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Neues Webber-Buch

Heiße Enthüllungen zum Vettel-Duell

Mark Webber - Le Mans 2015 Foto: Wilhelm 81 Bilder

In seiner mit Spannung erwartete Biografie gibt Mark Webber interessante Einblicke in sein Duell mit Sebastian Vettel bei Red Bull. Der Leser erfährt zum Beispiel Hintergründe zum Multi21-Skandal 2013 in Malaysia und dass Webber 2013 beinahe bei Ferrari gelandet wäre.

01.07.2015 Tobias Grüner

Mark Webber war schon während seiner aktiven Zeit ein Mann der klaren Worte. Doch in seiner Biografie "Aussie Grit", die am Mittwoch (1.7.2016) in Australien erschienen ist, nimmt der Ex-Pilot gar kein Blatt mehr vor den Mund. Red Bull hatte vertraglich festgelegt, dass Webber ein solches Buch frühestens ein Jahr nach dem Ausscheiden aus dem Rennstall veröffentlichen darf. Diese Frist ist nun abgelaufen.

Wie zu erwarten war, beschreibt der 215-fache Grand Prix-Teilnehmer darin chronologisch seinen steinigen Weg von einer Kleinstadt in Down Under bis in die große Formel 1-Welt. Der Autor gibt zum Beispiel preis, wie sein erster großer Arbeitgeber Mercedes die Piloten für die fliegenden Autos beim Le Mans-Rennen 1999 mitverantwortlich machte. Oder wie er bei Williams unsanft ausgebotet wurde.

Für die Fans am interessantesten dürfte allerdings der Blick hinter die Kulissen seiner Red Bull-Zeit sein. Nicht nur weil es die letzte Formel 1-Episode des neunmaligen Rennsiegers darstellt, sondern weil es im Duell mit Teamkollege einige Male heftig geknirscht hat. Dabei bekommen sowohl der Deutsche als auch die Verantwortlichen des Rennstalls ordentlich ihr Fett weg.

Vettel von Red Bull bevorteilt?

Nach Ansicht Webbers, sei Vettel im Team von Beginn an bevorzugt worden. Red Bull habe alles getan, um den jungen Heppenheimer bei Laune zu halten. Schon während der ersten gemeinsamen Saison 2009 begann sich das Verhältnis zwischen den Teamkollegen zu verschlechtern. Alles gipfelte im großen Crash in der Türkei 2010.

Webbers Lebensgefährtin und Beraterin Ann Neal erklärte in einem Interview mit dem australischen Sender ABC zur Vorstellung des neuen Buches, was damals losgewesen ist: "99,9 Prozent der Zuschauer wussten, dass es der Fehler von Sebastian war. Alle anderen gaben Mark die Schuld, inklusive des Teams. Das hat mich echt schockiert. Alles hat also mit schlechtem Team-Management begonnen, das Vettel mit solchen Dingen davonkommen ließ."

Die größte Krise bei Red Bull wurde allerdings durch den Stallregie-Skandal beim GP Malaysia 2013 ausgelöst. Webber erinnert sich, wie Vettel nach der Podiumszeremonie auf ihn zugekommen sei und gesagt habe: "Wir müssen reden. Ich habe Mist gebaut." Beim anschließenden Rennen in China kam es dann zu den Gespräch: "Da hat er aber nur gesagt, dass er zwar vor mir als Fahrer großen Respekt habe aber nicht viel als Mensch. Zu dieser Zeit konnten wir den gegenseitigen Anblick nicht ausstehen."

Brief vom Vettel-Anwalt

Webber wirft vor allem der Teamleitung vor, dass es in dieser Phase "zahnlos" agierte. In seinem Buch gibt der Pilot auch selbst eine Erklärung dafür: "Als Ann (Neal) später Christian Horner gefragt hat, warum das Team Sebastian niemals für die Multi21-Saga verwarnt oder bestraft hat, gab er zu, dass das Team einen zweiseitigen Brief von Sebastians Anwalt erhalten habe. In dem stand, dass sie mit der unangemessenen Anweisung bzw. Teamorder den Vertrag gebrochen hätten."

Laut Webber habe es Vettel nie einsehen können, wenn der Teamkollege mal schneller gewesen sei: "Meiner Meinung nach muss man es fair akzeptieren, wenn man im Zweikampf ehrlich geschlagen wurde. Aber Sebastians Arroganz hat dazu geführt, dass er es einfach nicht verstanden hat, wenn etwas falsch gelaufen ist. Er hat dann die Schuld beim Team gesucht oder das Team aufgefordert, etwas dagegen zu tun."

Webber ist in seinem Buch aber nicht nur auf Krawall gebürstet. Der aktuell bei Porsche unter Vertrag stehende Pilot findet auch ein paar nette Worte über seinen deutschen Ex-Teamkollegen: "Ich kann völlig offen zugeben, dass er insgesamt ein besserer F1-Pilot ist, als ich es jemals war. Er war aber genau wie ich nur eine kleine Figur im großen Spiel. Der Leistungsdruck, unter dem er stand, muss riesig gewesen sein."

Webber schlägt Ferrari-Angebot aus

Eine weitere interessante Enthüllung in der Biografie von Webber betrifft seine Vertragsverhandlungen mit Ferrari in der Saison 2012. In Monaco hatte sich der Pilot mit dem damaligen Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali auf der Yacht von Manager Flavio Briatore getroffen.

"Da gab es eine echte Chance zum Team mit dem springenden Pferd zu wechseln", verrät Webber. "Flavio, Stefano, Fernando (Alonso)... alle wollten, dass es dazu kommt. Die Verträge waren schon gedruckt und verschickt, aber sie gingen nur über ein Jahr plus Option, anstatt über 2 Jahre, wie wir es eigentlich wollten."

"Ich erinnere mich noch, wie ich auf dem Weg nach Silverstone mit Fernando telefoniert habe. Er bat mich, die Sache noch einmal zu überdenken. Aber mein Bauchgefühl hat mir gesagt, dass es nicht das Richtige ist." Laut Webber hatte Red Bull bereits nach einem Ersatz für ihn gesucht und dabei auch Lewis Hamilton kontaktiert. Am Ende habe man sich aber doch noch einmal auf eine Vertragsverlängerung für 2013 geeinigt.

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