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Neues Team 2006

Den Elfer verwandelt?

Foto: dpa

Eine alte Formel 1-Regel besagt, dass im geschwätzigen Fahrerlager kein Geheimnis länger als zwei Minuten überdauert. Doch für einmal wurden alle Journalisten und Insider eines Besseren belehrt: Irgendetwas geschieht hinter den Kulissen - nur keiner weiß, was genau.

15.10.2005

Fest steht nur: Es wird 2006 ein elftes Team im Formel 1-Starterfeld geben, mit Honda-Motoren und mit Bridgestone-Reifen. Bedenkt man die schiere Größe des geplanten Unterfangens, so grenzt es fast an ein Wunder, dass alle wichtigen Details des Deals bisher geheim gehalten werden konnten. Aber es gibt jede Menge Spekulationen über Einsatzteams, Fahrer, Teamchefs, Hintermänner und Sponsoren.

Takuma Sato als Hero

Da Honda den Motorendeal für das neue Formel 1-Team kurz vor dem Japan GP publik machte, lag die Spekulation nahe, dass die neue Mannschaft eine starke japanische Komponente aufweisen wird: japanisches Team, japanischer Teamchef, japanischer Pilot. Es darf in der Tat als sicher gelten, dass Takuma Sato beim neuen Formel 1-Team andocken wird. Zwar wurde der Japaner bei BAR-Honda ausgemustert, doch Sato ist in Japan ein Superstar, der das Interesse an der Formel 1 in neue Höhen getrieben hat.

Als japanisches Einsatzteam wurde die Dome-Mannschaft gehandelt, die in der japanischen Super GT sowie im Sportwagenbereich ihre Brötchen verdienen. Dome wiederum ist mit der britischen Rennsportschmiede Lola verbandelt. Lola und Dome könnten zusammengerechnet durchaus ein motorsportliches Schwergewicht bilden, doch es gibt keine integrierte Infrastruktur in Form einer gemeinsamen Fabrik, außerdem fehlt jede Formel 1-Erfahrung. Dome hat jede Beteiligung auf Nachfrage dementiert - was nach Formel 1-Maßstäben nicht allzu viel bedeuten muss. Als Teamchef wurde Ex-Formel 1-Fahrer Aguri Suzuki gehandelt, der Motorsportengagements in der japanischen GT-Serie, der IRL und der Honda-Nachwuchsserie Formula Dream betreut. Suzuki hat bisher ebenfalls jede Beteiligung an dem Formel 1-Projekt bestritten.

Hat Multi-Milliardär John Menard die Finger drin?

Bei der Frage nach möglichen Einsatzteams könnten aber auch durchaus europäische Lösungen eine Rolle spielen, zumal es keinen Sinn ergeben würde, ein Formel 1-Team von Japan aus zu führen. Besonders die ehemalige Arrows-Fabrik in Leafield böte optimale Möglichkeiten, um einen neuen Teamstammsitz zu etablieren. Nach der Pleite von Tom Walkinshaws Firmengruppe TWR - zu der auch der Arrows-Rennstall gehörte - hat der amerikanische Multi-Milliardär John Menard die Überreste gekauft und zusammengeführt. Leafield wurde als Technologiezentrum umstrukturiert. Menard verfügt über genügend Motorsporterfahrung: Der smarte Amerikaner, dessen Vermögen auf 5,5 Milliarden US Dollar geschätzt wird, betreibt unter anderem ein erfolgreiches IRL-Team und baut Motoren für die Nascar-Serie.

Da das neue Formel 1-Team binnen kürzester Zeit formiert werden müsste, um bereits 2006 an den Start gehen zu können, scheidet eine eigene Chassisentwicklung praktisch aus. Dies wiederum könnte darauf hindeuten, dass Honda das neue Team vom eigenen BAR Honda-Stützpunkt in Brackley startet und quasi als selbständiges Junior-Team laufen lässt. Unter dieser Maßgabe könnte das Honda-Chassis von 2005 dem neuen Team zur Verfügung gestellt werden, wenn man die Copyright-Rechte an diesem Chassis an ein zweites Team weiterverkauft, womit man jene FIA-Regelung unterläuft, nach der jedes Formel 1-Team zwingend sein eigenes Chassis an den Start bringen muss. Der neue Honda-V8-Motor ließe sich übrigens ohne technische Probleme in ein Vorjahreschassis integrieren.

Auch zum Thema mögliche Sponsoren geistern wilde Geschichten durchs Fahrerlager, aber eine Variante würde durchaus Sinn machen: Sheich Maktoum, Mitglied der Herrscherfamilie des Emirats Dubai, hat den Auftrag, Dubai als Sportstadt weltweit zu etablieren. Dubai will sich für die Zeit nach dem Ölboom rüsten, deshalb soll die Stadt als Tourismus-Destination und Sport-Hochburg promotet werden. Maktoum investiert zu diesem Zweck in den nächsten drei Jahren 1,5 Milliarden US Dollar in den Bereichen Motorsport, Pferderennen, Tennis und Golf. Angeblich sucht Scheich Maktoum nach einer weltweiten Bühne, um mit der heimischen Fluggesellschaft Emirates für Dubai zu werben. Und welche Bühne böte mehr weltweite Aufmerksamkeit, als die Formel 1?

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