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Nick Heidfeld

"Ich habe mit Druck überhaupt kein Problem"

Foto: dpa 9 Bilder

In seinem zehnten F1-Jahr hat Nick Heidfeld endlich die Möglichkeit, um den WM-Titel mitzufahren. Im Interview spricht er über den neuen Rennwagen, die Finanzkrise, und die Stärke, mit Druck umzugehen.

16.03.2009

Wie fühlt sich der F1.09 an?
Heidfeld: Er fühlt sich gut an. Von der Balance her ist er sehr gut zu fahren. Wir scheinen auch recht zügig, ein passendes Setup für die jeweilige Strecke zu finden. Im Großen und Ganzen also gut.

Könnten Sie wieder solche Probleme bekommen wie im vergangenen Jahr?
Heidfeld: Ich vermute nicht. Die ersten Anzeichen sehen besser aus als in der vergangenen Saison.

BMW-Sauber will in diesem Jahr mit um den WM-Titel fahren. Ihr Eindruck nach den bisherigen Testfahrten: Wird das möglich sein, Ferrari und McLaren-Mercedes Paroli zu bieten?
Heidfeld: Es ist noch so früh, das zu sagen. Wir wissen nicht, was die anderen machen.

2008 war eines der schwierigsten Jahre in Ihrer Formel-1-Laufbahn. Sie lagen bei einigen Rennen klar hinter Ihrem Teamkollegen Robert Kubica. Ihr Arbeitsplatz geriet sogar in Gefahr. Doch Sie haben sich selbst aus der Krise geholt. Fühlen Sie sich jetzt stärker?
Heidfeld: Natürlich wäre ich gern schneller aus dieser Situation rausgekommen. Es hat ja doch einige Rennen gedauert. Auf der anderen Seite hat es mir gezeigt, dass es der richtige Weg war, den ich eingeschlagen habe, um die Probleme zu lösen. Ich habe sie ja gelöst. Im Nachhinein ist es immer einfacher zu sagen, ich hätte dies oder jenes früher machen können. In dem Moment habe ich alles probiert, und bin ein bisschen spät zu der Lösung gekommen. Aber ich denke, dass mich das mental nicht zum besseren Fahrer macht. Denn ich glaube, die mentale Stärke habe ich schon häufiger und auch in der etzten Saison bewiesen. Ich habe aber auch mehr über die Reifen generell gelernt und habe das Gefühl, dass mir das in diesem Jahr etwas bringt, auch wenn es komplett andere Reifen sind als im Vorjahr.

Nach neun Jahren in der Formel 1 haben Sie in diesem Jahr Ihre erste echte Chance, den WM-Titel zu holen. Ist das Ansporn oder könnte der Druck Sie auch lähmen?
Heidfeld: Ich schätze mich so ein, dass ich mit Druck überhaupt kein Problem habe. Und es ist ja nicht so, dass alle Welt schreibt, BMW wird und muss dieses Jahr Weltmeister werden. Wenn wir bei den ersten Rennen sehr stark sind, kommt das sicher sehr schnell. Aber wie gesagt, viel mehr Druck zu haben als letztes Jahr, als es bei mir nicht gelaufen ist, ist nicht einfach. Ich hatte auch andere Saisons - das war zwar nicht in der Formel 1, sondern in der Formel Ford, Formel 3 und Formel 3000 -, wo alle gesagt haben, du musst jetzt Weltmeister werden, du wirst Meister. Da hat es mir auch nichts ausgemacht. Ich glaube, ich bin da in der glücklichen Position, mental sehr stark zu sein.

Die Finanzkrise bleibt nicht ohne Folgen auf die Formel 1. Honda ist ausgestiegen. Automobil-Hersteller wie Mercedes, Renault, Toyota und auch BMW verzeichnen Absatzrückgänge. Befürchten Sie, dass sich BMW bei einer Fortsetzung der Krise aus der Formel 1 zurückzieht?
Heidfeld: Ich denke, dass immer darüber nachgedacht wird, ob das Sinn macht. Es schmeißt ja keiner einfach Geld zum Fenster raus. In erster Linie wird das gemacht, weil es ein lohnendes Geschäft sein soll. Man probiert natürlich, das zu refinanzieren über Sponsoren, hat aber natürlich zusätzlich einen riesigen Marketingwert. Es ist so, dass die Formel 1 in erster Linie so groß ist und von so vielen Werken und Sponsoren soviel bezahlt wird , weil es eine riesige Werbebotschaft nach außen sendet. So etwas wird immer durchkalkuliert und überdacht.

Spüren Sie auch persönlich in der täglichen Arbeit mit dem Team die Finanzkrise? Dürfen Sie beispielsweise nur noch Economy-Class fliegen?
Heidfeld: Ich spüre es bei den Flügen zum Glück nicht, weil mein Vertrag beinhaltet, welche Klasse ich fliegen kann. Ich weiß aber, dass viele im Team ein Downgrade bei den Flügen haben und dass generell mehr gespart wird. Nicht nur bei Flügen, auch bei Hotels. Es wird deutlich mehr darauf geachtet.

Mit der Einführung von KERS bekommt das Gewicht der Fahrer eine bisher nie gekannte Bedeutung. Sehen Sie sich im Vorteil, als einer der kleinsten und leichtesten Piloten?
Heidfeld: Ich glaube schon und hoffe, dass ich einen Vorteil daraus ziehen kann, dass ich leicht bin und noch abgenommen habe. Ich hoffe, dass ich der Leichteste bin. Ich bin jetzt bei 58,5 - 59 Kilo.

Sehen Sie BMW wegen KERS im Vorteil im Vergleich zur Konkurrenz?

Heidfeld: Auch das kann ich nicht sagen, weil ich nicht weiß, wie gut die anderen sind. Was man so hört, ist von den anderen auch Mercedes ganz gut dabei. Sie werden wohl auch mit KERS in Melbourne fahren, habe ich im Internet gelesen.

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