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Neues Quali-System für 2016

Knockout-System wird eingeführt

Carlos Sainz & Romain Grosjean - Formel 1-Test - Barcelona - 24. Februar 2016 Foto: ams 19 Bilder

Das Qualifying-Format wird sich in der Saison 2016 ändern. Die FIA hat die Zustimmung der F1-Kommission zum neuen Knockout-System bestätigt. Eine weitere Neuerung: Künftig wird nach jedem Rennen der "Fahrer des Tages" gekürt. Auch die Änderungen für das F1-Auto 2017 sind durch.

24.02.2016 Michael Schmidt

Bernie Ecclestone forderte bei der Strategie-Sitzung in Genf von der FIA und den Teams eine bessere Show. Nachdem er bei der Motorenfrage und den 2017er Autos noch nicht punkten konnte, wollte er wenigstens das Starterfeld etwas durcheinanderwirbeln. Wenn nötig mit radikalen Maßnahmen.

Doch die radikalsten Vorschläge des Formel 1-Chefs liefen allesamt ins Leere. Eine Auslosung der Startaufstellung. Eine umgekehrte Reihenfolge der Top Ten mit Punkten als Ausgleich für die 10 Schnellsten des Trainings. Oder gar ein Qualifikationsrennen am Samstag, das bei einem der 21 Grand Prix in diesem Jahr für 2017 geprobt werden sollte.

Wie die Reise nach Jerusalem

Immerhin auf einen der Vorschläge konnten sich Ecclestone, die FIA und die 6 Top-Teams jedoch verständigen - einen neuen Modus für die Qualifikation. Er wurde anschließend in der Formel 1-Kommission abgesegnet, wie die FIA am Mittwoch (24.2.2016) bestätigte. Der Weltverband lieferte auch Details, wie die Startaufstellung zukünftig ermittelt wird.

Im Prinzip ist es eine verschärfte Version des aktuellen K.O.-Systems. Nicht unähnlich der Reise nach Jerusalem. Statt am Ende der einzelnen Quali-Abschnitte die jeweils letzten 6 Piloten ausscheiden zu lassen, werden beim neuen Ausscheidungs-Modus alle anderthalb Minuten den jeweils Letztplatzierten die Hunde beißen.

Hier die Daten zu den 3 K.O.-Runden für das neue Qualifying:

Q1:

- Dauer: 16 Minuten

- Nach 7 Minuten wird der langsamste Fahrer aussortiert

- Danach scheidet alle 90 Sekunden der langsamste Fahrer aus - bis zur karierten Flagge

- 7 Fahrer werden eliminiert, 15 kommen in das Q2 weiter

Q2:

- Dauer: 15 Minuten

- Nach 6 Minuten wird der langsamste Fahrer aussortiert

- Danach scheidet alle 90 Sekunden der langsamste Fahrer aus - bis zur karierten Flagge

- 7 Fahrer werden eliminiert, 8 kommen in das Q3 weiter

Q3:

- Dauer: 14 Minuten

- Nach 5 Minuten wird der langsamste Fahrer aussortiert

- Danach scheidet alle 90 Sekunden der langsamste Fahrer aus - bis zur karierten Flagge

- In den letzten 90 Sekunden bleiben noch 2 Fahrer übrig

- Die letzte Elimination erfolgt an der karierten Flagge, nicht wenn die Zeit abgelaufen ist

Mehr Spannung durch neuen Quali-Modus

Dieser Modus soll sicherstellen, dass die Autos mehr auf der Strecke fahren, weil jede Pause in der Box die Gefahr in sich birgt, nach hinten zu rutschen und nicht mehr rechtzeitig reagieren zu können. Das könnte ungewöhnliche Startaufstellungen produzieren, wäre keine künstliche Maßnahme und ist einfach zu verstehen.

Kleinere Details, wie zum Beispiel die Frage, auf welchen Reifen gestartet werden muss, sind noch zu klären. Und auch der FIA-Weltat muss noch seine offizielle Zustimmung geben, was allerdings eine reine Formsache sein sollte. Geht das alles wie geplant über die Bühne, wird der neue Modus schon in Melbourne erstmals angewendet.

Eine weitere Maßnahme, die für mehr Fan-Beteiligung sorgen soll, ist die Wahl zum Fahrer des Tages. Bei jedem Rennen dürfen die Zuschauer künftig abstimmen, welcher Pilot ihrer Meinung nach die beste Leistung gebracht hat. Der Gewinner wird direkt im Anschluss an die Zieldurchfahrt gekürt und bekommt einen Preis überreicht.

Erste Entscheidungen zum F1-Auto 2017

Auch zum Technik-Reglement 2017 wurden erste Entscheidungen getroffen. Die Formel 1-Strategiegruppe hat einen McLaren-Kompromissvorschlag zu Chassisbreite in die F1-Kommission eingebracht, der in seinen Grundzügen angenommen wurde. Die Chassisbreite soll demnach von 140 auf 160 Zentimeter wachsen. Die Autos sollen insgesamt 2 Meter breit werden - aktuell von 1,80 Meter. Damit sollen die Rennwagen 3 bis 4 Sekunden schneller werden.

Das Mindestgewicht des Autos steigt von 702 Kilogramm auf 722 Kilogramm (plus Reifen). Die Bargeboards dürfen größer werden. Die Diffusor-Höhe steigt von 125 Millimetern auf 175 Millimeter. Er ist 5 Zentimeter breiter und beginnt 17,5 Zentimeter weiter vor der Hinterachse als bisher. Das erhöht den Abtrieb - genau wie der um 20 Zentimeter breitere Heckflügel und der 15 Zentimeter breitere Frontflügel.

Um die größeren Kurvengeschwindigkeiten sicher auf die Straße zu bringen, wird Pirelli größere Reifen liefern. Die Lauffläche an den Vorderrädern wird von 24,5 auf 30,5 Zentimeter wachsen. Hinten werden die Walzen 40,5 Zentimeter breit (aktuell: 32,5 Zentimeter). Das soll zusammen mit dem 15 Zentimeter tieferen Heckflügel für einen aggressiveren Look sorgen.

Cockpitschutz kommt 2017

Auch der Cockpit-Schutz soll 2017 eingeführt werden. Die FIA favorisiert hier die sogenannte Heiligenschein-Lösung ("Halo-Concept"), das von Mercedes entwickelt wurde. Allerdings sollen auch alternative Lösungen, wie eine transparente Cockpit-Umrandung weiter getestet werden.

Beim Thema Motoren herrscht dagegen weiter Uneinigkeit, wie man die für 2017 geplante Versorgung aller Teams garantieren kann. Um das neue Reglement zu schreiben, wurde nun eine Arbeitsgruppe gegründet. Diese soll auch Möglichkeiten ausloten, die Triebwerke noch lauter zu machen. Die Entscheidung wurde auf den 30. April 2015 verschoben.

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