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Nick Heidfeld beim GP China: Renault nur top im Top-Speed

Nick Heidfeld

Nick Heidfelds Saison ist eine Achterbahnfahrt. Der Enttäuschung von Melbourne folgte der dritte Platz in Malaysia. Sieben Tage später in Shanghai ging der Renault-Pilot wieder leer aus. Trotz bestem Top-Speed kam Heidfeld von Startplatz 16 nicht nach vorne.

Die beiden Unfälle vom Freitag hätten Nick Heidfeld eine Warnung sein sollen. Shanghai war nicht sein Wochenende. Am Samstag setzte sich die Pechsträhne fort. Heidfeld zählte zu den Geschädigten des Trainingsabbruchs in der zweiten K.O.-Runde der Qualifikation. Den hatte ihm ausgerechnet Teamkollege Vitaly Petrov eingebrockt.

Wer von Platz 16 startet, fährt mit einem Handikap. Er steckt die meiste Zeit im Verkehr. Da braucht man schon wie Mark Webber einen Red Bull, um sich freizuschwimmen. Heidfelds Misere begann schon beim Start. "Ausnahmsweise war unser Start nicht so toll. Plötzlich lagen zwei Autos vor mir, die hinter mir gestartet sind. Ich bin dann aggressiv in die erste Kurve gefahren und konnte wieder ein paar Plätze gutmachen." Als der Pulk zum ersten Mal die Ziellinie passierte, wurde Heidfeld auf Platz 14 notiert.

Heidfeld mit KERS-Problemen

Ab dann wurde es zäh. Obwohl die Renault die höchsten Top-Speeds auf der Geraden erzielten. Obwohl Heidfeld gegen seine Vorderleute den Heckflügel-Flap einsetzen konnte. Dem Deutschen fehlte jedoch KERS. "Ich konnte nie die ganze Power abrufen."

Schon im Training hatte es Ärger mit dem Hybridantrieb gegeben. Renault musste im Parc fermé die Pumpe des Kühlsystems für die Batterien wechseln. Die Bitte, auch das Batterie-Set austauschen zu dürfen, wurde von der FIA abgelehnt. Möglicherweise hatten die Batteriezellen im Training überhitzt und einen Schaden davongetragen, für den Heidfeld am Sonntag büßen musste.

Zweistopp-Taktik geht nicht auf

Der späte Reifenwechsel in Runde 18 deutete bereits die Taktik an. Renault versuchte das Feld mit einer Zweistoppstrategie aufzurollen. "Aus der Cockpitsicht war es für mich schwer einzuschätzen, ob zwei oder drei Stopps besser waren. In meinem zweiten Turn bin ich mit den weichen Reifen gute Rundenzeiten gefahren."

Chefingenieur Alan Permane erklärte, warum Renault der Zweistoppstrategie folgte, die sich im Rückblick für die meisten Piloten als falsch erwies: "Wir fanden im Mittelabschnitt plötzlich eine freie Straße vor uns, und die Rundenzeiten waren ordentlich. Da entschieden wir uns dafür, einen Stopp einzusparen."

Heidfeld mit Crash in der letzten Runde

In Runde 30 stand Heidfeld erneut an der Box. "Wir haben den Stopp vorgezogen, um an den beiden Autos vor mir vorbeizukommen. Leider haben die das gleiche gemacht." So lag Heidfeld auch nach dem zweiten Reifenwechsel hinter Kamui Kobayashi und Adrian Sutil. Und er musste nun 26 lange Runden auf dem harten Reifensatz durchhalten.

In der letzten Runde fuhr der Frust mit. "Ich bin mit di Resta zusammengekracht und habe mir dabei einen Plattfuß vorne rechts eingehandelt." Der Renault humpelte auf drei Beine über die Ziellinie. Insgesamt hat Heidfeld vier Plätze gutgemacht. Mark Webber jedoch verbesserte sich um 15 und Michael Schumacher um sechs Positionen. Beide wurden mit WM-Punkten belohnt.

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Michael Schmidt

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