein Fahrer mehr als sechs Erfolge über die komplette Saison feiern können. Die große Leistungsdichte an der Spitze des Feldes sorgt dafür, dass sich die Konkurrenz gegenseitig die Siege wegnimmt.

Der auf den ersten Blick komfortable Vorsprung von zwölf bzw. 13 Zählern in der Punktewertung ist da schon deutlich schneller aufgeholt. Nur ein einziger Ausfall des Briten und sowohl Rubens Barrichello als auch Sebastian Vettel wären wieder im direkten Windschatten.

Bei der Anzahl der Siege stehen dagegen 18 der 20 Fahrer immer noch auf dem gleichen Stand wie vor der Saison. Nur Button und Vettel durften bisher einen Siegerpokal in Empfang nehmen. Sollte der deutsche Verfolger noch ein weiteres Rennen gewinnen, könnte er seinen Rückstand höchstens halbieren. Dann wäre es allerdings fast schon ein reiner Zweikampf um den Titel.

Größerer Vorteil von Stallregie

Mit dem Ecclestone-System von 2010 wäre es außerdem sehr wahrscheinlich, dass Brawn GP schon nach vier Rennen alles auf die Karte Button setzt und im Falle einer Doppelführung zur Stallorder greift. In der Punktewertung hat das neue Team dagegen noch zwei Eisen im Feuer. Ein strategischer Platztausch mit Barrichello würde deutlich weniger Vorteile bringen.

Auch das letzte Argument für den Systemwechsel hat bisher nicht gezogen. Danach versprachen sich die Befürworter durch die höhere Wertigkeit eines Sieges mehr Risiko beim Angriff auf die Spitze. In den ersten vier Rennen hätte sich das allerdings nicht positiv ausgewirkt. Bis auf Australien waren die Siege immer relativ ungefährdet. Und in Melbourne gab es auch nach altem System viel Action am Ende, als Robert Kubica auf der Jagd nach Button mit Vettel kollidierte.

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